Showing posts with label Magdeburg. Show all posts
Showing posts with label Magdeburg. Show all posts

Remaining Nazi Sites in Saxony and Saxony-Anhalt

Annaberg (Saxony)
Das damals von dichtem Wald bedeckte obere Erzgebirge wurde im 12. und 13. Jahrhundert durch fränkische Bauern besiedelt. Die ersten schriftlichen Erwähnungen der heute zur Stadt Annaberg-Buchholz gehörenden Ortschaften Frohnau, Geyersdorf und Kleinrückerswalde stammen aus dem Jahr 1397.  In geringem Umfang sind um 1470 erste bergbauliche Tätigkeiten im heutigen Stadtgebiet belegt. Als am nahen Schreckenberg 1491 reiche Silbererzgänge entdeckt wurden, setzte im Zuge des Berggeschreys ein starker Zustrom von Menschen ein. Am 21. September 1496 wurde auf Geheiß des sächsischen Landesherrn Georg des Bärtigen eine Stadt gegründet. Im Jahr darauf begannen die ersten Bauarbeiten der neuen Siedlung. Der Entwurf der Anlage stammte von dem späteren Freiberger Bürgermeister und Gelehrten Ulrich Rülein von Calw. Am 28. Oktober 1497 erhielt die „Newe Stat am Schrekenbergk“ das Stadtrecht. Im Jahr darauf wurde die Münzstätte Annaberg gegründet, die sich bis gegen Ende 1501 in Frohnau befand und 1502 nach Annaberg verlegt wurde.  Folgende Ortsnamenformen wurden gebraucht:  1492 Schregkennpergk, 1494 den gewercken der funtgruben zu Schreckenperge, 1496 St. Annabergk, 1497 In der Neustadt des Schreckenberges, 1499 umb den Schreckenberg, zu der Nawenstadt, Newenstadt ader santt Annabergk, 1509 sandt Annaberg, stat, 1535 Sant Anaberg, 1547 Annenberg, 1555 Annebergk, 1589 Schreckenberg, hernach S. Annenberg genennet worden, 1590 Annaberg, 1949 Annaberg-Buchholz.  1495 begann man auf Grünhainer Klostergebiet, unterhalb von Annaberg, eine weitere Bergbausiedlung anzulegen. St. Katharinenberg im Buchholz erhielt 1501 erste Privilegien und wurde erstmals 1539 als Städtlein bezeichnet. Die Münzstätte Buchholz wurde 1505 unter Kurfürst Friedrich III. errichtet und 1553 mit der Annaberger Münze vereinigt. Im Jahr 1558 verlegte Kurfürst August die Annaberger Münze nach Dresden.  Seit der Leipziger Teilung 1485 verlief die Landesgrenze des ernestischen und des albertinischen Sachsens im Tal der Sehma zwischen den beiden Städten Annaberg im Amt Wolkenstein und Buchholz im Amt Grünhain. Nach der Wittenberger Kapitulation 1547 kam auch Buchholz zum albertinischen Teil Sachsens, welcher sich seitdem Kurfürstentum Sachsen nannte. Zentrum des Silberbergbaus Bergkirche St. Marien Stadtansicht von 1650  Die reiche Ausbeute des Silberbergbaus führte zu einem starken Zuzug von Bergleuten und einer raschen Vergrößerung der Einwohnerzahl. So entwickelte sich Annaberg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu der nach Freiberg zweitgrößten Stadt Sachsens und damit zu einer der größten Städte im deutschen Sprachraum. Etwa 1522 zog es Adam Ries nach Annaberg, der hier bis zu seinem Lebensende als Rechenmeister und Bergbeamter tätig war.  Während im ernestischen Sachsen, zu dem Buchholz gehörte, schon früh die Reformation eingeführt wurde, blieb Annaberg im albertinischen Sachsen katholisch. Herzog Georg war bemüht, die neue Stadt auch zu einem Zentrum des Glaubens zu entwickeln. In der St. Annenkirche wurde eine umfangreiche Reliquiensammlung zusammengetragen, die Annaberg auch zum Wallfahrtsort machte. Schon 1502 war in der Stadt ein großes Franziskanerkloster gegründet worden. Der Umstand, dass die Landesgrenze zwischen Annaberg und Buchholz zur Glaubensgrenze geworden war, führte dazu, dass zunehmend Annaberger heimlich den evangelischen Gottesdienst in der Nachbarstadt hörten. Dort predigte zum Beispiel 1524 der aus dem Annaberger Kloster geflohene Mönch und Reformator Friedrich Myconius und zog weit über 1000 Gläubige aus Annaberg an. Nach dem Tod Herzog Georgs hielt 1539 wie im gesamten albertinischen Sachsen auch in Annaberg die Reformation Einzug.  In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gewannen Klöppeln und Bortenwirken wirtschaftliche Bedeutung, vor allem durch die Unternehmerin Barbara Uthmann. Im 17. Jahrhundert war die Region durch den starken Rückgang der bergbaulichen Tätigkeit geprägt und mehrfach von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges betroffen. Annaberg war 1692–1723 von Hexenverfolgung betroffen. Elf Personen, acht Frauen und drei Männer, gerieten in Hexenprozesse. Ein Mann wurde gehenkt, ein Mann beging Selbstmord in der Haft und eine Frau erlitt den Tod in der Haft.[2]  Im 18. Jahrhundert waren Annaberg und Buchholz kleine Handwerkerstädte. 1712 besuchte Zar Peter der Große auf einer Reise nach Karlsbad Annaberg. Zwischen 1712 und 1720 kam es zu der auch international beachteten sogenannten Annaberger Krankheit (auf vermeintliche Hexerei zurückgeführte Fälle von Visionen und Anfällen), von denen 20 Personen betroffen waren.[3] 1731 vernichtete ein Stadtbrand Teile der Stadt. Während des Bayerischen Erbfolgekrieges belagerten 1778 österreichische Truppen die Stadt. Da diese die geforderten 50.000 Taler Tribut nicht aufbringen konnte, wurden der Bürgermeister und ein Kaufmann in Geiselhaft genommen, nach Ungarn verschleppt und erst ein Jahr später freigelassen. Industrielle Revolution  Im 19. Jahrhundert kam es zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem durch die Textilindustrie. Ausschlaggebend dafür war für die Städte Annaberg und Buchholz die Einführung der Gewerbefreiheit in Sachsen, 1861, sowie die Eröffnung der Chemnitz-Annaberger Eisenbahn im Jahr 1866. Ab 1872 bestand auch eine direkte Eisenbahnverbindung nach Böhmen, über die vor allem die böhmische Kohle günstig importiert werden konnte.  Im Zuge der Industriellen Revolution entwickelten sich Annaberg und Buchholz Ende des 19. Jahrhunderts zu einem weltweiten Zentrum der Posamentenherstellung. Annaberger Firmen unterhielten Niederlassungen in zahlreichen Metropolen der Welt wie Paris, London und New York. In dieser Zeit arbeiteten in den beiden Städten weit über 200 größere und kleinere Manufakturen sowie selbstständige Posamentierer. Hergestellt wurden Quasten, Borten und Spitze, Produkte, deren Bedarf, bedingt durch den Zeitgeschmack in Mode und Einrichtung, rasant stieg, sowie Taschen und Posamentiermaschinen.  Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig waren Kartonagen- und Prägewerke, die Verpackungsmaterialien, Schachteln und geprägte Verzierungen herstellten. Auch diese Artikel wurden von Annaberg und Buchholz aus bis nach Übersee exportiert.  Ausdruck für die damalige wirtschaftliche Blüte und die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes war die Einrichtung einer amerikanischen Konsularagentur in Annaberg 1879, die 1882 zu einem Konsulat erhoben wurde. Hier wurden im Wesentlichen die Ausfuhrformalitäten erzgebirgischer Waren erledigt. Als zahlreiche Annaberger Firmen dies verstärkt über ihre eigenen ausländischen Filialen abwickelten, wurde das Konsulat überflüssig und 1908 wieder geschlossen.  Auch Buchholz, das immer im Schatten seiner bedeutenderen Nachbarstadt gestanden hatte, baute sich seit dem 16. Jahrhundert mit Spitzenklöppelei und Posamentenherstellung ein wichtiges wirtschaftliches Standbein auf. 1620 zogen böhmische Exulanten zu, bevor es, ohne Stadtmauer, im Dreißigjährigen Krieg schwer verwüstet wurde. 1868 wurde in der Stadt ein Herstellungsverfahren für Perlgewebe erfunden, das, als Buchholzer Monopol, zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg  Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde im Schützenhaus, der späteren Gaststätte Erzgebirgischer Hof, ein frühes Konzentrationslager eingerichtet, in dem hunderte Mitglieder von Arbeiterorganisationen und andere Gegner des NS-Regimes interniert und misshandelt wurden. Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 wurden die verbliebenen 16 Juden der Stadt, die bis 1935/36 den Betsaal der Israelitischen Religionsgemeinde im Hinterhaus des Gebäudes Buchholzer Straße 17 benutzten, vertrieben bzw. in die Vernichtungslager deportiert. Der jüdische Friedhof wurde zerstört und 1940 eingeebnet.  In Annaberg hielten sich die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg in Grenzen. Buchholz hingegen wurde bei einem Bombenangriff am 14. Februar 1945 schwer getroffen. Anstelle eines vorgesehenen Angriffs auf das nahe Chemnitz schwenkten mehrere Bomber wegen zu hoher Wolken nach Süden ab, die Städte Annaberg und Buchholz wurden ausgeleuchtet. Man vermutet, dass beim Überflug über den Pöhlberg die Bomben zu spät ausgeklinkt wurden, so dass die Stadt Annaberg in dieser Nacht von Zerstörungen verschont blieb. In Buchholz hingegen wurden zahlreiche Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Auch die Katharinenkirche wurde getroffen, Gewölbe und Pfeiler stürzten ein, nur die Umfassungsmauern blieben erhalten. Bis 1975 wurde sie wieder aufgebaut.[4] Nachkriegszeit, DDR und politische Wende  Im Jahr 1945 wurden die beiden Städte Annaberg und Buchholz auf Anweisung des sowjetischen Stadtkommandanten vereinigt. Bis dahin hatte es bereits mehrere Versuche gegeben, die beiden vollständig zusammengewachsenen Städte auch politisch zusammenzuschließen. 1913 wurde eine Initiative seitens der Stadt Buchholz vom Annaberger Rat abgelehnt, 1919 scheiterte ein erneuter Anlauf an der Annaberger Bedingung, nur eine Eingemeindung von Buchholz, nicht aber eine Vereinigung der beiden Städte zu akzeptieren. Mehrere Anläufe zur Schaffung einer Großgemeinde unter Einbeziehung weiterer angrenzender Orte wie Frohnau oder Cunersdorf blieben in den 1920er Jahren erfolglos.  Gegen die Zwangsvereinigung durch die Besatzungsmacht regte sich 1945 besonders aus Buchholz Widerstand, örtliche Gremien protestierten und verlangten ein ordnungsgemäßes Verfahren. 1947 stimmte schließlich der Kreistag, im Jahr darauf auch der sächsische Landtag der Vereinigung zu. Auf der Grundlage des Gesetzes über den Zusammenschluss der Stadtgemeinden Annaberg und Buchholz (Landkreis Annaberg) vom 10. Dezember 1948 (Gesetze/Befehle/Bekanntmachungen/Verordnungen veröffentlicht durch die Landesregierung Sachsen 4. Jg. 1948, S. 650) fand die offizielle Vereinigung der beiden Städte statt.  Die Förderung von Uranerzen für die SAG Wismut ab 1947 und besonders in den 1950er Jahren führte zu einem Wiederaufleben des Bergbaus und zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. Nachdem bereits Ende der 1940er Jahre größere Unternehmen enteignet worden waren, wurde 1972 ein Großteil der noch in Privatbesitz verbliebenen Firmen verstaatlicht. Nach der politischen Wende 1989/90 wurden viele Unternehmen in Privathand zurückgeführt.  Im September 1994 war Annaberg-Buchholz Ausrichter des dritten Tages der Sachsen. Eingemeindungen      1. Januar 1912: Eingemeindung von Kleinrückerswalde in die Stadt Annaberg     1. Oktober 1949: Vereinigung der Städte Annaberg und Buchholz (formelle Bestätigung der 1945 durch den russischen Stadtkommandanten angewiesenen Fusion)[5]     1. Januar 1996: Eingemeindung von Frohnau[6]     1. Juli 1998: Eingemeindung von Cunersdorf[7]     1. Januar 1999: Eingemeindung von Geyersdorf[8]  Einwohnerentwicklung  Anfang des 16. Jahrhunderts zählte Annaberg mit geschätzten 8.000 Bewohnern zu den größten Städten Deutschlands. 1834 hatte Annaberg 5.068 Einwohner, Buchholz 1.424. 1875 lebten in Annaberg 11.725 Einwohner, 1890 11.725, 1925 18.204, 1933 19.818. 1939 hatte Annaberg 19.266, Buchholz 8.959 Bewohner, mit den ebenfalls zu Annaberg-Buchholz gehörenden Gemeinden Cunersdorf (1.509) Frohnau (1.610) und Geyersdorf (1.497) lebten 1939 auf dem Gebiet der heutigen Stadt Annaberg-Buchholz insgesamt 32.841 Menschen. Bedingt durch den kurzzeitig aufflammenden Uranbergbau stieg die Bevölkerungszahl durch den Zuzug von Bergleuten in den 1950er Jahren sprunghaft an und erreichte mit fast 40.000 Einwohnern ihren historischen Höchststand. Seit den 1990er Jahren geht die Bevölkerung, insbesondere aufgrund einer zu geringen Geburtenrate, durch welche die Sterbefälle nicht ausgeglichen werden, aber auch aufgrund von Abwanderung, zurück.  Weitere Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):  vor 1945      1925: 27.123     1933: 28.868     1939: 28.225     1946 bis 1981      1946: 27.6511     1950: 36.6602     1960: 29.012     1971: 27.508     1981: 26.664     1984 bis 1999      1984: 26.236     1995: 23.920     1997: 23.177     1998: 25.098     1999: 24.679     2000 bis 2004      2000: 24.495     2001: 24.103     2002: 23.680     2003: 23.387     2004: 23.147     2005 bis 2009      2005: 23.043     2006: 22.808     2007: 22.514     2008: 22.348     2009: 22.079     2010 bis 2013      2010: 21.831     2012: 20.826     2013: 20.510      Vor 1945: Einwohnerzahl der beiden Städte Annaberg und Buchholz     Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen  1 29. Oktober 2 31. August Politik Stadtratswahl 2014[9] Wahlbeteiligung: 46,3 % (2009: 44,0 %)  % 50 40 30 20 10 0 41,2 % 19,0 % 17,7 % 8,9 % 8,8 % 2,6 % 1,7 % n. k. CDU Linke FWG SPD FWBF FDP Grüne NPD Gewinne und Verluste im Vergleich zu 2009  %p    6    4    2    0   -2   -4   -6   -8 -10 +5,5 %p +4,6 %p -8,1 %p +2,7 %p +1,0 %p -1,1 %p +0,6 %p -5,2 %p CDU Linke FWG SPD FWBF FDP Grüne NPD Stadtratswahl 2009[10] Wahlbeteiligung: 44,0 % (2004: 46,4 %)  % 40 30 20 10 0 35,7 % 25,8 % 14,4 % 7,8 % 6,2 % 5,2 % 3,7 % 1,1 % CDU FWG Linke FWBF SPD NPD FDP Grüne Gewinne und Verluste im Vergleich zu 2004  %p    4    2    0   -2   -4 +2,1 %p -0,9 %p -1,0 %p -2,5 %p +1,2 %p -3,8 %p +3,7 %p +1,1 %p CDU FWG Linke FWBF SPD NPD FDP Grüne Stadtrat  Der Annaberg-Buchholzer Stadtrat besteht aus 30 Sitzen. Die nachfolgende Aufteilung ist das Ergebnis der Kommunalwahl 2009 und Kommunalwahl 2014. Partei  2009  2014[11] CDU  12 Sitze  13 Sitze FWG  8 Sitze  6 Sitze LINKE  4 Sitze  6 Sitze FWBF  2 Sitze  2 Sitze SPD  2 Sitze  3 Sitze NPD  1 Sitze  0 Sitze FDP  1 Sitze  0 Sitze Bürgermeister  Seit der Vereinigung zur Doppelstadt Annaberg-Buchholz waren die folgenden Personen Bürgermeister (ab 1997 als Oberbürgermeister):      1945–1947: Friedrich Laube     1947–1949: Wilhelm Rudolf König     1950: Karl Riemann     1951–1958: Fritz Ullmann     1959–1974: Erich Fritsch     1974–1983: Karlheinz Tröger     1983–1990: Erich Fritsch     1991–2001: Klaus Hermann (CDU)     2001–2014: Barbara Klepsch (CDU)     2014–2015: Thomas Proksch (amtierender Bürgermeister)     seit 2015: Rolf Schmidt (Freie Wähler)  Wappen Stadtwappen von Annaberg Stadtwappen von Buchholz  Die Stadt Annaberg-Buchholz führt die Wappen der ehemaligen Städte Annaberg und Buchholz gleichberechtigt weiter.  Das vom Kaiser Maximilian I. am 22. März 1501 verliehene Wappen der Stadt Annaberg zeigt Anna selbdritt. Es wurde im Jahre 1896 von der Direktion des Sächsischen Hauptstaatsarchivs in Dresden bestätigt. Die begleitenden Männer stellen Bergleute dar und erinnern zusammen mit dem Schlägel und Eisen an den früheren Silberbergbau.  Das 1898 von der Direktion des Hauptstaatsarchivs Dresden neu festgesetzte Wappen der ehemaligen Stadt Buchholz zeigt die heilige Katharina, Schutzpatronin der Stadt mit ihren Attributen Schwert und Rad. Die Felsvorsprünge symbolisieren die Lage der Stadt. Schlägel und Eisen sowie das Huthaus symbolisieren den früheren Silberbergbau. Die Buchen stehen redend für den Ortsnamen.  Blasonierung Wappen Annaberg: „In Gold (Gelb) über einem kleinen silbernen (weißen) Schild im Schildfuß, darin gekreuzt schwarz Schlägel und Eisen; begleitet von zwei silbern (weiß) bekleideten Männern mit schwarzen Schuhen, die auf ihren Häuptern rot brennende schwarze Lichtscherben tragen und gegeneinander in ihren Händen das Bildnis der heiligen Frau Sankt Anna halten, welche auf einem roten Thron oder Stuhl sitzt, in blau gekleidet, um ihr Haupt ein silberner (weißer) Schleier gebunden und in ihrem rechten Arm ein fleischfarbenes Kind mit goldenem (gelben) Haar hält,in ihrem linken Arm in Rot gekleidet und mit goldenen (gelben) Haaren die hl. Jungfrau Maria, ihre Hände zusammengelegt, das Kind ansehend.“  Blasonierung Wappen Buchholz: „In Gold (Gelb) über einem grünen Hügel belegt mit einem kleinen silbernen (weißen) Schild, darin gekreuzt schwarz Schlägel und Eisen; zwischen zwei roten Felsvorsprüngen, darauf je eine grüne Buche, auf der rechten Seite links davon ein schwarzes Huthaus mit silbernen (weißen) Fenstern und Tür, die in blauem Gewand mit rotem Unterkleid bekleidete hl. Katharina, mit goldener (gelber) Krone, Haar, und Heiligenschein, in der Rechten ein silbernes (weißes) Schwert mit goldenem (gelben) Griff und in der Linken ein schwarzes Rad.“[12] Städtepartnerschaften      Weiden in der Oberpfalz (Deutschland)     Paide (Estland)     Chomutov (Tschechien)  Seit dem 1. November 2004 ist die Stadt Mitglied im Regionalmanagement Erzgebirge [13], einer Regionalinitiative des Erzgebirgskreises und weiteren zehn Kommunen des Erzgebirges. Kultur und Sehenswürdigkeiten Blick vom Turm der St. Annenkirche über die Stadt und das Erzgebirge St. Annenkirche Gewölbe der 1525 vollendeten Annenkirche Beleuchteter Turm der Sankt Annenkirche St. Katharinenkirche in Buchholz Uthmann-Brunnen in Annaberg Buchholzer Straße Das Rathaus Blick durch die Große Kirchgasse zur St. Annenkirche Frohnauer Hammer Eduard-von-Winterstein-Theater Besucherbergwerk „Markus-Röhling-Stolln“ Blick zur Heilig-Kreuz-Kirche Weihnachtsmarkt in Annaberg Stadtbild  Die Innenstädte von Annaberg und Buchholz werden heute vor allem von Wohn- und Geschäftshäusern aus der Gründerzeit sowie Wohnhäusern aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert geprägt. Insbesondere an den Hauptgeschäftsstraßen dominieren teils großzügige markante Gebäude aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, teilweise mit Jugendstilelementen. Geschlossene gründerzeitliche Wohnviertel liegen darüber hinaus im Süden Annabergs. Aus der Renaissance sind neben der Bergkirche noch Portale auf der Fleischergasse und der Kleinen Kirchgasse (Kürschnerhaus/Superintendentur) erhalten. Die St.-Annen-Kirche ist spätgotisch. Auch die dörflichen Strukturen von Cunersdorf, Frohnau, Geyersdorf und Kleinrückerswalde sind mit gründerzeitlichen Bauten durchsetzt. Stadtbildprägend ist zudem die stellenweise extreme Hanglage einzelner Straßen, insbesondere im Stadtteil Buchholz. Im Norden Annabergs schließen sich Wohnviertel des Neuen Bauens aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts an. Am nördlichen Stadtrand wurden in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zwei große Wohngebiete in Typenbauweise errichtet. Die historische Altstadt von Annaberg, das Bergbaugebiet Buchholz mit St. Katharinen, das Bergbaugebiet Frohnau und das Bergbaugebiet Pöhlberg sind die nominierten Gebiete für die vorgesehene Kandidatur zum geplanten UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. St. Annenkirche  → Hauptartikel St. Annenkirche  Die St. Annenkirche ist das Wahrzeichen der Stadt und weithin sichtbar. Die 1525 fertiggestellte spätgotische Hallenkirche gehört zu den größten und kulturgeschichtlich wertvollsten Beispielen dieser Architekturform. Auf der Rückseite des Bergaltars befindet sich ein Gemälde des Bergbaues aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche war bis 1539 ein katholisches Gotteshaus, deshalb erinnert die reiche Innenausstattung eher an eine katholische als an eine evangelische Kirche. Weitere Sakralbauten St.-Katharinen-Kirche (Buchholz)  Die Kirche wurde um 1500 als dreischiffige Hallenkirche geplant. Spätestens 1523 wurden die Arbeiten jedoch eingestellt. Über mehrere Jahrhunderte blieb das Bauwerk unvollendet, das Kirchenschiff provisorisch abgeschlossen. Der Turmstumpf erhielt ein Satteldach mit Dachreiter. Erst in den Zeiten des industriellen Aufschwungs waren Ende des 19. Jahrhunderts ausreichend Mittel für einen repräsentativen Kirchenbau vorhanden. Unter der Regie des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel wurde der Bau zwischen 1874 und 1877 stark um- und ausgebaut. Dabei wurde das Kircheninnere im Stil der Neogotik komplett umgestaltet. Die Kirche erhielt eine neue Orgel der Firma Walcker. Der Turm wurde im Stil der Zeit wuchtig und markant ausgeführt, geschmückt mit Ecktürmchen und Kapitellen. Am 14. Februar 1945 brannte die Katharinenkirche bei einem Luftangriff aus, Gewölbe und Pfeiler stürzten ein, nur die Umfassungsmauern blieben erhalten. Bis 1975 wurde die Kirche in vereinfachter, schlichter Form wieder aufgebaut.  Wertvollstes Ausstattungsstück ist ein Flügelaltar von Hans Hesse aus der Zeit um 1515. Er stellt auf der Mitteltafel den heiligen Wolfgang im Bischofsornat vor einer Bergbaulandschaft dar. Die realistisch gestalteten Abbildungen des Bergbaus im Obererzgebirge nehmen einige Motive des Bergaltars in der St.-Annen-Kirche in Annaberg, dem weitaus bekannteren Hauptwerk von Hesse, vorweg. Auf den Seitenflügeln finden sich Darstellungen der heiligen Katharina sowie der Maria mit dem Jesuskind. Bergkirche St. Marien  → Hauptartikel Bergkirche St. Marien  Die zwischen 1502 und 1511 erbaute Bergkirche ist die einzige bergmännische Sonderkirche in Sachsen. Sie befindet sich an der Nordwestseite des Marktplatzes. In der Kirche wird auch der Annaberger Krippenweg präsentiert. Hospitalkirche St. Trinitatis  → Hauptartikel Trinitatiskirche  Die Kirche liegt nördlich der Annaberger Altstadt außerhalb der ehemaligen Stadtmauer. Sie gehört zu einem Komplex, der einst aus Kirche, Hospital und Stadtgottesacker bestand. Aus der Wallfahrt zu St. Trinitatis ist die Kät, das größte Volksfest im Erzgebirge, hervorgegangen. Eine Besonderheit dieser Kirche ist ihre Außenkanzel, die zur sagenumwobenen Friedhofslinde zeigt. In der lange leerstehenden Kirche sollte ein Zentrum für zeitgenössische Kunst entstehen. Die ehemaligen Gruften und Grabstätten (genannt „Güldener Schwibbogen“) wohlhabender Annaberger in unmittelbarer Nähe sind dem Verfall preisgegeben. Franziskanerkloster  → Hauptartikel Franziskanerkloster Annaberg  Das Kloster wurde 1502 gegründet und bestand bis zur Einführung der Reformation in der Stadt 1539. 1604 abgebrannt, sind heute noch Ruinen der einstigen Klosterkirche erhalten. Bereits im Zuge der Auflösung des Klosters wurden bedeutende Kunstwerke auf Kirchen der Umgebung verteilt, wie etwa die „Schöne Tür“ des Hans Witten, die in die St.-Annen-Kirche versetzt wurde. Pfarrkirche Heiliges-Kreuz  Das Gotteshaus wurde 1844 von der kleinen römisch-katholischen Gemeinde im evangelisch-lutherisch geprägten Erzgebirge errichtet. Das Altargemälde stammt von dem Dresdner Hofmaler Carl Vogel von Vogelstein etwa um 1840. Die erste Glocke läutete 1920. Orgeleinbau der Firma Jehmlich Orgelbau Dresden 1992. Heilige Messen und Andachten werden auch von hier aus in Bärenstein, Thum und Oberwiesenthal sowie im Sankt Anna-Heim Annaberg durchgeführt. Profanbauten Rathaus  Das Rathaus dominiert die Nordostseite des Annaberger Marktplatzes. In seiner heutigen Form entstand es in der Mitte des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Johann Christoph von Naumann (1664–1742).  Bereits seit den Anfängen der Stadt Annaberg im 15. Jahrhundert befand sich das Gebäude der städtischen Verwaltung an dieser Stelle. In den ersten Jahren in Holz ausgeführt, wurde 1536 erstmals ein steinernes Gebäude errichtet. Dieses fiel dem großen Stadtbrand von 1604 zum Opfer, auch Nachfolgebauten brannten 1664 und 1731 nieder.  Johann Christoph von Naumann war bis zum Tode Augusts des Starken dessen Hofarchitekt und hatte sich mit zahlreichen Barockbauten in ganz Sachsen einen Namen gemacht. Auch für das Annaberger Rathaus war ein üppig im Stil des Barock dekoriertes Bauwerk vorgesehen. Nach dem Tod Naumanns wurde das Gebäude 1751 in schlichterer, strengerer Weise errichtet. Entgegen ursprünglichen Planungen wurden dabei Elemente der Vorgängerbauten integriert. Bemerkenswert im Inneren ist das sogenannte Berghauptmannszimmer mit reichen Ausmalungen, die erst Mitte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt wurden. Weitere Profanbauten (Annaberg)      Haus Wilder Mann: Das Gebäude am Marktplatz gehört zu den ältesten Häusern der Stadt und geht auf das Jahr 1507 zurück. Aus dieser Zeit stammen eine spätgotische Holzbalkendecke und ein Zellsterngewölbe im Erdgeschoss. Seit Jahrhunderten wurde das Haus als Gaststätte und später als Hotel genutzt.     Haus Markt 2 mit einem Wappen der Familie Apian-Bennewitz     Haus Markt 3: Das Gebäude wurde ursprünglich 1519 errichtet, Gewölbe und Außenmauern sind aus dieser Zeit erhalten. Seit 1638 beherbergt es eine seit 1508 in der Stadt bestehende Apotheke.     Erzhammer: Das ehemalige Hotel Museum stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es wurde 1819 von der Annaberger Museumsgesellschaft übernommen und im gleichen Jahr durch einen großzügigen Anbau mit großem Festsaal im Obergeschoss ergänzt. Seitdem diente es vor allem kulturellen Zwecken. Ab 1948 wurde es von der SDAG Wismut genutzt, unter anderem als Klubhaus der Bergleute. Aus dieser Zeit stammt der heutige Name. Seit den 1950er Jahren ist es Kulturhaus des Landkreises bzw. der Stadt Annaberg-Buchholz.     Stadtbibliothek: Das Gebäude in der Klosterstraße wurde 1508 als Wohnhaus von dem Bergbauunternehmer („Fundgrübner“) Lorenz Pflock errichtet und beherbergte später über mehrere Jahrhunderte den Gasthof „Goldene Gans“. Das Haus weist gotische Gewölbe und ein Spitzbogenportal auf. Seit 1935 ist die 1871 gegründete Annaberger Bibliothek hier untergebracht. Seit einer umfassenden Sanierung 2003/04 wird das gesamte Haus über vier Geschosse von dieser Einrichtung genutzt.     Die heutige Superintendentur wurde 1538 von dem vermögenden Bergbauunternehmer der Stadt Annaberg, Kaspar Kürschner, errichtet. Für ein Bürgerhaus der damaligen Zeit hatte es beachtliche Ausmaße. Nach dem Bankrott Kürschners wurde es 1576 von der Stadt erworben und wird seither für kirchliche Zwecke genutzt.     Die Annaberger Stadtmauer wurde 1503 begonnen und war 1540 fertig gestellt. Sie umschloss auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern die gesamte Stadt mit fünf Toren, von denen drei als massive Haustore ausgeführt waren. Daneben existierten zwei Pforten. Für zusätzlichen Schutz sorgten insgesamt 19 Wehrtürme und Bastionen sowie teilweise ein Graben. Nach dem Rückgang des Bergbaus und dem damit verbundenen Bedeutungsverlust der Stadt Annaberg verfiel die Mauer zusehends. Im 17. Jahrhundert war sie bereits an einigen Stellen eingestürzt und wurde nur noch notdürftig repariert. Im Dreißigjährigen Krieg bot sie keinen ausreichenden Schutz, sodass sich die Stadt anrückenden Truppen ergab. Die Tore wurden noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts regelmäßig nachts verschlossen. Im Zuge der industriellen Revolution ab Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs Annaberg weit über die Stadtmauern hinaus. Zwischen 1833 und 1842 wurden nacheinander alle Stadttore abgebrochen, da sie dem zunehmenden Verkehr im Weg standen. Mehrere Wehrtürme wurden in Wohnhäuser umgebaut. Heute ist noch etwa ein Viertel der Stadtmauer erhalten. Seit den 1990er Jahren wurden einzelne Abschnitte aufwändig restauriert.     Die Festhalle ist ein ursprünglich 1906 aus Holz errichtetes Veranstaltungszentrum in der Annaberger Oberstadt. Sie war Schauplatz von Ausstellungen, Empfängen und Bällen. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts war das Gebäude so verfallen, dass es baupolizeilich gesperrt werden musste. 1985 wurde der deutlich größere Neubau eröffnet, der sich mit zahlreichen Veranstaltungen zu einem kulturellen Zentrum im oberen Erzgebirge entwickelte. Nach der politischen Wende diente die Festhalle kurzzeitig auch als Tagungszentrum, danach war sie bis zu ihrer Wiedereröffnung im August 2012 dem Verfall preisgegeben. Sie dient jetzt wieder als teilweise genutzte Mehrzweckhalle.     Der Barbara Uthmann-Brunnen wurde von dem Dresdner Bildhauer Robert Henze 1886 geschaffen, Henze schuf auch die Adam-Ries-Büste, derzeit im Park vor Trinitatis-Kirche, vorher auf dem Köselitz-Platz. 1942 zu Rüstungszwecken eingeschmolzen, konnte 2002 eine durch Spenden finanzierte Rekonstruktion des Denkmals wieder auf dem Annaberger Marktplatz aufgestellt werden.     Postmeilensäulen und Meilensteine: Im Stadtgebiet befinden sich zwei kursächsische Postdistanzsäulen - am ehemaligen Böhmischen Tor und am ehemaligen Wolkensteiner Tor, zwei königlich-sächsische Stationssteine am früheren Wolkensteiner und am einstigen Buchholzer Tor, ein königlich-sächsischer Abzweigstein am sogenannten Feldschlösschen (der Kreuzung der Bundesstraßen B 101 und B 95) und ein kursächsischer Viertelmeilenstein.  Weitere Profanbauten (Buchholz)      Ehemaliges Buchholzer Rathaus: Im Laufe der Jahrhunderte hatte die Buchholzer Stadtverwaltung an verschiedenen Standorten ihren Sitz. Das erste Buchholzer Rathaus befand sich 1501 bis 1609 am unteren Ende der Stadt. Zwischen 1638 und 1801 diente ein ausgebautes Bürgerhaus Verwaltungszwecken. Nach einem Brand wurde das Rathaus an gleicher Stelle wieder aufgebaut. An seinem jetzigen Standort am Buchholzer Markt befindet sich das Buchholzer Rathaus seit 1841 auf einem ehemaligen Trümmergrundstück des früheren Bergamtes, des sogenannten Kurfürstenhauses. Dieses Gebäude wurde 1901 unter Leitung von Friedrich Wilhelm Peschke (1851–1915) umgebaut. Es trug der gewachsenen Bedeutung von Buchholz als Industriestadt, dem damit verbundenen höheren Raumbedarf der Stadtverwaltung und gestiegenen Repräsentationsansprüchen Rechnung. Peschke setzte ein großzügiges Geschoss mit hohem Giebel auf und ergänzte das Bauwerk mit einem großen zentralen Turmaufsatz. Mit der Vereinigung von Annaberg und Buchholz verlor das Haus seine Funktion und dient seither als Büro- und Verwaltungsgebäude.     Statue Friedrich des Weisen auf dem Buchholzer Marktplatz  Museen Übersicht      Adam Ries-Museum mit Annaberger Rechenschule     Erzgebirgsmuseum mit dem Besucherbergwerk Im Gößner     Manufaktur der Träume     Studienraum Carlfriedrich Claus     Museum im Frohnauer Hammer/Herrenhaus     Besucherbergwerk Markus-Röhling-Stolln im Ortsteil Frohnau     Besucherbergwerk Dorothea-Stolln im Ortsteil Cunersdorf  Frohnauer Hammer  → Hauptartikel Frohnauer Hammer  Der Frohnauer Hammer ist ein historisches und voll funktionsfähig erhaltenes Hammerwerk im Ortsteil Frohnau. 1907 wurde es zum technischen Denkmal erklärt und kann seither besichtigt werden. Zum Museumskomplex gehören neben dem eigentlichen Hammerwerk unter anderem eine Ausstellung zu den geschmiedeten Produkten und das einstige Hammerherrenhaus. Theater und Kultureinrichtungen Eduard-von-Winterstein-Theater  Das heutige Eduard-von-Winterstein-Theater wurde am 2. April 1893 als erstes Theater im Erzgebirge mit einer Festaufführung von Goethes Egmont feierlich eröffnet. Die Titelrolle spielte Eduard von Winterstein, dessen Namen das Mehrspartenhaus seit 1981 trägt. Das Theater verfügt über 295 Sitzplätze und eine Studiobühne mit bis zu 50 Plätzen. 1998 wurde das Ensemble des Eduard-von-Winterstein-Theaters in die Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH integriert, in der gegenwärtig 151 Mitarbeiter beschäftigt sind. Im Eduard-von-Winterstein-Theater werden in den Sparten Musiktheater und Schauspiel jeweils fünf bis sechs Neuproduktionen pro Spielzeit auf der Hauptbühne erarbeitet. Zusätzlich finden Inszenierungen auf der Studiobühne statt. Außerdem bespielt das Eduard-von-Winterstein-Theater seit 1952 das Naturtheater Greifensteine mit 1200 Sitzplätzen, das Kulturhaus in Aue und andere Abstecherorte im Erzgebirge. Alte Brauerei Annaberg  Der Verein Alte Brauerei Annaberg e. V. agiert als soziokulturelles Jugend- und Kulturzentrum und ist zugleich Kulturveranstalter mit vielfältigen Konzert- und Kleinkunstangeboten. Neues Konsulat  Der Verein Lichtfabrik e. V. Neues Konsulat betreibt in der Buchholzer Straße 57 seit 1. August 2008 einen Filmkulturtreffpunkt sowie soziokulturelle Projekte. In diesem Haus befand sich seit 1879 die amerikanische Handelsvertretung für Posamenten und Schmucktextilien aus dem Erzgebirge. Sie wurde 1882 in ein USA-Konsulat umgewandelt. Kunstkeller  Verein zur Vermittlung und Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur speziell erzgebirgischer Künstler, aber auch von Künstlern des In- und Auslandes in der Wilischstraße 11. Gedenkstätten      Gedenktafel am Schützenhaus zur Erinnerung an die NS-Gegner, die dort 1933 misshandelt und anschließend der NS-Unrechtsjustiz ausgeliefert wurden     Gedenktafel von 1992 gegenüber dem Gasthaus Feldschlößchen zur Erinnerung an den Todesmarsch von 400 überwiegend französischen KZ-Häftlingen aus dem Außenlager Neu-Staßfurt des KZ Buchenwald, die im April 1945 bis Annaberg getrieben wurden und von denen nur 65 überlebten     Sowjetisches Ehrenmal und Grabstätten auf dem Alten Friedhof für Rotarmisten, sowjetische Kriegsgefangene sowie Männer und Frauen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden     Ehrenmal von 1949 auf demselben Friedhof für die Opfer des Faschismus und die Widerstandskämpfer gegen den Faschismus     Jüdischer Ehrenhain von 1957 auf dem Neuen Friedhof, Dresdner Straße, zur Erinnerung an die vertriebene jüdische Gemeinde und die Zerstörung des jüdischen Friedhofs durch das NS-Regime und zum Gedenken an die Opfer der Shoa     Gedenkstein an der Klosterstraße zur Erinnerung an die Opfer der DDR-Diktatur und an die Wende  Parks und Naturdenkmäler      Stadtpark mit Trinitatiskirche, Adam-Ries-Büste, Barbara-Uthmann-Grabdenkmal und Auferstehungslinde     Waldschlösschenpark Buchholz mit Parkhotel, Teich und Parkbühne     Stadtpark am Pöhlberg mit Tiergehege, Kinderspielplatz und Gaststätte     Pöhlberg mit Tiergehege, Aussichtsturm und Basaltformation Butterfässer     Schreckenberg mit Turmruine  Sport      Die Mehrzwecksporthalle Silberlandhalle hat 1400 m² Nutzfläche und bis zu 1300 Sitzplätze. Sie dient dem Vereinssport und für Veranstaltungen, zum Beispiel Konzerte.     Kurt-Löser-Sportplatz (bis 1990 „Kampfbahn“), Fußball- und Mehrzwecksportplatz mit 8000 m² Rasenfläche und 250 Sitzplätzen, 2008 generalüberholt und erweitert, benannt nach dem Annaberger Antifaschisten Kurt Löser.     Rollstuhltanzsport wird vom Christlichen Körperbehinderten-Verein und seine Freunde Annaberg e. V. angeboten.[14]  Regelmäßige Veranstaltungen      Ein alljährlicher Höhepunkt im Frühsommer ist das größte Volksfest in der Region, die Annaberger Kät.     Alle zwei Jahre im August findet das Klosterfest in den Ruinen vom Franziskanerkloster Annaberg statt.     Alle fünf Jahre wird das Berg- und Hammerfest im Ortsteil Frohnau (Frohnauer Hammer) veranstaltet.     Überregional ist der Annaberger Weihnachtsmarkt bekannt, der stets am vierten Advent mit einer der weltweit größten Bergparaden abgeschlossen wird.  Kulinarische Spezialitäten      Erzgebirgische Küche  Kirchen und Religionsgemeinschaften      Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz         St. Annenkirche         Bergkirche St. Marien         St.-Katharinen-Kirche in Buchholz         Friedhofskirche in Buchholz         Hospitalkirche St. Trinitatis         Martin-Luther-Kirche in Kleinrückerswalde         Haus der Hoffnung         Martin-Luther-Kirche in Cunersdorf         Kirche in Geyersdorf     Landeskirchliche Gemeinschaft zu Annaberg     Landeskirchliche Gemeinschaft zu Buchholz     Lutherische Bekenntnisgemeinde Annaberg-Buchholz     Evangelisch-methodistische Kirche     Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten     Freikirchliche Pfingstgemeinde Annaberg     Neuapostolische Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz     Gemeinde Annaberg der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)     Gemeinschaft in Christo Jesu (Lorenzianer)     Katholische Pfarrkirche Heiliges Kreuz (Dekanat Chemnitz, Bistum Dresden-Meißen)  Wirtschaft Ansässige Unternehmen Erzgebirgsklinikum  Traditionelle Wirtschaftszweige sind die Textilherstellung, die ihre Wurzeln im ausgehenden Mittelalter hat, Metall- Papier- und Holzverarbeitung sowie die Spielwarenindustrie. Nach der politischen Wende 1989/90 sind Industrie und verarbeitendes Gewerbe stark zurückgegangen. Dennoch hat die Region eine der höchsten Industriedichten (Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe) in Sachsen. Positive Entwicklungstendenzen verzeichnet die Automobilzulieferindustrie sowie das Dienstleistungsgewerbe, insbesondere der Tourismus. Annaberg-Buchholz zählt zu den wichtigsten touristischen Zielen in Sachsen, vor allem in der Vorweihnachtszeit.  Bedeutende Arbeitgeber: Arbeitgeber  Mitarbeiter  Anmerkung/Nachweis Annaberger Backwaren GmbH  172  [15] Bäckerei Roscher  230  [16] Baugeschäft Gotthard Rebentisch  50  [17] Bundesagentur für Arbeit   Sitz des Agenturbezirkes elektrobau Annaberg GmbH  70  [18] Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH  163  [19] Erzgebirgsklinikum  510   Erzgebirgssparkasse  1310  Mitarbeiter insgesamt Evangelische Schulgemeinschaft Erzgebirge  67  [20] Handtmann Leichtmetallgießerei Annaberg  370  [21] IAJ Institut für Ausbildung Jugendlicher gGmbH  130  [22] IDT Industrie- und Dichtungstechnik Werk Kupferring GmbH  130  [23] IVB Umwelttechnik GmbH  127  [24] M&M Exhaust GmbH    Obererzgebirgischen Posamenten- und Effekten-Werke (OPEW)   Posamentenindustrie Regionalverkehr Erzgebirge  664  Mitarbeiter insgesamt; Betreiber des Regionalverkehrs im Erzgebirgskreis; [25] reifra Kunststofftechnik GmbH  32  [26] Rodag Food GmbH   vormals Omnifood; Lebensmittelindustrie; [27] Ruther & Einenkel   Posamentenindustrie Schönfelder Papierfabrik GmbH  100  [28] Städtereinigung Annaberg GmbH  65  [29] Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz  270  [30] Stadtwerke Annaberg-Buchholz  55  [31] Technische Gebäudeausrüstung Annaberg GmbH  45  [32] Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH  30  [33] Wohn- und Pflegezentrum Annaberg-Buchholz  264  [34] Medien  In Annaberg-Buchholz erscheint eine Lokalausgabe der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse mit einer Lokalredaktion in der Stadt. Auch das Anzeigenblatt Erzgebirgs Rundschau wird in Annaberg redigiert. Außerdem hat dort das Sächsische Stadtradio Radio Erzgebirge der BCS Broadcast Sachsen GmbH & Co. KG ein Lokalstudio. Am Markt entsteht der WochenSpiegel für das Erzgebirge mit seiner Regionalausgabe des ehemaligen Landkreises Annaberg. Seit dem 18. Dezember 2011 erscheint die Online-Zeitung Annaberger Wochenblatt. Infrastruktur und Verkehr Annaberg-Buchholz, Unterer Bahnhof Fernstraßen  Annaberg-Buchholz liegt an der B 95 sowie an der B 101. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle an der A 72, Stollberg-West, ist ca. 25 Kilometer entfernt. Hier entsteht seit Mitte der 90er Jahre ein leistungsfähiger Zubringer.  Annaberg-Buchholz liegt zudem an der ersten sächsischen Ferienstraße, der auf einen historischen Verkehrsweg zurückgehenden Silberstraße. Eisenbahn  Seit 1866 besteht ein Bahnanschluss nach Chemnitz, die sogenannte Zschopautalbahn, die weiter nach Cranzahl bzw. Bärenstein führt und dort Anschluss nach Tschechien hat. Seit der Sanierung der Strecke wird diese von der Erzgebirgsbahn, einer Tochter der Deutschen Bahn, betrieben. Die Züge halten am Unteren Bahnhof. Daneben existieren ein Haltepunkt Annaberg-Buchholz Mitte sowie der Bahnhof Süd. Bis zur Stilllegung am 31. Dezember 1994 gab es einen Oberen Bahnhof an der Bahnstrecke Königswalde–Annaberg. Diese war in den letzten 30 Jahren ihres Bestehens eine reine Güterstrecke. Sie stellte den Eisenbahnanschluss für zahlreiche Industriebetriebe im Bereich der B 95, des östlichen Annabergs, her. Luftverkehr  Der nächstgelegene Verkehrslandeplatz befindet sich in Chemnitz/Jahnsdorf (28 km). Nächstgelegene Flughäfen mit Linienverkehr sind Karlsbad (CR) (60 km), Dresden (103 km), Prag (118 km) und Leipzig/Halle (131 km). Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV)  Die in Annaberg-Buchholz ansässige RVE Regionalverkehr Erzgebirge GmbH betreibt im Stadtgebiet insgesamt sieben Stadtbuslinien. Regionalbuslinien verbinden Annaberg-Buchholz mit der Region sowie mit Chemnitz, Dresden, und Karlovy Vary (Karlsbad/Tschechien). Bildung Schulgebäude der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge Baustart für die neue Zweifeld-Sporthalle der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge  Bereits zwei Jahre nach der Stadtgründung wurde 1498 eine erste Lateinschule erwähnt. Bekannt ist auch die Rechenschule von Adam Ries, die er Mitte des 16. Jahrhunderts in seinem Wohnhaus betrieb. Der Standort oberhalb der St.-Annen-Kirche hat eine besonders lange Tradition. 1549 entstand dort ein erstes Schulgebäude, das in den folgenden Jahrhunderten immer wieder neu- und umgebaut wurde. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1795. 1837 wurde ein zweites Schulgebäude unmittelbar daneben errichtet und 1882 umfassend erweitert. Der gesamte Komplex wurde bis 2010 zum Bildungszentrum Adam Ries umgebaut, das Grund- und Oberschule mit Ganztagsangeboten vereint.  1872 wurde für die Realschule ein neues Gebäude in der Münzgasse errichtet, 1894 eine zweite Bürgerschule in der heutigen Pestalozzistraße (jetzt Landkreisgymnasium St. Annen). 1900 wurde das neue Lehrerseminar eröffnet (ab 1925 eine höhere Mädchenschule, nach 1945 Krankenhaus, heute Evangelische Schulgemeinschaft Erzgebirge).  Die Städte Annaberg und Buchholz entwickelten sich im 19. Jahrhundert zu Zentren der Posamentenindustrie. 1858 wurde die Posamentenfachschule gegründet und erhielt 1909 einen großzügigen Neubau in der heutigen Straße der Einheit. Dort ist das Berufliche Schulzentrum für Technik, Ernährung und Wirtschaft untergebracht. Grundschulen      Grundschule im Bildungszentrum Adam Ries     Grundschule Friedrich Fröbel     Grundschule Kleinrückerswalde     Grundschule An der Riesenburg     Grundschule Maria Montessori  Oberschulen      Oberschule im Bildungszentrum Adam Ries     Oberschule J. H. Pestalozzi     Montessori-Oberschule in der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge  Gymnasien      Landkreis-Gymnasium St. Annen     Evangelische Schulgemeinschaft Erzgebirge     Berufliches Gymnasium für Wirtschaftswissenschaften  Berufsbildende Schulen      Berufliches Schulzentrum für Technik, Ernährung und Wirtschaft     Institut für Ausbildung Jugendlicher gGmbH     Freie Schulen Annaberg der ASG - Anerkannten Schulgesellschaft mbH  Persönlichkeiten Adam-Ries-Denkmal  → Liste von Persönlichkeiten der Stadt Annaberg-Buchholz  Bedingt durch die lange Bergbautradition und die damit verbundene Rolle Annabergs als Bergbaumetropole der frühen Neuzeit zog die Stadt in dieser Zeit zahlreiche Gelehrte an. Hervorzuheben sind insbesondere Adam Ries und Johannes Rivius. Unter den Söhnen und Töchtern der Stadt haben Barbara Uthmann (1514–1575) eine deutsche Unternehmerin, Christian Felix Weiße (1726–1804), der Begründer der deutschen Kinder- und Jugendliteratur, der Komponist und Schriftsteller Heinrich Köselitz (alias Peter Gast; 1854–1918) und der Künstler Carlfriedrich Claus (1930–1998) überregionale Bekanntheit erlangt. Literatur      Von Annaberg bis Oberwiesenthal (= Werte der deutschen Heimat. Band 13). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1968.     Annaberg. In: Max Grohmann: Das Obererzgebirge und seine Städte, Graser, Annaberg 1903, S.3-182     Die freie Bergstadt St. Annaberg, Sonderdruck aus dem Werk Sächsische Bau- und Kunstdenkmäler, Landesverein Sächsischer Heimatschutz Dresden 1933     Festschrift zur 400jährigen Jubelfeier der Stadt Annaberg 1496 - 1896. Schreiber, Annaberg 1896 (Digitalisat)     Führer durch die Stadt Annaberg i. Erzgeb. und ihre Umgebung. Einheimischen und Fremden gewidmet vom Erzgebirgsverein Annaberg, Kommissionsverlag von Grasers Verlag (Rich. Liesche). Annaberg 1908     Mitteilungen des Vereins für Geschichte von Annaberg und Umgegend. Graeser, Annaberg 1885ff. (mehrere Bände) (Digitalisat)     Verwaltungsberichte des Stadtrats zu Annaberg. Annaberg 1885ff. (Digitalisat)     Anonymus: Die Churfürstliche Sächs. freye Bergstadt St. Annabergk ... Chronikalische Aufzeichnungen über Annaberg und das Bergwerk. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 30. Annaberg-Buchholz 1995. (Abschrift der „Annaberger Chronik 1646“ von Michael Zirolt, bearbeitet von Helmut Unger) Download (pdf 147 kB)     Georg Arnold: Chronicon Annabergense Continuatum, Anno 1658, Reprintausgabe der ersten deutschsprachigen Chronik der Stadt Annaberg im Erzgebirge, Verlag v. Elterlein, ISBN 3-9800565-9-7     Johannes Bernhard Ficker: Annaberg von 1843 bis 1868. Ein Beitrag zur Geschichte dieser Stadt. Annaberg 1868 (Digitalisat)     Christian Meltzer: Historische Beschreibung des St. Catharinenberges im Buchholz. Annaberg o. J. (1929)     Rudolf Nicolai: 450 Jahre Buchholz und seine Kirche. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 39. Annaberg-Buchholz 2000. (Nachdruck eines Vortrages von 1951) Download (pdf 201 kB)     Joachim Reim: Buchholzer Geschichte und Geschichten. Aufgeschrieben und zusammengestellt zur 500-Jahrfeier der Stadt Buchholz im Jahre 2001. Heft 1. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 34. Annaberg-Buchholz 1999. Download (pdf 377 kB)     Joachim Reim: Buchholzer Geschichte und Geschichten. Aufgeschrieben und zusammengestellt zur 500-Jahrfeier der Stadt Buchholz im Jahre 2001. Heft 2. Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges. Heft 35. Annaberg-Buchholz 2000. Download (pdf 650 kB)     Manfred Riesche (Hrsg.): Festschrift zum 500-jährigen Jubiläum der Gründung der Stadt Annaberg. Verlag Erzgebirgs Rundschau, Annaberg-Buchholz 1996 (mit Beiträgen von Bernd Schreiter, Dr. Lothar Klapper, Peter Rochhaus u. a.).     Adam Daniel Richter: Chronica der freyen Berg-Stadt St. Annaberg. Bd. 1 und 2, Annaberg 1746/48 (Digitalisat SLUB)     Richard Steche: Annaberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 3.     Helmut Unger (Bearb.): Annaberg-Buchholz - Das Stadtbild im Spiegel grafischer Darstellungen aus vier Jahrhunderten. Hrsg.: Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz, Heft 1, Annaberg-Buchholz 1979[35]
Adolf-Hitler-Strasse in 1942, now Grosse Kirchgasse

Adolf-Hitler-Strasse then and now from the other direction
 
The Thingstätte, 1936-1938. The "Kuppelhalle"was destroyed in 1946 and replaced by a Soviet memorial.
 
The former Kreisführerschule Rauschenbachmühle then, in the service of the Nazi regime, and now, a nature centre

Königsbrück (Saxony)

Adolf-Hitler-Platz in 1939 and the market today in front of the rathaus

The other view of Hitler-Platz, still with the Schwarzer Adler  but without its fountain

Radebeul
A village Radebeul was first mentioned in 1349. In 1905 it absorbed the neighboring village of Serkowitz. On April 1, 1924 Radebeul became a town. Meanwhile, the neighboring village of Kötzschenbroda had taken over Lindenau in 1920 and Naundorf, Zitzschewig und Niederlößnitz by 1924, when it was made a town as well. In 1934 Wahnsdorf and Oberlößnitz joined Radebeul, and on January 1, 1935 the towns of Kötzschenbroda and Radebeul were united under the name of Radebeul ("Kötzschenbroda" having a Slavic root, this name was considered too "ungermanic" at the time). In 1947 Radebeul was made part of the district of Dresden. In 1995 it received the status of a major town inside the rural district (große Kreisstadt); when the rural district of Dresden (Dresden-Land) was dissolved, Radebeul became part of the district of Meißen. Transportation  The town can be reached by Dresdner Verkehrsbetriebe tram route 4 or by Dresden S-Bahn line S1, which serves four stations in Radebeul. Deutsche Bahn regional trains 18 and 50 also stop at Radebeul Ost station. Radebeul Ost is also the terminus of the historic Radebeul–Radeburg narrow-gauge steam railway and the station closest to the Karl May Museum. Controversy over Native American scalps at Karl May Museum  Despite the fact that Native American remains are sacred items, the Karl May Museum keeps and displays several actual Native American scalps. One of the scalps was obtained in the U.S. in 1904 by Karl May's friend, Patty Frank, who bought the scalp from Dakota Chief Swift Hawk for two bottles of whiskey, a bottle of apricot brandy and $100. Swift Hawk had cut the scalp from a member of the Ojibwe (Chippewa) Tribe.[2] Cecil Pavlat, an official with the Sault Ste. Marie Tribe of Chippewa Indians in Michigan, called the museum's act of displaying the scalps "inappropriate and unacceptable," and said, "These are human remains which should be buried respectfully and should never have been taken from the tribe in the first place." Members of the Chippewa Tribe say they are considering staging a protest at the annual Karl May Festival in Radebeul in May 2014.[3] Public Services and Health Care  The volunteer fire department of Radebeul looks back on a long tradition, being founded in 1897 and thus making it the oldest department of the city.  Today the volunteer fire department of Radebeul consists of four separate quarter departments: Radebeul-Ost, Kötzschenbroda (Naundorf), Lindenau and Wahnsdord. Each of the departments has his own junior firefighter section. The quarter department of Radebeul-Kötzschenbroda was founded 2008 in the course of the construction of a rescue central station in Radebeul West. In the process the volunteer fire departments of Radebeul-West and Naundorf where consolidated. The rescue central station also houses the "Technisches Hilfswerk Radebeul"  In 2011 the departments counted 136 members in total, 99 on active duty and 37 members in the elderly and honor department. The junior firefighter section had overall a number of 64 young members.  In 2012 the department got his long desired flag of honor. The assets cost (including gear) totaled a sum of around 12000 Euro, which were gathered through donations (citizen and companys alike). Every donator had the possibility to signature one of the flag nails with his name. The donation period lasted from March to the end of July 2012, enabling the makings of the flag in September. The flag consecration took place at the 08.11.2012. The departments of Meißen, Moritzburg and Coswig were invited to this ceremony. The flag consecration sponsorship was picked up by the county fire fighter organization of Meißen. As the patron stepped in the president of the parliament of Saxony, Dr. Rößler. The flag currently is stored at the city hall in Radebeul.

 
Villa Wach, aranyised in 1939 and appropriated from the Wach family, became the following year a national leader school as DRK Landesführerschule IV with the reichsadler affixed onto its pediment as shown in the period photograph. It also served during the war as an hospital used by the German Red Cross. After the war until 1957 it was used by the Soviet army as a gaol; today it serves as a children's and youth services centre.

Schkeuditz (Saxony)
Schkeuditz wurde im Jahre 981 erstmals unter dem Namen „scudici“ als Pfarrkirche im Bistum Merseburg urkundlich erwähnt. 1271 wurde Schkeuditz vom Markgrafen von Landsberg an das Fürstbistum Merseburg verkauft, welches dem Ort 1436 auch die Stadtrechte verliehen hat.  Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schkeuditz zwölfmal niedergebrannt und neunmal geplündert. Der Ortsteil Freiroda war 1660 von Hexenverfolgung betroffen. Sybille, Frau von Christoph Thebeß, geriet in einen Hexenprozess.[2]  Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte der Rückbau der Stadtbefestigung. Im Siebenjährigen Krieg war die Stadt von Preußen besetzt und hatte Abgaben an das preußische Militär zu entrichten. 1813 war der Leipziger Raum ein wichtiger Schauplatz der Befreiungskriege, weshalb Schkeuditz mehrfach von Preußen, Franzosen oder Russen belagert wurde. 1815 ging es infolge des Wiener Kongresses von Kursachsen an die Provinz Sachsen im Königreich Preußen über und wurde Teil des Kreises Delitzsch, Bezirk Merseburg.  1840 begann mit dem Anschluss an die Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig die Industrialisierung in der Stadt. 1845 erfolgte der Erlass der Gewerbefreiheit, der das wirtschaftliche Wachstum förderte. Die größte Malzfabrik Europas entstand 1873 in Schkeuditz. Der Aufschwung setzte sich fort, sodass der Anschluss an das Stromnetz 1901 erfolgte und ab 1910 eine Straßenbahnverbindung nach Leipzig bestand. Im selben Jahr verschwanden die Brunnen aus der Stadt und eine Wasserleitung nahm den Betrieb auf. Der Flughafen Leipzig/Halle entstand 1927 auf Schkeuditzer Gebiet. Er ist seitdem für die Stadt von großer Bedeutung und gilt als wichtigster Flughafen der neuen Bundesländer außerhalb Berlins.      Teil einer alten Außenwerbung der VEB Edelpelz „1000 Jahre Schkeuditz“ (Aufnahme von 2005)      Poststempel von 1952: „Schkeuditz, bekannt durch seine Pelzveredlung“. Abbildung eines Fuchsfells.  1858 wurde von elf Meistern die Kürschner-Innung Schkeuditz gegründet, 1926 zählte sie bereits 54 Mitglieder. Insbesondere durch die ebenfalls in dieser Innung vereinigten Rauchwarenzurichter und -veredler war das Pelzgewerbe zu der Zeit die größte Industrie und der größte Steuerzahler der Stadt. Ausschlaggebend für die Ansiedlung der Branche in Schkeuditz war die Nähe zum Leipziger Brühl, zeitweilig der Welt größtes Pelzhandelszentrum.[3] Der Niedergang des Gewerbes in der Region begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Wegzug der Firmen des Pelzgroßhandels nach Westdeutschland, insbesondere nach Frankfurt am Main. Bis etwa zur Wende bestand noch die VEB Edelpelz Schkeuditz, vorher KWU Stadtpelz-Veredlung, mit zwei Werken. Das Werk I war im Gebäude der ehemaligen Pelzgroßhandels- und Veredlungsfirma Thorer & Co. und der Tierhaarverwertung Rödiger & Quarch untergebracht.[4]  Das südöstlich der Stadt gelegene frühere Rittergut Altscherbitz stand im 19. Jahrhundert unter anderem im Besitz von Albert von Carlowitz. Ab 1876 wurde es als Provinzial-Irrenanstalt Altscherbitz genutzt. Diese diente in den 1930er und 1940er Jahren als „Zwischenanstalt“ für die Tötungsanstalt Bernburg im Rahmen der Aktion T4.  Papitz, Modelwitz und Altscherbitz sind seit 1929 Schkeuditzer Ortsteile.  Am 18. April 1945 zogen amerikanische Truppen in die Stadt ein, bevor sie am 2. Juli von der Roten Armee abgelöst wurden. Nach Ende des Krieges kamen etwa 4.500 Flüchtlinge in die Stadt. Das bislang zu Sachsen-Anhalt (Landkreis Merseburg) gehörende Schkeuditz kam im Zuge der Kommunalreform in der DDR 1952 zum Kreis Leipzig-Land im Bezirk Leipzig.  Am 1. Januar 1999 wechselte die um Glesien und Radefeld vergrößerte Stadt Schkeuditz vom Landkreis Leipziger Land zum Landkreis Delitzsch, während 556 ha Fläche und 7 Einwohner aus der ehemaligen Gemeinde Radefeld nach Leipzig ausgegliedert wurde.[5]  Ab dem 1.Januar 2008 gehörte Schkeuditz zum Landkreis Nordsachsen. Zum 1. Januar 2009 erfolgte die Erhebung zur Großen Kreisstadt. Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde  Datum  Anmerkung Altscherbitz  1929   Bienitz  1. Januar 2000  nur Dölzig inkl. Kleinliebenau, Burghausen und Rückmarsdorf kommen zu Leipzig, Priesteblich zu Markranstädt Dölzig  1. Januar 1994  Zusammenschluss mit Burghausen und Rückmarsdorf zu Bienitz Freiroda  1. März 1994  Eingemeindung nach Radefeld Gerbisdorf  1. Dezember 1972  Eingemeindung nach Freiroda Glesien  1. Januar 1999   Hayna  1. Juli 1973  Eingemeindung nach Radefeld Kleinliebenau  1. Januar 1957  Eingemeindung nach Dölzig Kursdorf  1. Januar 1994   Lössen  1. Juli 1950  Eingemeindung nach Wolteritz, 1985 durch Tagebau Breitenfeld devastiert Modelwitz  1929   Papitz  1929   Priesteblich  1973  Eingemeindung nach Dölzig Radefeld  1. Januar 1999  Teilausgliederung nach Leipzig (7 Einwohner) Wehlitz  1. Juli 1950   Wolteritz  1. März 1994  Eingemeindung nach Radefeld Einwohnerentwicklung  Entwicklung der Einwohnerzahl:      1885: 4592     1910: 7462     1925: 7936     1933: 13.548     1939: 14.846         1950: 18.913     1971: 16.392     1981: 14.208     1988: 15.173     1990: 19.473*         1998: 17.285     2001: 19.027     2003: 18.702     2005: 18.594     2007: 18.150         2011: 17.413[6]     2012: 16.877     2013: 16.961  * nach heutigem Gebietsstand Politik Kommunalwahl 2014[7] Wahlbeteiligung: 40,0 % (2009: 40,2 %)  % 30 20 10 0 24,15 % 29,68 % 15,44 % 14,52 % 5,78 % 10,43 % CDU FW Linke SPD FDP Grüne Gewinne und Verluste im Vergleich zu 2009  %p    8    6    4    2    0   -2   -4   -6 -0,70 %p +5,63 %p +1,25 %p +2,37 %p -4,95 %p +6,88 %p CDU FW Linke SPD FDP Grüne Neues Bürgeramt in Schkeuditz Gemeinderat  Nach den Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:[8] Partei / Liste  Sitze  G/V CDU  6  ± 0 Freie Wähler  7  + 1 LINKE  3  ± 0 SPD  3  ± 0 FDP  1  − 1 Grüne  2  + 2 FWV Dölzig  0  − 2  G/V = Veränderung zu 2009 Wappen  Das Wappen hat eine rote Farbe und zeigt einen enthaupteten Heiligen in silbernem Gewand, der seinen Kopf, nimbiert und auf einem weißen Buch aufliegend in den Händen hält. Wo die Beine der Figur zu vermuten wären, ist ein goldgefärbtes Schildlein, das mit einem durchgehenden schwarzen Kreuz belegt ist.  Der Heilige ist der Alban von Mainz. Er wird als Schutzheiliger der Stadtkirche verehrt. Urkundlich ist er 1436 in einer Urkunde erwähnt, als Relief an der Kirche aber schon um 1200 bekannt. Das schwarze Kreuz war das Zeichen des Bistums Merseburg.[9] Städtepartnerschaften      Seelze (Niedersachsen)     Bühl (Baden-Württemberg)     Villefranche-sur-Saône im Beaujolais (Frankreich)     Oslavany (Tschechien)  Verbindung ohne förmliche Festigung:      Călăraşi in Moldawien (seit 2000)  Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater und Museen Stadtmuseum art Kapella auf dem alten Friedhof in Schkeuditz  In der Mühlstraße befindet sich das Stadtmuseum mit den Ausstellungsschwerpunkten Vor- und Frühgeschichte, Stadtgeschichte, Handwerk und Spielzeug.  Darüber hinaus befindet sich in Schkeuditz seit 1978 das Astronomische Zentrum, zu dem auch ein Planetarium gehört. Der Ortsteil Modelwitz ist für das Spielzeugmuseum bekannt. Musik  Eine ehemalige Kapelle auf dem Alten Friedhof wurde unter dem Namen art Kapella zu einer Ausstellungshalle umgebaut. Hier werden es im Wechsel von etwa sechs Wochen verschiedenartige Kunstausstellungen gezeigt. Viel Wert wird dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Internationalität und regionaler Verbundenheit gelegt. Über die Grenzen von Schkeuditz hinaus ist auch der Chor Art Kapella bekannt, den eine langjährige Freundschaft mit dem Chor Arion Glesien (ehemals Gemischter Chor Glesien) verbindet.[10]  Das Kulturhaus Sonne, welches direkt am Markt gelegen ist und etwa 500 Gästen Platz bietet, wird erstmals vor 450 Jahren als Gasthof Goldene Sonne erwähnt. 1892 wurde der Festsaal eingeweiht. Die Kassenfabrik Walter und Paul Lehmann war von Juli 1920 bis Oktober 1922 im Haus ansässig. Von 1927 bis 1937 beherbergte die Sonne die Buchdruckerei M. Wachsmuth von 1927 bis 1937. 1937 übernahm Albert Werther die Buchdruckerei und führte diese im Haus noch bis 1953. Nur wenig später plante man die Einrichtung eines Kulturhauses. Am 7. Oktober 1958 wurde es eingeweiht. In ihm werden bis heute regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen durchgeführt. Von 2000 bis 2002 wurde das Gebäude umfassend saniert. 2014 war unter anderem das Leipziger Symphonieorchester zu Gast. Bauwerke Kirche in Gerbisdorf Kirchenschiff in Hayna  Im Ortsteil Kleinliebenau befindet sich eine Rittergutskirche am Ökumenischen Pilgerweg mit einem umfangreichen Kulturleben.  Im Ortsteil Dölzig befindet sich eine spätgotische Stiftskirche mit dreiseitig geschlossenem Chor, der Maßwerkfenster und ein Sterngewölbe besitzt. Auf die ursprüngliche romanische Kirche verweisen der quer-rechteckige West-Turm mit gekuppelten Rundbogenfenstern. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde am Südostpfeiler eine Sonnenuhr installiert. 1706 wurde die Kirche umgebaut. Vermutlich erhielt das Kirchenschiff bei diesem Umbau seine verputzte Holzdecke in Gestalt eines Spiegelgewölbes sowie den Altar aus Holz mit vier korinthischen Säulen, Moses und Johannes der Täufer zur Seite, Christus mit der Kreuzesfahne auf der Verdachung und die Kanzel mit figürlichen Darstellungen der vier Evangelisten. Den Kanzeldeckel krönt eine Sonne mit Engelsfiguren. In der Kirche befindet sich zudem auch ein erst kürzlich restaurierter Taufengel mit Palmzweig, der über dem Taufbecken schwebt.[11] Grünflächen und Naherholung  Ein besonderer Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind die Lehmlachen bei Papitz. In diesem Gebiet wurde Lehm zur Ziegelherstellung gewonnen. Nach dem angebrochenen Betonzeitalter beendeten um 1960 die Altscherbitzer und 1974 die Modelwitzer Ziegelei ihren Betrieb. Die jüngsten Lehmabbaugebiete – die Papitzer Lehmlachen und das Große Gehege – sind Teil des 1990 festgesetzten Naturschutzgebietes Luppenaue. Weitere Sehenswürdigkeiten Schladitzer See Schaufelrad SRs 6300 bei Gerbisdorf aus dem ehemaligen Tagebau Breitenfeld      Auwald mit den Ausflugsgaststätten Domholzschänke und Goldener Hirsch in Dölzig.     weitere Kirchen in Freiroda, Gerbisdorf, Glesien, Hayna, Radefeld; Schkeuditz (evangelisch und katholisch) und Wolteritz.     Rittergüter u.a. in Modelwitz und Wehlitz     Schladitzer See u. a. mit einem Biedermeierstrand.     Technisches Denkmal Schaufelrad SRs 6300 bei Gerbisdorf aus dem ehemaligen Tagebau Breitenfeld.  Gedenkstätten      Gedenkstein vor dem Gemeindeamt des Ortsteiles Dölzig für alle Opfer des Faschismus     Grabstätten auf dem Ortsfriedhof von Dölzig für die ermordeten Antifaschisten Kurt Schröter, Kurt Mätschke und Paul Wäge sowie für einen unbekannten Bürger der Sowjetunion     Ehrenhain auf dem Ortsfriedhof von Schkeuditz für sowjetische Kriegsgefangene, die Opfer von Zwangsarbeit wurden     Gedenksteine im Hof einer Lehrwerkstatt Delitzscher Straße und in der Schule Ringstraße 10 zur Erinnerung an den Kommunisten Kurt Beyer, der 1941 im KZ Dachau starb, wurden nach 1990 beseitigt  Sport  In Schkeuditz bieten insgesamt 56 Sportvereine die Betätigung in über 120 Sportarten an. Obwohl sich Schkeuditz im Flachland befindet, gehören auch Bergsteigen und Skilaufen dazu. Ein Schwerpunkt der Vereine liegt in der sportlichen Förderung von Kindern. Im Fußball ist vor allem der SC Eintracht Schkeuditz aktiv, dessen erste Männermannschaft sowie die erste Frauenmannschaft zur Saison 2014/15 in der Leipziger Stadtliga spielen. Im Handball ist die TSG Schkeuditz mit der ersten Frauenmannschaft in der Verbandsliga Sachsen vertreten. Zudem bietet dieser Verein auch Leichtathletik, Ski, Volleyball und weitere Breitensportarten. Regelmäßige Veranstaltungen  Ende Juni findet in Schkeuditz das Stadtfest statt. In der gesamten Stadt finden während des drei Tage dauernden Festes Konzerte und Theatervorführungen sowie ein großer Schaustellermarkt statt. Jährlich im Herbst veranstalten die Vereine der Stadt die Schkeuditzer Kulturtage. Organisiert sind die Vereine hierzu unter dem Dach des KulturKreis e.V. Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Zentralterminal des Flughafens Leipzig/Halle  Die Wirtschaft der Stadt ist vom Flughafen Leipzig/Halle dominiert. Daraus resultiert auch eine sehr gute Quote von 814 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner, was bedeutet, dass es in Schkeuditz mehr Arbeitsplätze als erwerbsfähige Personen gibt. Deshalb ist die Stadt eine Einpendlerstadt. In Schkeuditz befinden sich zahlreiche Unternehmen der Logistikbranche, so betreibt etwa die Deutsche Post hier ein Brief- und ein Paketzentrum. Die Posttochter DHL hat mit dem DHL Hub Leipzig ihr europäisches Luftfrachtdrehkreuz samt dem Flugzeugwartungsbetrieb European Air Transport Leipzig hier angesiedelt, und die Stadt ist Firmensitz der Frachtfluggesellschaft Aerologic, einem gemeinsamen Unternehmen von DHL und Lufthansa Cargo. Daneben existieren diverse Firmen wie Bitzer und Faiveley Transport Leipzig als Nachfolger des ehemaligen Maschinen- und Apparetebau Schkeuditz (MAB) als einst mit 3.500 Mitarbeitern größter Betrieb des Kombinates Luft- und Kältetechnik in der DDR.  Im Ortsteil Altscherbitz gibt es zwei Krankenhäuser: Die Helios-Klinik Schkeuditz (135 Betten) als Krankenhaus der Regelversorgung und das Sächsische Krankenhaus Altscherbitz als Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie (235 Betten). 1999 ging der Langzeitpflegebereich in die Trägerschaft des Kreisverbandes der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental e.V. über, die die "Lebensgemeinschaft am Elstertal" als Wohnstätte für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung gründete. Verkehr S-Bahnhof Schkeuditz  Schkeuditz ist ein Verkehrsknotenpunkt. Am Schkeuditzer Kreuz, unmittelbar nordwestlich der Stadt gelegen, treffen die Bundesautobahn 9 (Berlin–München) und die Bundesautobahn 14 (Magdeburg–Dresden) aufeinander. An der A 9 ist die Stadt über die Anschlussstelle Großkugel (16) und an der A 14 über die Anschlussstelle Schkeuditz (21) zu erreichen. Der Ortsteil Dölzig ist über die im direkt angrenzenden Sachsen-Anhalt gelegene Anschlussstelle Leipzig-West (17) der A 9 zu erreichen.  Durch die Stadt führen in Ost-West-Richtung die Bundesstraße 6 von Halle nach Leipzig und in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 186 von Schkeuditz nach Markranstädt. Ehem. Straßenbahnhof Schkeuditz  An das Eisenbahnnetz ist Schkeuditz über die Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig und die Bahnstrecke (Ebensfeld–)Gröbers–Leipzig angebunden. An ersterer liegen die Bahnhöfe Schkeuditz und Schkeuditz West, die von der S 3 der S-Bahn Mitteldeutschland angefahren werden. An letzterer Strecke liegt der Bahnhof Flughafen Leipzig/Halle, der von Regionalexpress- und Fernverkehrszügen bedient wird. Durch den Ortsteil Dölzig führen die 1998 eingestellte Bahnstrecke Merseburg–Leipzig sowie der unfertige Elster-Saale-Kanal.  An den ÖPNV ist die Stadt durch die Straßenbahnlinie 11 der Leipziger Verkehrsbetriebe angebunden. Sie hat im Zentrum von Schkeuditz ihre Endhaltestelle. Eröffnet wurde die Strecke 1910 von der Leipziger Außenbahn AG (LAAG).  Nördlich des alten Stadtkerns und damit im nördlichen Stadtgebiet liegt der Flughafen Leipzig/Halle. Schulen Leibniz-Grundschule in Schkeuditz, 1875 erbaut  Schkeuditz hat vier Grundschulen, davon eine in Dölzig sowie eine in Glesien, außerdem eine Mittelschule, ein Gymnasium sowie ein Berufliches Schulzentrum. Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt      Carl Melchior Bose (1681–1741), Stifts- und Konsistorialrat sowie Domherr und Senior des Hochstifts Merseburg     Constantin Schroeter (1795–1835), Genre- und Porträtmaler der Biedermeierzeit     August Trinius (1851–1919), Schriftsteller     Wilhelm Binroth (1891–1964), Maler     Helmut Welz (1911–1979), Offizier, Buchautor und Oberbürgermeister von Dresden     Alfred Trebchen (1915–2011), MdL, Oberbürgermeister von Lüneburg (SPD), geboren in Dölzig     Gerhard W. Menzel (1922–1980), Schriftsteller     Gerulf Pannach (1948–1998), Rockpoet, Komponist, Sänger und Gitarrist, unter anderem für Renft     Frank Siebeck (* 1949), Hürdenläufer     Christian Köckert (* 1957), ehem. Innenminister von Thüringen (CDU), geboren in Dölzig     Markus Teutschbein (* 1971), Dirigent, Kirchenmusiker und Kapellmeister     Mark Siebeck (* 1975), Volleyball-Nationalspieler     Peter Sack (* 1979), Kugelstoßer     Dirk Laucke (* 1982), Dramatiker  Darüber hinaus stammt die Familie Lessing aus Schkeuditz. Eine von den Lessings privat herausgegebene Familienhistorie sowie das Gesamtwerk Gotthold Ephraim Lessings in Erstausgaben ist im Schkeuditzer Heimatmuseum vorhanden. Personen, die mit Schkeuditz in Verbindung stehen      Friedrich II. von Hoym († 1382), katholischer Bischof, erwarb im 14 Jhd. die Stadt für das Bistum Merseburg     Christiane Sophie Ludwig (1764–1815), Schriftstellerin, lebte und starb in Schkeuditz     Ewald Rudolf Stier (1800–1862), Theologe und Kirchenlieddichter, 1850 bis 1859 Superintendent und Oberpfarrer in Schkeuditz     Albert von Carlowitz (1802–1874), sächsischer und preußischer Politiker, lebte auf Gut Altscherbitz     Adolf Bleichert (1845–1901), Unternehmer, Gründer einer Maschinenfabrik und Eisengießerei in Schkeuditz     Hermann Siebold (1873–1951), Politiker (SPD), starb in Schkeuditz     Anna Hübler (1876–1923), Politikerin, starb in Schkeuditz     Paul Schnabel (1887–1947), Althistoriker und Altorientalist, starb in Schkeuditz     Günther Ramin (1898–1956), Organist, Cembalist, Chorleiter und Komponist, lebte ab 1903 mit seiner Familie in Schkeuditz     Johannes Volkmann (1889–1982), Chirurg, war Chefarzt am Krankenhaus Schkeuditz     Manfred Losch (1938–2009), Leichtathlet, starb in Schkeuditz     Hans Ticha (* 1940), Maler, Grafiker und Buchillustrator, ging von 1946 bis 1958 in Schkeuditz zur Schule     Gerda Viecenz (1944–2005), Förderin der bildenden Kunst, gründete das soziokulturelle Zentrum Art Kapella Schkeuditz 
The rathaus on Adolf-Hitler-Platz and today


Augustusburg    (Saxony)

 
The former Gauführerschule and today, now known simply as schloss Augustusburg. It is claimed that the furniture from the Reichschancellery was sent here before the end of the war, later to be confiscated by the Soviets. 

Kamenz (Saxony)
Birthplace of  Bruno Hauptmann, convicted kidnapper of the son of Charles Lindbergh.

 Kamenz aus der Luft Die Stadt Kamenz über den Bautzener Berg von der Hohen Straße aus gesehen: links die Hauptkirche St. Marien, in der Mitte das Rathaus, rechts die Klosterkirche St. Annen; im Hintergrund der Hutberg  Die Stadt liegt in der Westlausitz, westlichen Oberlausitz, am Fuße des Hutberges im Naturraum Westlausitzer Hügel- und Bergland. Die Gegend bildet die Nahtstelle zwischen der flachen Teichlandschaft im Norden, eine der größten Wasserflächen – der Deutschbaselitzer Großteich – befindet sich auf Kamenzer Gebiet, und dem Lausitzer Bergland im Süden. Dementsprechend ist die Landschaft im Norden von flachwelliger Heide geprägt, die nach Süden hin relativ rasch ansteigt und im Ortsteil Hennersdorf bereits Mittelgebirgscharakter zeigt. Von Süden kommend und sich im Stadtgebiet mit einigen weiteren kleinen Bächen, wie dem „Langen Wasser“, vereinigend durchfließt die Schwarze Elster Kamenz in Richtung Norden. Geologie  Unmittelbar unter den Straßen der Stadt, unter einer nur mäßig starken Lössschicht, befinden sich massive Grauwackefelsen, die an einigen Stellen von Granitaustritten unterbrochen werden und zum Teil direkt aus dem Boden ragen. Beide Gesteine wurden früher intensiv abgebaut, wovon noch heute mehrere zugelaufene Steinbrüche im Stadtgebiet (zum Teil unmittelbar neben Wohnvierteln) zeugen. Bedeutendster Steinbruch dürfte der achtzig Meter tiefe Steinbruch Sparmann sein, der heute ein beliebtes Tauchgebiet ist. Im Norden und Nordosten findet man Kies und Kaolinvorkommen, die durch das Elbe-Urstromtal entstanden. Nachbargemeinden  Angrenzende Gemeinden sind im Norden und Nordosten Oßling, im Osten Nebelschütz, im Südosten die Stadt Elstra, im Südwesten Haselbachtal sowie im Westen und Nordwesten die Gemeinde Schönteichen. Stadtgliederung  Kamenz umfasst neben der eigentlichen Stadt folgende Ortschaften[2]: Ortschaft  Einwohner[3]  Eingemeindungs- datum  Anmerkung Bernbruch  333  1. Januar 1999   Deutschbaselitz Němske Pazlicy  448  1. Januar 1999   Gelenau  329  1. Januar 1999  vorher Gemeinde Lückersdorf-Gelenau Hennersdorf  115  1. Januar 1999  vorher Gemeinde Lückersdorf-Gelenau Jesau Jěžow  1766  1935   Lückersdorf  404  1. Januar 1999  vorher Gemeinde Lückersdorf-Gelenau Schiedel  93  1. Januar 1999  vorher Gemeinde Zschornau-Schiedel Thonberg Hlinowc  325  1. Januar 1974  war nie eine eigenständige Gemeinde, gehörte vorher zu Wiesa Wiesa Brěznja  705  1. Januar 1974   Zschornau Čornow  237  1. Januar 1999  vorher Gemeinde Zschornau-Schiedel  Rund um die katholische Kirche St. Maria Magdalena, heute im Zentrum der Stadt, liegt außerdem das Gebiet der ehemals eigenständigen Gemeinde Spittel, die 1903 eingemeindet wurde. Geschichte Kamenz im Jahre 1837  Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde an der Stelle der heutigen Altstadt eine Burg zur Sicherung des Überganges der Via Regia über die Schwarze Elster erbaut. Die Via Regia war damals ein überregional bedeutender Handelsweg von Belgien bis hinein nach Schlesien. 1225 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, seit 1319 war Kamenz freie Stadt. 1346 wurde der Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet, dessen westlichste Mitgliedsstadt Kamenz wurde. Am 6. Oktober 1429 wurde Kamenz für mehrere Tage von den Hussiten belagert und anschließend eingenommen. Die historischen Nachrichten sprechen davon, dass sich die meisten Bewohner zuvor durch Flucht retten konnten und in Dresden Aufnahme fanden. Die böhmischen „Gottesstreiter“ suchten auch die nähere Umgebung heim und verwüsteten das offene Landstädtchen Wittichenau und das Kloster St. Marienstern. Danach zogen sie gegen Bautzen.[4] 1547 war Kamenz somit auch vom Oberlausitzer Pönfall betroffen.  In Kamenz wurden 1607–1655 Hexenverfolgungen durchgeführt: 1607 wurde Peter Babus, Henker in Kamenz, in einem Hexenprozess zum Tode verurteilt und 1655 Diakon Kaspar Dulichius enthauptet.[5]  Im Jahre 1707 vernichtete ein großer Stadtbrand viele Häuser in der Altstadt. 1729 wurde der Dichter und Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing in Kamenz geboren.  1896 wurde in Kamenz auf Grund eines königlichen Beschlusses eine ständige Garnison eingerichtet. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde hier und in den anderen beiden Garnisonen der sächsischen Oberlausitz (Zittau und Bautzen) das Königlich Sächsische Reserve-Infanterie-Regiment 242 aufgestellt.  Während des Zweiten Weltkrieges vom Oktober 1944 bis April 1945 wurde im Gebäude der stillgelegten Tuchfabrik Gebr. Noßke & Co., Herrental Nr. 9 (Tarnname „Elster GmbH") ein Außenlager des KZ Groß-Rosen betrieben, in dem nahezu tausend Häftlinge, unter ihnen 150 Juden, für die Daimler-Benz AG Flugzeugmotorenteile herstellen mussten. Bis 1990 befand sich in Kamenz die Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung Franz Mehring der NVA mit zeitweise 1.500 Studierenden. Die blau-grauen Uniformen bestimmten das Bild der Kleinstadt. Bis Juli 2008 bestand der Landkreis Kamenz. Religionen  Im Jahre 1925 waren von 11.165 Einwohnern 9.566 evangelisch-lutherisch (85,7 %)[6]. 2011 waren unter 15.582 Einwohnern nur noch 3.000 evangelisch (19,3 %) und 1.090 katholisch (7,0 %), während 11.490 keiner oder einer sonstigen Konfession angehörten (73,7 %).[7] Einwohnerentwicklung Einwohnerentwicklung der Stadt Jahr  EW 1834  3.844 1871  6.404 1875  6.784 1880  6.820 1885  7.211 1890  7.749 1910  11.533 1925  11.165 1933  11.426 1939 (17.5.)  14.483 1946 (29.10.)  13.862 1950 (31.8.)  14.331 1955  14.981 1956  14.931 1957  14.857 1958  14.876 1959  14.944   Jahr  EW 1960  14.888 1962  15.461 1963  15.350 1964  15.905 1965  16.236 1966  16.585 1967  16.657 1968  16.618 1969  16.528 1970  16.653 1971  16.532 1972  16.289 1973  16.315 1974  18.221 1975  18.001 1976  18.052 1977  18.030   Jahr  EW 1978  18.001 1979  17.898 1980  18.143 1981  18.410 1982  18.377 1983  18.410 1984  18.339 1985  18.269 1986  18.323 1987  18.229 1988  18.126 1989  18.016 1990 (3.10.)  19.954 1997  18.882 1998  19.013 1999  19.136 2000  19.010   Jahr  EW 2001  18.848 2002  18.606 2003  18.440 2004  18.308 2005  18.129 2006  18.009 2007  17.802 2008  17.431 2009  17.171 2010  16.990 2011 (30.11.)  16.819 2012  15.432 2013  15.301  Bei den Werten von 1834 bis 1950 handelt es sich um Volkszählungsergebnisse, danach überwiegend um Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Sie entsprechen bis 1989 dem jeweiligen Gebietsstand, ab 1990 dem heutigen. Konnte ein anderer Stichtag als der 31. Dezember ermittelt werden, ist dieser angegeben. Politik Rathaus von Kamenz Stadtrat  Der Stadtrat von Kamenz zählt 22 Stadtverordnete und setzt sich seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt zusammen: Parteien und Wählergemeinschaften  2014  2009  %  Sitze   %  Sitze Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)  29,2  7  20,6  5 Die Linke (LINKE)  27,2  7  27,5  7 Wählervereinigung Kamenz und Ortsteile  14,6  3  12,9  3 Wählervereinigung Wir für Kamenz  11,1  2  10,3  2 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)  7,3  1  9,2  2 Freie Demokratische Partei (FDP)  7,0  1  10,6  3 Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE)  3,8  1  3,3  0 gesamt  100,0  22  100,0  22 Wahlbeteiligung  48,1 %  48,5 %  Kamenz ist die größte Stadt Deutschlands, in deren Stadtrat die SPD nicht vertreten ist. Wappen  Beschreibung: In Blau eine goldene Zinnenmauer mit geöffnetem Tor und silbernen Flügeln, auf der Mauer zwei sechseckige goldene gezinnte Türme und je drei unbelichtete Fenster. Zwischen den Türmen auf der Mauer gestellt ein goldener Dreiecksgiebel, der in einer gekürzten goldenen Lilie ausläuft. Auf den Türmen wachsend je ein rotgekleideter goldenes Hifthorn blasender Turmwärter ein rotes Wappenschild mit einem silbernen aufgerichteten goldgekrönten doppelschwänzigen Löwen haltend.  Auf dem Vollwappen ein goldener gekrönter Bügelhelm mit rot-silberner zur rechten und blau-goldener Helmdecke zur linken Seite. Die Helmzier zwischen dem schwarzen Flug ist ein wachsender silberner goldgekrönter doppelschwänziger Löwe.  Im Jahr 1319 nahm die Stadt Kamenz nach ihrem Lossagen von der Grafenherrschaft ein neues Stadtwappen an. Die goldenen Zinnenmauer steht im Wappen für die Wehrhaftigkeit der Stadt und der doppelschwänzige Löwe bekundet die böhmische Oberhoheit.[8] Städtepartnerschaften      Alzey (Rheinland-Pfalz)     Kolín (Tschechien)     Karpacz (Polen)  Kultur und Sehenswürdigkeiten Blick über die Kamenzer Innenstadt Marktplatz Theater  Kamenz unterhält ein Theater, das 1999 wiedereröffnet wurde und seitdem, außer für Schauspiel, auch für Kabarett, Konzerte und Ähnliches genutzt wird. Museen  In der Stadt gibt es drei Museen: Das Lessing-Museum widmet sich dem berühmtesten Sohn der Stadt Gotthold Ephraim Lessing. In der Klosterkirche und im Sakralmuseum St. Annen werden die Kunst- und Kirchenschätze der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Kamenz gezeigt. Das Museum der Westlausitz präsentiert vorwiegend Ausstellungen zur regionalen Natur, Landschaft und Geschichte. Bauwerke  Das Rathaus Kamenz wurde 1847 bis 1848 durch Carl August Schramm im Stil der italienischen Neorenaissance erbaut. Auf dem Markt vor dem Rathaus befindet sich der Andreasbrunnen mit Justitia-Statue aus Sandstein. Hauptkirche St. Marien Lessingturm auf dem Hutberg  Im Süden der Altstadt sind Reste der mittelalterlichen Stadt- und Klosterbefestigung zu sehen, vor allem der Rote Turm, die Stadtschreiberbastei („Pichschuppen“), die Mönchsmauer und das Klostertor. Die evangelische Hauptkirche St. Marien (erbaut 1275 bis 1479, spätgotische Hallenkirche) ist die einzige aus Granit erbaute Hallenkirche nördlich der Alpen. Unmittelbar daneben steht die Katechismuskirche (Wehrkirche, vor 1358). Ebenfalls im Süden der Stadt liegt das Barmherzigkeitsstift mit Bönisch-Mausoleum, ein 1826 fertiggestelltes Krankenhaus für die Ärmsten der Armen.  Am Nordrand der Altstadt steht die Klosterkirche St. Annen (ca. 1510) mit insgesamt fünf spätgotischen Schnitzaltären und weiteren sakralen Kostbarkeiten. Gegenüber befindet sich die Lessing-Gedenkstätte am ehemaligen Standort des Geburtshauses Lessings. Das Lessinghaus gehört zu den 20 kulturellen Gedächtnisorten in den neuen Ländern. Weiter westlich steht eine Kursächsische Postdistanzsäule, errichtet 1725 am ehemaligen Königsbrücker Tor, heute Bönischplatz. Die vierte evangelische Kirche der Stadt ist die Begräbniskirche St. Just, die bereits als Pilger-Kapelle vor 1377 genannt wird.  Am äußersten Westrand der Kernstadt liegt die Hutbergbühne, eine Freilichtbühne für bis zu 10.000 Zuschauer. Am Ortsausgang Richtung Pulsnitz steht ein Königlich-sächsischer Ganzmeilenstein aus der Zeit von 1859 bis 1860. Eine Gedenktafel am Fabrikgebäude Herrental Nr. 9 erinnert an 125 KZ-Häftlinge, die Opfer von Zwangsarbeit wurden. Natur      Hutberg (297 m) – Parkanlage mit Rhododendren, Azaleen und verschiedenartigen Gehölzen.     Etwa 32 Prozent des umgebenden ehemaligen Landkreises Kamenz stehen unter Landschafts- bzw. Naturschutz, es existiert ein gut ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz.  Sport  In Kamenz ist der SV Einheit Kamenz beheimatet, dessen 1. Fußball-Männermannschaft in der Landesliga Sachsen spielt.  Im alten Stadtbad befindet sich ein Skaterpark, dessen Skater verschiedene Meisterschaften gewonnen haben.  Erstmals fand 2004 durch die VDH e. V. (Vereinigung Deutscher Handywerfer e. V.) die erste deutsche Meisterschaft im Handywerfen in Kamenz statt, wo 2005 auch die ersten Europameisterschaften auf deutschem Boden ausgetragen wurden und 2006 die erste Weltmeisterschaft nach Version der IAMPT. Regelmäßige Veranstaltungen      Kamenzer Forstfest (jährlich in der Woche, in die der 24. August (Bartholomäustag) fällt)     Blütenlauf auf dem Kamenzer Hutberg     Kamenzer Lessing-Tage (jährlich im Januar und Februar)     Fête de la Musique jedes Jahr am 21. Juni     Karneval in Kamenz     Pfingstkonzert der Rockgruppe Puhdys (jährlich am Pfingstsamstag auf der Hutbergbühne)  Kulinarische Spezialitäten  Eine besondere Spezialität der Stadt ist das Kamenzer Würstchen, kurz auch „Kamenzer“ genannt. Die Knackwurst wird roh oder in Wasser erhitzt gegessen und ist bei vielen Kamenzer Familien zusammen mit Kartoffelsalat das traditionelle Gericht am Heiligen Abend. Die Füllung besteht zu je einem Drittel aus magerem und fettem Rindfleisch sowie aus durchwachsenem Schweinefleisch. Manche Fleischer mischen auch Schafsfleisch bei. Das Brät wird mit Salz, Pfeffer, Kümmel, Zwiebel und Paprika gewürzt, in Saitlinge abgefüllt und dann heiß geräuchert. Es wird vermutet, dass das Rezept ursprünglich aus dem nahen Städtchen Wittichenau stammt. Inzwischen wurden die Kamenzer Würstchen durch in Kamenz ausgebildete Fleischergesellen auch in anderen Teilen Ostsachsens bekannt gemacht. Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Bahnhof Kamenz  Die nächstgelegene Anschlussstelle Burkau zur A 4 befindet sich etwa 12 km südlich. Von dort besteht Anschluss über die Staatsstraße S 94 Burkau–Kamenz–Bernsdorf und von der Anschlussstelle Pulsnitz über die S 95 Radeberg–Pulsnitz–Kamenz–Hoyerswerda. Weitere Staatsstraßen, die die Stadt erschließen, sind die S 93 von Kamenz nach Grüngräbchen an der Landesgrenze zu Brandenburg, die S 97 von Kamenz nach Zerna und die S 100 Radeburg–Königsbrück–Kamenz–Salzenforst. Am nordöstlichen Stadtrand befindet sich der Flugplatz Kamenz. Die zur Rhenus Veniro-Gruppe gehörende Regionalbus Oberlausitz GmbH betreibt ein Stadtbus-Netz mit drei Linien (Linie 21, 22, 23).  Kamenz liegt an den eingleisigen Hauptbahnen Lübbenau–Kamenz und Kamenz–Pirna. Nach Dresden verkehrt eine Regionalbahnlinie im Stundentakt. Der Bahnhof Kamenz (Sachs) ist heute Endpunkt der Linie SB 34 der Städtebahn Sachsen aus Dresden. Zum brandenburgischen Senftenberg verkehren seit Ende der 1990er Jahre keine Reisezüge mehr, nur noch Güterverkehr. Die Bahnstrecke nach Bischofswerda wurde komplett stillgelegt. Ansässige Unternehmen Werk der Li-Tec Battery GmbH Optik-Experiment vom VEB Kamenzer Spielwaren im DDR-Museum Pirna  Die Stadt beherbergt vorwiegend kleinere und mittlere Betriebe aus den Bereichen Textil, Maschinenbau, Kaolinverarbeitung und Plastikverarbeitung. Größte überregionale bekannte Arbeitgeber sind hierbei ein Abfüllwerk des Spirituosenherstellers Jägermeister, der Textilwerbemittelspezialist Sachsenfahnen und der Batteriehersteller Li-Tec Battery. Allerdings soll Li-Tec bereits nach kurzer Zeit wegen hoher Produktionskosten aufgrund zu geringer Nachfrage nach Elektrofahrzeugen seinen Betrieb wieder einstellen.  Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber in Kamenz sind verschiedene Behörden, wie das Landesamt für Statistik, dessen Sitz sich hier befindet. In Zukunft ist zudem mit einer wachsenden Bedeutung des Tourismus zu rechnen. Persönlichkeiten Ehrenbürger      Hermann von Salza und Lichtenau (1829–1915), Kreishauptmann zu Bautzen     Wilhelm Weiße (1846–1916), königlicher Hoflieferant und Kamenzer Stadtgärtner     Emil Oskar Müller (1848–1930), Tuchfabrikant, Stadtrat, Stv. des Bürgermeisters, Direktor der Braugenossenschaft, ab 1920 Emil-Oskar-Müller-Str.  Söhne und Töchter der Stadt → Hauptartikel: Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Kamenz      Der wohl bekannteste Sohn der Stadt Kamenz ist der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781), dessen Vater, Johann Gottfried Lessing, Pastor an der Hauptkirche St. Marien war. Das Geburtshaus Lessings wurde beim letzten großen Stadtbrand 1842 vernichtet, doch erinnert heute ein Museum an den berühmtesten Sohn der Stadt.     Bruno Richard Hauptmann (1899–1936), ein deutscher Emigrant, der wegen der Entführung und der Ermordung von Charles Lindberghs Sohn Charles Lindbergh III zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, ist ebenfalls in Kamenz geboren worden.     International bekannt ist zudem Georg Baselitz (* 1938 als Hans-Georg Kern im Ortsteil Deutschbaselitz), der einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart ist.  Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder gewirkt haben      Johann Lange (1543–1616), Orgelbauer     Johannes Franke (1545–1617), Arzt und Botaniker, 1581–1600 Stadtphysikus in Kamenz     Johann Gottfried Heinitz (1712–1790), Schulrektor in Kamenz     Heinrich Gottlob Gräve (1772–1847), Historiker und Volkskundler, Ratsherr und Senator in Kamenz     Johann Gottfried Bönisch (1777–1831), Mediziner und Schriftsteller     Bernhard Wensch (1908–1942), römisch-katholischer Priester, 1934–1937 Kaplan in Kamenz     Hellmuth Muntschick (1910–1943), Holzschnittkünstler     Erich Große (1925–2009), Pädagoge und Sachbuchautor     Matthias Herrmann (1961–2007), Stadtarchivar und Leiter des Lessing-Museums     Paultheo von Zezschwitz (* 1972), Che 
Bautzener Straße

Bautzen
During World War II and the Nazi era, there was a subcamp of the Groß-Rosen concentration camp in Bautzen. Ernst Thälmann was imprisoned there before being deported to Buchenwald. Between 21 April and 30 April 1945, the Battle of Bautzen was fought.
Die Stadt an der Spree liegt etwa 50 Kilometer östlich von Dresden am Übergang des Lausitzer Berglandes in das Tiefland im Norden im Naturraum des Oberlausitzer Gefildes. Nördlich der Stadt befindet sich die 1974 geschlossene Talsperre Bautzen. An ihrer Stelle waren früher die Dörfer Malsitz (Małsecy) und Nimschütz (Hněwsecy) im Spreetal gelegen. Etwa acht Kilometer südlich der Stadt tritt die Spree zwischen dem Drohmberg (Lubin) im Osten und dem Mönchswalder Berg (Mnišonc) im Westen aus dem Lausitzer Bergland hervor. Geologie und Boden  Den Grundgebirgssockel im Bereich der Stadt Bautzen bildet der Lausitzer Granodiorit. Teilweise steht dieser im Bereich von Kuppen und Hügeln oberflächennah an, im Taleinschnitt der Spree tritt er in Form von offenen Felsbildungen zutage. Während Elster- und Saaleeiszeit überlagerten Schmelzwassersande das Grundgebirge. Besonders im Bereich Salzenforst treten deshalb Kiese und Sande oberflächennah auf. Sowohl der Lausitzer Granodiorit als auch Kiese und Sande werden im Stadtgebiet Bautzen bergbaulich genutzt.  Die Böden im Stadtgebiet haben sich vorwiegend aus dem anstehenden Lößlehm entwickelt. Es dominieren vernässungsfreie Löß-Parabraunerden. Die Ackerzahlen liegen durchschnittlich zwischen 50 und 60.  Der mit 219 m ü. NN höchste Punkt des historischen Stadtgebietes befindet sich auf dem Fleischmarkt zwischen Dom und Rathaus. Diese Erhebung wurde früher als Irrenberg bezeichnet. Die höchste Erhebung des gesamten heutigen Stadtgebietes ist mit 268 m ü. NN der Chorberg bei der Ortschaft Salzenforst. Der mit 163,4 m ü. NN tiefstgelegene Punkt des Stadtgebietes befindet sich an der Niederkainaer Dorfstraße. Ausdehnung des Stadtgebiets  Die alte Stadt Bautzen erstreckt sich auf dem Felsplateau über der Spree, dessen Spitze die Ortenburg bildet. Sie wird von der Stadtmauer begrenzt. Die später erbauten neueren Stadtteile im Osten der Stadt werden vom Stadtwall umschlossen. Nach dessen Abtragung breitete sich die Stadt zunächst weiter nach Osten und auf das andere Spreeufer im Westen aus. Westlich der Spree befindet sich jedoch nur ein kleiner Teil der geschlossenen städtischen Bebauung. In den 70er Jahren wurden die Neubaugebiete Gesundbrunnen und Allendeviertel (beide im Osten) erbaut. Seit 1990 wurden mehrere benachbarte Dörfer eingemeindet (siehe Abschnitt Eingemeindungen). Nachbargemeinden  An die Stadt grenzen im Norden Radibor, Großdubrau und Malschwitz, im Osten Kubschütz, im Süden Großpostwitz, Obergurig und Doberschau-Gaußig und im Westen Göda an. Alle angrenzenden Gemeinden gehören zum Landkreis Bautzen. Stadtgliederung Die Stadtteile Bautzens.  Bautzen besteht seit 2007 aus 25 Ortsteilen. Die eigentliche Kernstadt mit knapp 35.000 Einwohnern besteht aus den Stadtteilen      Innenstadt (Nutřkowne město) – Der historische Stadtkern Bautzens, abgegrenzt durch den (ehemaligen) Verlauf der äußeren Stadtmauer; 5.423 Einwohner; schließt das Gebiet der historischen Innenstadt (Erweiterungsgebiet der Stadt aus dem 14. Jahrhundert, weitgehend abgegrenzt durch den Verlauf der noch in großen Teilabschnitten in geschleifter Form vorhandenen äußeren Stadtmauer) im Osten und Süden der eigentlichen Altstadt ein.     Nordostring (Sewjerowuchodny wobkruh) – Schließt sich nördlich und östlich an die Altstadt an und besteht in großen Teilbereichen aus Bürgerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach dem Stadtratsbeschluss Nr. 192/11/06 vom 29. November 2006 wurde der ehemalige Stadtteil Stadtmitte zusammen mit Gebieten nördlich der Altstadt zusammengefasst und ist mit 10.357 Einwohnern der bevölkerungsreichste Stadtteil Bautzens.     Gesundbrunnen (Strowotna studnja) – Neubaugebiet im Nordosten der Stadt aus den 1970er Jahren, 7.421 Einwohner. Nach dem Stadtratsbeschluss Nr. 192/11/06 vom 29. November 2006 wurden Teile des bis dahin zum Stadtteil Gesundbrunnen zählenden Gebietes nördlich der Bautzener Altstadt ausgegliedert und mit dem Stadtteil Stadtmitte zum Stadtteil „Nordostring“ zusammengefügt. Der Stadtteil Gesundbrunnen ist danach nicht mehr der bevölkerungsreichste der Stadt.     Südvorstadt (Južne předměsto) – Schließt sich südlich der Bahnstrecke Dresden–Görlitz an die Innenstadt an; 1.697 Einwohner.     Westvorstadt (Zapadne předměsto) – Stellt den Teil der eigentlichen Stadt westlich der Spree dar; oft auch als „Neustadt“ bezeichnet; nach der offiziellen Gliederung der Stadtverwaltung Bautzen gehört das historische Dorf Seidau unmittelbar nördlich von Innenstadt und Ortenburg an der Spree zur Westvorstadt, 3.433 Einwohner.     Ostvorstadt (Wuchodne předměsto) – Schließt sich südöstlich an die Stadtmitte an und besteht vorwiegend aus Bürgerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie einigen Siedlungen aus den 1930er Jahren, der Siedlung Strehla (Třělany) und dem Neubaugebiet „Allendeviertel“; 6.010 Einwohner.  Die folgenden Stadtteile sind ländlich geprägt und befinden sich am Stadtrand:      Teichnitz – Besteht aus den eingemeindeten Dörfern Teichnitz (Ćichońca), Neuteichnitz (Nowa Ćichońca), Neumalsitz (Nowe Małsecy) und Oehna (Wownjow) im Norden des Stadtgebietes; 344 Einwohner.     Nadelwitz – Ortsteil im Osten der Stadt, der aus dem Dorf Nadelwitz (Nadźanecy) und größeren Acker- und Waldflächen besteht; 278 Einwohner.     Burk (Bórk) – Dorf im nordöstlichen Stadtgebiet am Ufer der Talsperre Bautzen; 534 Einwohner.     Oberkaina – Ortsteil im Süden der Stadt, bestehend aus den Dörfern Oberkaina (Hornja Kina) und Boblitz (Bobolcy); 851 Einwohner.     Niederkaina – Ortsteil im Nordosten Bautzens; besteht aus den Dörfern Niederkaina (Delnja Kina) und Basankwitz (Bozankecy), beide am Albrechtsbach gelegen; 502 Einwohner.     Stiebitz – Besteht aus den Dörfern Stiebitz (Sćijecy) und Rattwitz (Ratarjecy) im westlichen Stadtgebiet; 505 Einwohner.  Folgende Ortsteile waren bis 2007 zum Stadtteil Kleinwelka zusammengefasst:      Kleinwelka (Mały Wjelkow) – Ehemals eigenständige Gemeinde im Norden des Stadtgebietes; 758 Einwohner     Großwelka (Wulki Wjelkow) – Unmittelbar westlich an Kleinwelka anschließend; 243 Einwohner     Lubachau (Lubochow) – Dorf westlich der Talsperre Bautzen; 91 Einwohner     Kleinseidau (Zajdowk) – Südlich von Kleinwelka, baulich mit diesem zusammenhängend; 159 Einwohner  Diese Ortsteile im Nordwesten des Stadtgebietes gehörten bis 1994 zur Gemeinde Salzenforst-Bolbritz und waren bis 2007 zum gleichnamigen Stadtteil zusammengefasst:      Bloaschütz (Błohašecy, 129 Ew.) – Standort des Industriegebietes Bautzen-Salzenforst     Bolbritz (Bolborcy, 118 Ew.)     Döberkitz (Debrikecy, 51 Ew.)     Löschau (Lešawa) – mit 29 Einwohnern kleinster Ortsteil Bautzens     Oberuhna (Horni Wunjow) – Ortsteil bestehend aus Ober- und Niederuhna (Delni Wunjow); zusammen 90 Einwohner     Salzenforst (Słona Boršć, 284 Ew.)     Schmochtitz (Smochćicy, 53 Ew.)     Temritz (Ćemjercy, 67 Ew.)  Die Gemarkung Auritz (Wuricy) im Südosten der Stadt wurde 1999 von Kubschütz nach Bautzen umgegliedert und ist heute ein aus dem Dorf Auritz und einem Teil von Jenkwitz (Jenkecy) bestehender Stadtteil mit 452 Einwohnern.[2] Klima  Im Bereich der Stadt Bautzen herrscht kontinental ausgeprägtes Binnenlandklima mit maritimen Einflüssen. Typisch sind dafür kühl-feuchte Frühjahre und Sommer, ein langer warmer Herbst und ein Winter mit sehr häufigen, aber eher kurzen Schneeperioden (knapp über 50 Schneetage). Bei einer Jahresmitteltemperatur von 8,5 °C und einem mittleren Jahresniederschlag von 600 bis 650 mm hat Bautzen ein mäßig trockenes Klima. Das Stadtgebiet liegt im Bereich der sommerwärmsten Landschaften im Süden Sachsens.  Im Bautzener Spreetal herrschen vor allem im Winter häufig starke Winde aus südlicher Richtung vor. Dies liegt daran, dass Kaltluft vom Böhmischen Becken ins Spreetal abfließt und sich durch die dortige Talverengung beschleunigt. In bestimmten Gassen der Altstadt tritt dieser Effekt noch verstärkt auf. Ein Bautzener Sprichwort besagt: „Weiß der Wind mal nicht wohin, weht er über Budissin.“ Andererseits war Bautzen deshalb vor allem im Mittelalter für seine gute Luft berühmt, da der Wind die klassischen Gassengerüche stark verringerte.  Am 7. August 2010 ereignete sich an der Spree und zahlreichen anderen Gewässern in Bautzen und Umgebung das höchste Hochwasser seit mehr als 100 Jahren.[3] Geschichte Name der Stadt Zweisprachiges Ortsschild im Ortsteil Niederkaina von Bautzen (Budyšin) mit Deutsch und Sorbisch. Sorbisch-deutsches Straßenschild in der Innenstadt von Bautzen.  Erstmals wurde Bautzen im Jahr 1002 als civitas Budusin erwähnt. Es gibt mehrere Deutungen dieses Namens. Einige Wissenschaftler gehen von der Bezeichnung „Bud“, „Bod“ oder „Budetzsch“ für „Grenzort“ aus. Eine andere verbreitete Variante besagt, dass die Siedlung nach dem slawischen Fürsten Budissentius (bzw. Budestaus) benannt wurde, der sie im 9. Jahrhundert gegründet haben soll. Der Name könnte jedoch auch vom weiblichen Personennamen Budiša (für „die Weckerin“) oder von „Budy“ („Hüttensiedlung“) abgeleitet sein. Eine Bautzener Sage berichtet hingegen, dass an der Stelle, wo heute Bautzen liegt, eine reisende schwangere Herzogin haltgemacht habe und überraschend ihr Kind zur Welt brachte. Der herbeieilende Gatte soll dann gefragt haben: „Bude syn?“ („Wird es ein Sohn?“).[4]  Bis hinein ins 15. Jahrhundert sind in schriftlichen Dokumenten fast ausschließlich folgende Varianten der alten Bezeichnung Budissin zu finden: Bawdysen, Baudyssen, Paudescheyn, Baudissyn, Budessen, Baudissin, Bauwdiczen, Buditcynn und Bawdycyn. Noch heute lebt dieser Name in den sorbischen (Budyšin; niedersorbisch Budyšyn), tschechischen (Budyšín) und polnischen (Budziszyn Aussprache?/i) Namen für Bautzen weiter.  Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden häufiger germanisierte Varianten verwendet, so namentlich Bucen (1450), Boytzen (1512), Pautzen (1519) und 1523 erstmals Bautzen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden die so entstandenen Namen Budissin und Bautzen in der Bevölkerung parallel verwendet, wobei ausschließlich Budissin auch amtlich genutzt wurde. Am 3. Juni 1868 wurde Bautzen durch eine Sächsische Ministerialverordnung zum amtlichen Namen der Stadt.[5]  Der Name Bautzen wurde zu Ehren der Stadt auch einem Asteroiden gegeben. Außerdem trägt ein Intercity-Express den Namen Bautzen/Budyšin. Vorgeschichte und frühes Mittelalter Bautzen um 1850 Überblick über die Anlage der Ortenburg  Die Gegend der heutigen Stadt wurde bereits in der Steinzeit besiedelt. So fand man prähistorische Überreste im Stadtteil Burk im Nordosten und bei Niedergurig. Im 3. Jahrhundert bestand hier eine ostgermanische Siedlung. Für das Jahr 1002 wurde die Ortenburg in Bautzen als budusin civitatem[6] bei Thietmar von Merseburg als zentraler Ort der Oberlausitz und Stammesmittelpunkt der Milzener erstmals genannt. Nach wiederholten Kämpfen fiel sie in diesem Jahr an den polnischen Fürsten Bolesław Chrobry und blieb bis 1031 in polnischer Hand. 1018 wurde auf der Ortenburg der Friedensvertrag zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen unterzeichnet (Frieden von Bautzen). In der Folgezeit entwickelte sich östlich der Burg die Stadt Bautzen, die wesentlich von der Lage am Spreeübergang der Via Regia, einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen dem Rhein und Schlesien, profitierte und außerdem noch an der Frankenstraße lag. 1031 kam Bautzen erneut zum Heiligen Römischen Reich. König Heinrich IV. gab das Land Bautzen im Jahr 1081 nach seinem Sieg über die Sachsen als Reichslehen an Herzog Vratislav II. von Böhmen, dieser übertrug es als Mitgift an Wiprecht von Groitzsch, der seine Tochter heiratete. Als Wiprechts Sohn Heinrich von Groitzsch 1135 kinderlos starb, fiel Bautzen an den böhmischen König zurück. Von 1143 bis 1156 unterstand die Gegend dem wettinischen Markgrafen Konrad I. von Meißen. Zwischen 1158 und 1243 beherrschten die böhmischen Könige das Land erneut als Nebenland der Krone. Spätestens 1213 erhielt Bautzen die Stadtrechte (einige Forscher sprechen von 1157, vermutlich schrittweise Verleihung verschiedener (Stadt-)Rechte), 1240 wurde das Franziskanerkloster gegründet. Nach der Hochzeit des brandenburgischen Markgrafen Otto III. mit der Tochter des böhmischen Königs Wenzel I. im Jahr 1243 kam die Oberlausitz als Pfandbesitz zu den Askaniern und wurde 1283 in ein direktes Reichslehen umgewandelt.[7] Im Jahr 1268 wurde unter den brandenburgischen Markgrafen eine von alters her bestehende Münzstätte Bautzen urkundlich genannt, die in demselben Jahr durch eine neu gegründete Görlitzer Münze ergänzt wurde, mit der sie jährlich abwechselnd prägen sollte. Bautzen unter böhmischer Herrschaft Die Belagerung von Bautzen durch Johann Georg I. von Sachsen im September 1620  Im Jahr 1320 starb die brandenburgische Linie der Askanier aus, damit fiel Bautzen zurück an Böhmen. 1346 wurde unter Führung Bautzens der Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet, der in den folgenden Jahrhunderten eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Gegend spielte. Im Jahr 1405 kam es zu einem Handwerkeraufstand gegen den Rat der Stadt Bautzen, der erst durch das Eingreifen des böhmischen Königs Wenzel IV. niedergeschlagen werden konnte. 1429 und 1431 wurde Bautzen erfolglos von den Hussiten belagert. Der Erzengel Michael rettete angeblich die Bürger, woraufhin ihm zu Ehren die Michaeliskirche errichtet wurde. Zwischen 1469 und 1490 gehörte Bautzen fixiert durch den Frieden von Olmütz 1479 zusammen mit den anderen böhmischen Nebenländern zu Ungarn. Daran erinnert noch heute ein Relief an der Ostseite des Matthiasturmes, welches den ungarischen König und von den katholischen Ständen gewählten böhmischen Gegenkönig Matthias Corvinus zeigt. Nach dessen Tod kam die Lausitz wieder zum Königreich Böhmen. Die Ortenburg war unter böhmischer Herrschaft bis 1635 Amtssitz des Oberlausitzer Landvogts. Zwischen 1520 und 1525 setzte sich die Reformation durch. Das Kollegiatkapitel St. Petri blieb jedoch, wie auch der böhmische Landesherr, katholisch und war seit spätestens 1567 die katholische Bistums-Administratur für die beiden Lausitzen und das Bistum Meißen. 1547 war Bautzen vom Oberlausitzer Pönfall betroffen. In Bautzen wurden 1599–1604 Hexenverfolgungen durchgeführt: Drei Personen gerieten in Hexenprozesse, zwei Frauen wurden enthauptet.[8] Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrmals durch die Truppen Wallensteins, Sachsens und Schwedens belagert.[9] Am 2. Mai 1634 ließ der kaiserliche Oberst von der Goltz vor seinem Abzug die im November eingenommene Stadt niederbrennen. 700 Bewohner kamen dabei ums Leben. 1635 kam Bautzen mit dem Markgraftum Oberlausitz zu Sachsen. Bautzen unter sächsischer Herrschaft Bautzen um 1650 aus der Topographia Germaniae Napoleons Einzug in Bautzen 1807  Im Jahr 1678 wurde aufgrund der großen Bedeutung des Markgrafentums Oberlausitz ein kurfürstliches Postamt in der Stadt eingerichtet. Der Rang Bautzens als Hauptstadt des Markgrafentums innerhalb Sachsens wurde unter anderem durch den Standort dieses kurfürstlichen Oberpostamtes deutlich, ein Privileg, über das außer Bautzen nur Leipzig verfügte. Am 22. April 1709 kam es zum zweiten großen Stadtbrand in der Geschichte Bautzens, der große Teile der Stadt zerstörte und das Stadtbild nachhaltig veränderte. Erst 1780 wurde die „Freiwillige Bürger Feuer Compagnie“ gegründet, die dennoch heute eine der ältesten Sachsens ist. Während der Befreiungskriege endete 1813 die Schlacht bei Bautzen (die auf dem Gemeindegebiet des heutigen Bautzens und östlich angrenzender Dörfer stattfand; am Arc de Triomphe als Bataille de Wurschen bezeichnet) zwischen der antinapoleonischen Koalition und den Franzosen mit dem Sieg der napoleonischen Truppen. Im Dezember 1832 wurde die Sparkasse gegründet. 1868 wurde die Stadt offiziell von „Budissin“ in Bautzen umbenannt. Der Bau der Sächsischen Landesstrafanstalt (Bautzen I) wurde 1904 fertig gestellt und bestimmungsgemäß betrieben. Im Volksmund heißt die Anstalt wegen der verwendeten gelben Klinker „Gelbes Elend“. Um die gleiche Zeit entstand das zum Amts- und Landgericht gehörende Untersuchungsgefängnis Bautzen II. Um 1900 legte sich die um die gleiche Zeit entstandene Israelitische Religionsgemeinde vor der Stadt einen jüdischen Friedhof an der Muskauer Straße an. Ihre Gottesdienste fanden in angemieteten Räumen statt. 1918 bis 1945 Bautzener Altstadt Altstadtansicht aus Nordwest  1921 wurde Bautzen Bischofssitz des Bistums Meißen.  In der Pfingstwoche 1933 wurde in Bautzen eine 1000-Jahrfeier der Zugehörigkeit der Oberlausitz zum deutschen Reichsgebiet gefeiert. Diese Feier berief sich auf den Ritt Heinrich I. in die Niederlausitz um 932. Es soll eine lockere Bindung mit der Oberlausitz eingegangen worden sein.  Während der Zeit des Nationalsozialismus waren in der Stadt viele politische Gegner, Sozialisten und Kommunisten, aber auch Zeugen Jehovas inhaftiert. Im März 1933 diente das Kupfer- und Aluminium-, Walz-, Draht- und Hammerwerk C.G.Tietzens Eidamm (Kupferhammer) in der Talstraße als Schutzhaftlager für 500 deutsche und sorbische Hitlergegner. Gleichen Zwecken dienten das Gewerkschaftshaus in der heutigen Dr.-Maria-Grollmuß-Straße 1 und das Haus Äußere Lauenstraße 33. Ernst Thälmann war 1943/44 bis zu seinem Abtransport ins KZ Buchenwald in Bautzen I inhaftiert. Auch in der Haftanstalt Bautzen II wurden zahlreiche politische Gefangene interniert, wie der bekannte tschechische Journalist Julius Fučík. Im Süden der Stadt – direkt an der Spree – gab es zudem ein Außenlager des KZ Groß-Rosen, in dem 1000 bis 1500 Häftlinge, überwiegend Juden, in der Rüstungsproduktion der Waggonbau- und Maschinenfabrik vorm. Busch (Wumag) des Flick-Konzerns Zwangsarbeit verrichteten. In der Zwischenkriegszeit war Bautzen zudem Sitz der zur staatlichen Überwachung des sorbischen Volkes eingerichteten sogenannten Wendenabteilung, die zu diesem Zweck sowohl in der Weimarer Republik als auch unter den Nationalsozialisten genutzt wurde.  Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt besonders zwischen dem 19. und 26. April 1945 große Schäden. Die Kuppeln des Lauenturms und der Michaeliskirche wurden zerstört, fast alle Brücken gesprengt, das Eisenbahnviadukt allerdings erst nach dem 4. Mai. Es waren viele Todesopfer zu beklagen. Am 26. April 1945 fand in der Schlacht um Bautzen der letzte größere deutsche Panzerangriff des Zweiten Weltkrieges statt; die Stadt wurde zurückerobert und blieb bis zur Kapitulation in deutscher Hand. Geschichte seit 1945 Michaeliskirche, 1952  Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Landesstrafanstalt Bautzen im Mai 1945 eines der Speziallager des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten (NKWD) der sowjetischen Besatzungsmacht, genauer: das Speziallager Nr. 4 (ab Ende 1948: Nr. 3). In den Gebäuden waren vom sowjetischen Militärgericht Verurteilte untergebracht, während die sogenannten „Internierten“, Häftlinge ohne Verurteilung, in Holzbaracken im Außenbereich untergebracht waren. Bei einer Gesamtbelegung von 27.300 Gefangenen und einer durchschnittlichen Belegung von ca. 6.500 Inhaftierten sind dort laut Registrierung in den Lagerkarteien der sowjetischen Lagerverwaltung zwischen 1945 und 1950 mindestens 3.000 Menschen ums Leben gekommen. Ihre Namen sind in dem von der Gedenkstätte herausgegebenen Totenbuch Bautzen aufgelistet. Es gibt Schätzungen, die weit höher liegen. Auch laut Recherchen des Bautzen-Komitees ist jeder dritte Gefangene im Lager verstorben. Die Häftlinge starben aufgrund der Haftbedingungen an den Folgen von Hunger und Krankheiten. Augenzeugenberichten zufolge sollen die Toten am „Karnickelberg“ vergraben worden sein. Bei Suchgrabungen nach der politischen Wende wurden 1992 nur die Skelettteile von 247 Toten in der näheren Umgebung des Lagers aufgefunden. Einer Theorie zufolge lag der „Karnickelberg“ im heute vom Stausee überfluteten Gebiet. In sowjetische Zwangsarbeitslager sind mindestens 4.000 Bautzener Häftlinge deportiert worden.[10][11] Gedenkstätte Bautzen II  Während dieser Zeit waren in den Bautzener Gefängnissen zahlreiche Regimegegner, zum Beispiel die Schriftsteller Walter Kempowski und Erich Loest, inhaftiert. Im Jahr 1992 wurde Bautzen II geschlossen. Heute dient der ehemalige „Stasi-Knast“ als Gedenkstätte.  Siehe hierzu auch den → Hauptartikel Justizvollzugsanstalt Bautzen  Nach dem Krieg entwickelte sich Bautzen in der DDR zu einer Wissenschafts- und Industriestadt. Hier waren unter anderem die Großbetriebe „VEB Waggonbau Bautzen“ (heute Bombardier Transportation), das Schneidmaschinenwerk „Perfecta“, ein Fernmeldewerk, ein Baustoffkombinat, eine Fachhochschule für Maschinenbau, ein Lehrerbildungsinstitut und eine Außenstelle der Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt. Bis 1990 war Bautzen auch Standort für die Offiziershochschule Otto Lilienthal  Der katholische Bischofssitz wurde 1979 nach Dresden verlegt. Am 1. September 2002 feierte Bautzen mit einem Festumzug seine Ersterwähnung vor tausend Jahren. Eingemeindungen  Folgende Dörfer wurden im Laufe der Zeit eingemeindet:      Im Norden: Seidau (sorb. Židow), 1922; Teichnitz 1950 (Ćichońca)     Im Osten: Burk (Bórk), Niederkaina (Delnja Kina), Basankwitz (Bozankecy), Nadelwitz (Nadźanecy), Auritz (Wuricy), Jenkwitz-West (Jenkecy), Strehla.     Im Süden: Oberkaina (Hornja Kina), Boblitz (Bobolcy).     Im Westen: Stiebitz (Sćijecy), Rattwitz (Ratarjecy), Bloaschütz (Błohašecy), Oberuhna (Horni Wunjow), Niederuhna (Delni Wunjow), Bolbritz (Bolborcy), Salzenforst (Słona Boršć), Schmole.     Im Nordwesten: Kleinwelka (Mały Wjelkow), Kleinseidau (Zajdow), Neumalsitz (Nowe Małsecy), Oehna (Wownjow).  Einwohnerentwicklung  Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Bautzen  Bautzen zählte im Frühmittelalter zu den größten Städten in Mitteldeutschland. Etwa seit dem 15. Jahrhundert stagnierte die Entwicklung. Die relativ spät einsetzende Industrialisierung brachte neue Impulse. Auch in DDR-Zeiten konnte Bautzen Bevölkerungsgewinne verzeichnen. Seit der politischen Wende 1990 nahm die Einwohnerzahl aufgrund von Abwanderung und niedriger Geburtenrate von 52.000 (1989) auf etwa 40.000 ab. Seit etwa 2000 hat sich der Abwärtstrend jedoch merklich verlangsamt. Heute ist Bautzen die nach Einwohnerzahl achtgrößte Stadt Sachsens.  Am 31. Dezember 2011 waren 98,3 % der Bautzener deutsche Staatsangehörige; 6,1 % hatten einen Migrationshintergrund. Berühmte historische Kriminalfälle  Der berühmteste historische Kriminalfall Bautzens war der des Oberlausitzer Räuberhauptmannes Johannes Karasek (1765–1809), der von 1800 bis 1803 im Burgwasserturm der Ortenburg inhaftiert war. Sein Schicksal bot Stoff bzw. Inspiration für zahlreiche Werke und Darstellungen. Er wurde auch der „sächsische Rinaldo“ genannt, eine Assoziation zum Bestseller-Roman „Rinaldo Rinaldini“ von Christian August Vulpius (1762–1827). In neuerer Zeit hat ihn u. a. Egon Erwin Kisch in seinem „Prager Pitaval“ wieder dargestellt. Politik Bautzener Rathaus mit Hauptmarkt Bürgerhäuser auf der Westseite des Hauptmarkts Bürgermeister → Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Bautzen#Bürgermeister nach dem Pönfall  Seit der politischen Wende 1990 ist Christian Schramm (CDU) Bürgermeister der Stadt, seit 1995 Oberbürgermeister. Er ist außerdem seit 2003 im Wechsel Präsident bzw. Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, sowie Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages. Des Weiteren sind die Bürgermeister Michael Böhmer (Wirtschaft, Finanzen, Bildung und Soziales) und Peter Hesse (Bauwesen) für gesonderte Aufgabenbereiche zuständig.  Bei den Bürgermeisterwahlen vom 8. Juni 2008 erhielt Oberbürgermeister Christian Schramm 66,7 % der Wählerstimmen. Am 7. Juni 2015 wird sein Nachfolger gewählt, da Schramm nach 25 Jahren Amtszeit nicht mehr antritt. Stadtrat  Der Bautzener Stadtrat besteht aus 34 Mitgliedern. Er tagt entweder im Rathaus oder im Gewandhaus. Außerdem gibt es vier Ortschaftsräte (Niederkaina, Stiebitz, Kleinwelka, Salzenforst-Bolbritz), deren ehrenamtliche Mitglieder für fünf Jahre gewählt werden. Die Kommunalwahl 2014 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung im Stadtrat: Parteien und Wählergemeinschaften  2014  2009   Kommunalwahl 2014  % 40 30 20 10 0 35,6 % 20,5 % 12,9 % 10,3 % 6,9 % 5,8 % 4,3 % 3,6 % CDU Linke BBBz SPD FDP NPD Grüne Pegasus Gewinne und Verluste im Vergleich zu 2009  %p    6    4    2    0   -2   -4 +1,3 %p +1,7 %p +4,6 %p +1,3 %p -2,8 %p +2,0 %p +0,6 %p -2,6 %p CDU Linke BBBz SPD FDP NPD Grüne Pegasus  %  Sitze   %  Sitze Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)  35,6  13  34,3  13 Die Linke (LINKE)  20,5  7  18,8  7 Bürger Bündnis Bautzen (BBBz)  12,9  4  8,3  3 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)  10,3  4  9,0  3 Freie Demokratische Partei (FDP)  6,9  2  9,7  3 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)  5,8  0[12]  3,8  1 Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE)  4,3  1  3,7  1 PEGASUS  3,6  1  6,2  2 Die Rechte  -  1  -  - parteilos  -  1  -  - gesamt  100,0  34  100,0  34 Wahlbeteiligung  45,4 %  44,3 % Wappen  → Hauptartikel: Wappen der Stadt Bautzen  Das Wappen basiert angeblich auf dem Banner des Grafen Wiprecht von Groitzsch im 11. Jahrhundert (um 1080), allerdings ist die Herkunft nicht eindeutig geklärt. Es besteht aus dem Schild (manchmal wird nur dieses als Wappen verwendet), dem Helm, der Helmzier (einem flügelartigen Schmuckelement, in dem das Motiv des Schildes wiederholt wird) und der Helmdecke, welche den Schild rankenartig umrahmt. Zwischen Zier und Helm findet sich ab dem 13. Jahrhundert eine dreiblättrige Krone. Die Nutzung dieses Wappens auch als Banner ist für das Jahr 1378 belegt.  Kernelement und ältester Teil des Wappens ist der Schild. Eine goldene bzw. gelbe Zinnenmauer, vermutlich die Bautzener Stadtmauer, nimmt die Hälfte des Schildes ein und besitzt 3 Zinnen. Darüber wird der blaue Himmel dargestellt.  Aufgrund der besonderen Bedeutung Bautzens im frühen Mittelalter sind Elemente vor allem des Wappenschildes in verschiedene andere Wappen der Region eingeflossen. In der Zeit des Oberlausitzer Sechsstädtebundes war es auch dessen Wappen. Auch wurde dieses Wappen in historischer Zeit für die gesamte Oberlausitz verwendet, unter anderem wenn die Kronländer der böhmischen Krone dargestellt wurden. Beispiele dafür finden sich unter anderem in Prag. Heute ist es das inoffizielle Wappen der Region. Beispiele für regionale Wappen, die in Teilelementen auf dem von Bautzen beruhen, sind die Wappen der beiden Oberlausitzer Landkreise Bautzen und Görlitz, das Stadtwappen von Niesky sowie die Wappen zahlreicher Gemeinden.  Das Siegelbild Bautzens zur Zeit des Sechsstädtebundes beinhaltete neben der Mauer auch zwei Türme, ein Tor mit Fallgatter und den böhmischen Löwen.  Aufgrund der Tatsache, dass das Gefängnis Bautzen I samt der Gefängnismauer aus gelben Backsteinen erbaut ist (Gelbes Elend), wurde umgangssprachlich vereinzelt ein Bezug zum Bautzener Stadtwappen hergestellt. Oberzentraler Städteverbund  Seit 1994 bildet Bautzen zusammen mit Görlitz und Hoyerswerda als „Oberzentraler Städteverbund“ (OZSV) eines der sechs Oberzentren Sachsens. Der Verbund entstand durch eine normative Festlegung im Landesentwicklungsplan und befasst sich mit dem Ausbau der Infrastruktur, mit der wirtschaftlichen Stabilisierung der Region und mit Regionalmarketing. Dom St. Petri Reichenturm und Reichenstraße Der Burgwasserturm auf der Ortenburg Städtepartnerschaften  Es bestehen Städtepartnerschaften mit:[13]      Worms, Rheinland-Pfalz (1990)     Heidelberg, Baden-Württemberg (1991)     Dreux, Frankreich (1992)     Jablonec nad Nisou (Gablonz), Tschechien (1993)     Jelenia Góra (Hirschberg), Polen (1993)  Kultur und Sehenswürdigkeiten Kirchen  Unter den gläubigen Bewohnern der Stadt sind überwiegend Protestanten. Ein Drittel der Bevölkerung ist ohne Konfession.  In der Stadt befindet sich die größte evangelische Gemeinde Sachsens, die Kirchgemeinde St. Petri. Aus ihr ging die Gemeinde Bautzen-Gesundbrunnen hervor, die 1994 selbständige evangelische Kirchgemeinde in Bautzen wurde. Die katholische Gemeinde St. Petri gehört zu den größten des Bistums Dresden-Meißen. Beide Gemeinden teilen sich den Petridom, die älteste und eine der größten Simultankirchen Deutschlands.  Von den insgesamt sieben Kirchen im historischen Stadtgebiet werden noch fünf für den Gottesdienst genutzt (Dom, Michaeliskirche, Maria-und-Martha-Kirche, Taucherkirche, Liebfrauenkirche), zwei sind Ruinen (Mönchskirche und Sankt-Nikolai-Kirche).  Des Weiteren gibt es noch die kleine Klosterkirche St. Clara der Klarissen mit einem durch Friedrich Press modern gestalteten Innenraum, eine Anstaltskirche in Bautzen I, ein auch als Kirche genutztes Gemeindezentrum mit Glockenturm im Gesundbrunnen, zwei Kapellen und kleinere Kirchengebäude in einigen Ortsteilen, zum Beispiel in Kleinwelka. Museen      Museum Bautzen     Sorbisches Museum Bautzen (Serbski muzej Budyšin) befindet sich im Salzhaus auf der Ortenburg. Die Ausstellungen des Museums informieren über Herkunft, Sprache, Kunst und Literatur, Lebensweise und Brauchtum der Sorben.     Die Domschatzkammer St. Petri befindet sich im Domstift St. Petri direkt hinter dem Dom. Sie zeigt Werke religiöser Kunst, die im Wesentlichen im Umfeld des Domes und für dessen Liturgie bzw. durch die Kanoniker gesammelt worden sind.     Alte Wasserkunst     Gedenkstätte Bautzen     Im Senfmuseum werden historische Senfexponate gezeigt und die Geschichte der Bautzener Senf-Produktion nachgezeichnet.  Bauwerke  Die Bautzener Altstadt wird oft als sehenswert beschrieben. Die stadtunabhängige Kommunalentwicklung Sachsen GmbH (KES), Regionalstelle Leipzig, beschreibt Bautzen in ihrer Ausarbeitung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Bautzen (InSEK) vom Februar 2002 als eine Stadt, die aufgrund des Wechselspiels von binationaler Kultur und „eindrucksvoller Stadtsilhouette“ ein überdurchschnittliches Potential für den Städtetourismus besitzt und „bedeutende Baudenkmale“ aufweist.  Über der Stadt thront die heute vom Sächsischen Oberverwaltungsgericht genutzte Ortenburg, deren weiße Renaissancegiebel besonders auffallen. In verschiedenen Nebengebäuden im Hof der Ortenburg befinden sich das Sorbische Museum und das Puppenspieltheater mit dem dort aufgestellten Rietschelgiebel. Auch das mit einem filigranen Schornstein aus der Renaissance versehene Hofrichterhaus an der nördlichen Stadtmauer wird von Architekturkennern besonders hervorgehoben.  An der südwestlichen Ecke der Altstadt befindet sich, von der Friedensbrücke gut einsehbar, das markanteste Ensemble der Stadt, bestehend aus Alter Wasserkunst und Michaeliskirche. Der bedeutendste kirchliche Bau der Stadt ist jedoch der Petridom, der als Simultankirche sowohl von Katholiken als auch Lutheranern genutzt wird. In der Kirche sind die beiden Konfessionen durch ein Gitter getrennt.  Nördlich des Domes befindet sich das Domstift. Die Grundzüge der derzeitigen Gestalt erfuhr es um 1500. Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts war das bisher ein- und zweistöckige Gebäude aufgestockt und in regelmäßiger U-Form ausgebaut worden. Die Südschließung und das prachtvolle barocke Portal entstanden Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Portal zeigt das Wappen des Domstifts und darunter seines damals regierenden Domdekans, Jakob Johann Joseph Wosky von Bärenstamm, überragt von der Darstellung der Dreieinigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist). Daneben befinden sich Engel und Heiligenfiguren. Heute beherbergt das Gebäude die Domschatzkammer St. Petri sowie Diözesanarchiv und -bibliothek des Bistums Dresden-Meißen.[14]  Südlich des Domes befindet sich das barocke Rathaus der Stadt; vom Hauptmarkt aus kann man die verschiedenen Uhren des Rathausturmes sehen. Am Hauptmarkt befindet sich das bedeutendste Barockensemble der Stadt mit verschiedenen gut erhaltenen Bürgerhäusern. Die Bürgerhäuser an der westlichen Seite der Lauenstraße zwischen Lauenturm und Rathaus sind im Stil des sächsischen Hochbarock gehalten wie in Dresden bis zur Zerstörung am 13. Februar 1945. Für das Gebäude Innere Lauenstraße 6 (Fassade mit vier allegorischen Figuren) ist nach 1720 die gestalterische Einflussnahme Permosers belegt.[15] Am Hauptmarkt steht auch das Gewandhaus. Dort beginnt die Innere Lauenstraße, einst Handelsstraße nach Prag über Rumburk–Ceska Lipa–Melnik. Unter dem historisierenden Neubau von 1882 ist der spätgotische Ratskeller erhalten; das Sterngewölbe ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpfeiler.[16]  Die 'Neue Wasserkunst befindet sich südlich des Stadtkerns. Aufgrund seiner Burganlage und des markanten Stadtpanoramas wird Bautzen schon seit dem 19. Jahrhundert auch als „sächsisches Nürnberg“ bezeichnet.  Bautzen wird auch als „Stadt der Türme“ bezeichnet. Einer der bekanntesten Türme ist der Reichenturm, der auch als „Schiefer Turm von Bautzen“ bezeichnet wird.  Die Kursächsischen Postdistanzsäulen vor den Stadttoren sind nicht mehr erhalten, aber der Rest einer Kursächsischen Ganzmeilensäule aus dem Jahr 1725 von der Poststraße auf der Via Regia aus dem Ortsteil Schmole steht heute auf dem Kornmarkt.  Östlich der Altstadt befinden sich die im Inneren in rein protestantischem Stil ausgeführte Taucherkirche und der Taucherfriedhof mit seiner barocken, nördlich der Alpen selten anzutreffenden Gruftstraße. Der Taucherfriedhof ist nach einem Wald bei Uhyst am Taucher benannt. Weiter südlich steht in einem Villenviertel die 1902/03 von Alwin Louis Christoph Anger aus Kurort Hartha für den Großindustriellen Eduard Weigang erbaute Villa Weigang mit Jugendstilfassaden und einer in verschiedenen Stilen des Historismus gehaltenen Innendekoration. Nahe der Villa steht das ebenfalls im Jugendstil gehaltene Justizgebäude in der Lessingstraße, in dem Amtsgericht, Landgericht und Staatsanwaltschaft untergebracht sind. Im hinteren Trakt des Gebäudes wurde die Gedenkstätte für Menschenrechte eingerichtet, die an das dort frühere Gefängnis Bautzen II erinnert. Sternwarte  Die Bautzener Schulsternwarte „Johannes Franz“ ist eine der ältesten und größten Schulsternwarten Deutschlands.[17] Parks  Entlang des ehemaligen Stadtwalles, der die Innenstadt von den östlichen und südlichen Stadtteilen trennte, befindet sich mit den Wallanlagen ein ausgedehnter Park mit Gehölzen aus den verschiedenen Erdteilen. Im Südosten der Stadt befindet sich der Bautzener Naturpark.  Fünf Kilometer vom historischen Stadtzentrum entfernt befindet sich der Ortsteil Kleinwelka mit Deutschlands größtem Irrgarten einschließlich Abenteuer- und Rätsellabyrinth, dem Saurierpark und Sauriergarten und dem minienpark Kleinwelka mit dem Klein-Ossi-Land.  Der Saurierpark enthält auch ein Saurierkino, eine Ausgrabungsstätte und einen Planetenspielplatz. Entstanden ist der Park durch den Großwelkaer Franz Gruß, der 1978 im hauseigenen Garten in Großwelka begonnen hatte, Saurier und Menschenaffen zu modellieren. Ab 1981 gestaltete Gruß auch den gemeindeeigenen Saurierpark, der seit 1994 durch Thomas Stern erweitert wurde. Seit der Gründung hatte der Park rund fünf Millionen Besucher. Denkmäler Das Sonnentor      König-Albert-Denkmal von Bildhauer Walter Hauschild an der Südseite des Lauenturmes, errichtet 1913     Gedenk- und Begegnungsstätte für alle Opfer politischer Gewaltherrschaft in den Bautzener Gefängnissen Weigangstraße 8a     Gedenkanlage von 1950 auf dem Jüdischen Friedhof Muskauer Straße für KZ-Häftlinge des Außenlagers des KZ Groß-Rosen     Gedenkstein mit Informationstafel vor dem Betriebsgelände der Firma Waggonbau Bautzen an der Neueschen Promenade für 300 Häftlinge und Zwangsarbeiter, die ihre Befreiung nicht erlebten     Sammelgrab und Gedenkstein von 1961 in der Anlage auf dem Ziegelwall Ecke Muskauer Straße für 92 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion und Polen, die Opfer eines Massenmordes in Neuwuischke wurden.     Das 2014 auf dem Kornmarkt aufgestellte Sonnentor bildet die Sonnenwende am Teufelsstein bei Pließkowitz nach.  Sorbische Institutionen  Bautzen ist Sitz zahlreicher Institutionen des sorbischen Volkes. Deutsch-Sorbisches Volkstheater      Die Stiftung für das sorbische Volk (Załožba za serbski lud) unterstützt als gemeinsames Instrument des Bundes sowie der Länder Brandenburg und Sachsen die Bewahrung und Entwicklung, Förderung und Verbreitung der sorbischen Sprache, Kultur und Traditionen als Ausdruck der Identität des sorbischen Volkes.     Die Domowina (sorbisch poetisch für „Heimat“, eigentlich Zwjazk Łužiskich Serbow z. t., Bund Lausitzer Sorben e. V.) am Postplatz ist der Dachverband sorbischer Vereine und Vereinigungen. Im Domowina-Verlag erscheinen nahezu alle sorbischen Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Hier gibt es auch eine Buchhandlung mit sorbischer Literatur und eines der zwei sorbischen Restaurants in der Stadt.     Als „Sorbischer Rundfunk“ (Serbski rozhłós) sendet täglich, aus demselben Gebäude, der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), Studio Bautzen, ein dreistündiges Programm in sorbischer Sprache.     Das Deutsch-Sorbische Volkstheater (Němsko-Serbske ludowe dźiwadło), Seminarstraße 12, in den Schilleranlagen. Seit 2003 hat das Theater eine zweite Spielstätte für Puppen- und Kleinkunst, das Burgtheater (Dźiwadło na hrodźe) im Hof der Ortenburg. Das Theater ist ein kommunaler Eigenbetrieb des Landkreises Bautzen und wird anteilig aus Mitteln der Stiftung für das sorbische Volk und des Kulturraumes Oberlausitz/Niederschlesien finanziert.  Frauen in der rekonstruierten Tracht der evangelischen Sorbinnen um Bautzen (2011)      Das Sorbische Institut (Serbski institut) in der Bahnhofstraße 6 ist auf die sorabistisch-kulturwissenschaftliche Forschung und auf die praktische Unterstützung für sorbische Sprache und Kultur in der Ober- und Niederlausitz ausgerichtet.     Das Sorbische National-Ensemble (Serbski ludowy ansambl) wurde 1952 auf Anregung der Domowina gegründet. Gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk pflegen, bewahren und entwickeln die drei professionellen Sparten Ballett, Chor und Orchester die kulturelle Tradition der Sorben.     Verein für authentische sorbische Volksmusik e. V. Die Absicht des Vereins ist, Volksmusik annähernd so zu erschließen und darzubieten, wie sie einstmals in der ganzen zweisprachigen Lausitz erklang. Einen wesentlichen Schwerpunkt bilden darunter auch die über Jahrhunderte in der Lausitz bekannten und beliebten „wendischen Tänze“.     Der sorbische Jugendverein „PAWK“ (dt. „Die Spinne“), ist seit seiner Gründung 1995 nicht nur in der Lausitz, sondern auch international tätig. Er vertritt die Sorben in der Organisation Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV) und ist ein anerkannter Partner der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen (FUEN).     Sorbischer Künstlerbund e. V. (Zwjazk serbskich wuměłcow z. t.) Im Sorbischen Künstlerbund sind fast 100 Schriftsteller, Komponisten, Schauspieler, Tänzer, Musiker und Maler vereint. Der Bund, der 1990 gegründet wurde, gehört zu den rührigsten innerhalb der Domowina, des Dachverbandes der Sorben.  Sport  In der Stadt ansässig ist der Fußballverein FSV Budissa Bautzen, der seit der Saison 2014/15 in der Regionalliga Nordost spielt. Sein Heimplatz ist das Stadion Müllerwiese, welches sich im Süden der Stadt im Spreetal befindet.  Ein lokal ebenfalls bedeutender Verein, der besonders in der Jugendarbeit aktiv ist, ist der SV Bautzen. Seine erste Männermannschaft spielt in der Saison 2005/2006 in der Bezirksklasse Dresden (7.Liga). Spielstätte ist der erst 2004 eingesetzte Kunstrasenplatz an der Thrombergstraße in Bautzen.  Zu DDR-Zeiten war Bautzen eine Hochburg des Kegelsports, insbesondere im Bereich Bowling. Besonders die BSGs Motor Bautzen und Fortschritt Bautzen konnten in dieser Zeit auf eine Vielzahl an Erfolgen im Herren-Einzel und der Herren-Mannschaft verweisen. Beispielsweise war von 1970 bis 1990 bei allen DDR-Bowlingmeisterschaften immer ein Team aus Bautzen unter den drei Erstplatzierten, oftmals sogar beide Teams. In diesen 20 Jahren war sieben mal eine Mannschaft aus Bautzen DDR-Meister.[18]  Nicht zu vergessen ist auch die Volleyball-Abteilung des MSV Bautzen 04. Die Mannschaft spielt seit der Saison 2010/11 in der Regionalliga Ost und somit in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands. Außerdem ist sie damit die Ballsport-Mannschaft, welche in der höchsten Liga spielt. Heimspiele finden immer in der Schützenplatzhalle statt.  Seit 1989 existiert die Rodelbahn Bautzen, welche durch den Verein SG Bautzen Nord e. V., Fachabteilung Schlittensport betreut wird. Sie dient als Trainingszentrum. Steinhaus  Das Steinhaus ist ein Kulturzentrum auf der Steinstraße mit Konzertsaal, Café, Theaterbühne, Kino, Atelier, Galerie und vielen anderen Angeboten, das vom Steinhaus e.V. betrieben wird. Das heutzutage größte soziokulturelle Zentrum Ostsachsens entstand aus dem FDJ-Jugendhaus „Willy Mirtschin“, welches nach 1990 in ein offenes Jugendhaus umgewandelt wurde. Zu den alljährlichen Großveranstaltungen gehören der Bandwettbewerb BEAT, sowie in der Vergangenheit der Breakdance-Wettbewerb Battle of the East sowie der Bautzener Skate-Contest. Von 2012 bis 2014 wurde das Haus grundlegend saniert und ausgebaut. Regelmäßige Veranstaltungen  Im Frühjahr findet regelmäßig das Straßenfest „Bautzener Frühling“ statt. Überregionale Bedeutung hat auch das traditionelle Ostereierschieben zum Osterfest auf dem am westlichen Stadtrand gelegenen Protschenberg. Es ist das größte Kinderfest in der Region, welches mittlerweile überregionale Anziehungskraft besitzt. Bautzen ist einer der Ausgangspunkte für das Osterreiten. Der Bautzener Weihnachtsmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Sehr beliebt sind auch die Freiluftvorstellungen des Bautzener Theatersommers vom Deutsch-Sorbischen Volkstheater, die meistens auf dem Hof der Ortenburg stattfinden. Seit 1993 findet alljährlich im September der „Internationale Bautzener Stadtlauf“ statt, welcher die größte Laufveranstaltung der Oberlausitz darstellt. Kulinarische Spezialitäten  Berühmt ist der Bautzner Senf. Im Bautzener Senfladen gibt es eine große Auswahl verschiedener Sorten Bautz’ner Senf und anderer Produkte, wie Bautzener Biere, die als Mitbringsel gedacht sind.  In verschiedenen Restaurants kann man typische sorbische Gerichte ausprobieren. Zur Zeit der Vogelhochzeit am 25. Januar gibt es wie in weiten Bereichen der Lausitz verschiedene Spezialgebäcke, zum Beispiel in Form von Nestern und Vögeln.  Gerichte wie „Teichelmauke“ werden in vielen alten Bautzener Familien noch regelmäßig zubereitet, obwohl dieses Gericht eher für den südlichen Landkreis Bautzen, zum Beispiel in Schirgiswalde typisch ist. Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Das Kornmarkt-Center im Stadtzentrum Bautzens  In einer jährlich von der Sächsischen Staatskanzlei veröffentlichten Studie zur Wirtschaftsstärke der sächsischen Städte besetzt Bautzen seit mehreren Jahren regelmäßig den Spitzenplatz. Dabei werden verschiedene Wirtschaftsmerkmale, zum Beispiel Steueraufkommen und Anzahl sozialabgabenpflichtiger Arbeitsplätze, mit der Einwohnerzahl ins Verhältnis gesetzt.  Bautzen verdankt seine relative Wirtschaftskraft (immer bezogen auf ostdeutsche, mittelstädtische Verhältnisse) vor allem der traditionell sehr gemischten Branchenstruktur der lokalen Wirtschaft. Die strukturelle Vielfalt gründet sich auf Unternehmen, die zum großen Teil schon eine lange Tradition am Standort Bautzen haben. Dieser vielfältige Branchenmix verursacht eine relativ geringe Krisenanfälligkeit der lokalen Gesamtwirtschaft in Zeiten, wo einzelne Wirtschaftszweige stark unter Druck geraten.  Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass Bautzen traditioneller Verwaltungsstandort ist (siehe zum Beispiel Kreishauptmannschaft Bautzen) und deshalb eine überdurchschnittlich hohe Rate an öffentlich Bediensteten (Justizverwaltung, Gerichte, Justizvollzug) sowie eine entsprechend hohe Anzahl von Rechtsanwälten und Notaren aufweisen kann.  Bautzen ist der bedeutendste Arbeitsort der Region Oberlausitz-Niederschlesien. Mit 24.009 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten lag die Stadt 2007 zum Beispiel deutlich vor dem bevölkerungsreicheren Görlitz mit 17.496 Beschäftigten (Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen). 68 % sind Einpendler, die aus der gesamten Region und sogar aus Dresden kommen und in Bautzen arbeiten. Entsprechend dem hohen Einpendlerüberschuss ist die Beschäftigungsquote sehr hoch und liegt bei 578 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten je 1.000 Einwohner – der höchste Wert in Sachsen.[19]  Aufgrund der hohen zentralen Bedeutung der Stadt für die Region (nach dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Bautzen gehören zum direkten Einzugsbereich von Bautzen über 200.000 Menschen) und der damit zusammenhängenden hohen Zahl an Einpendlern aus einem strukturschwachen ländlichen Raum ist die Zahl der Arbeitslosen innerhalb der Stadt Bautzen trotzdem sehr hoch und liegt über dem sächsischen Durchschnitt. Bombardier Transportation produziert in Bautzen Straßenbahnen Die Stadt wirbt mit Markenprodukten „Made in Bautzen“ – hier die Rückseite einer Sonderausführung eines edding mit dem Bautzen-Logo Strukturbestimmende Unternehmen      AFT Förderanlagen Bautzen GmbH – Die Firma stellt mit ca. 80 Mitarbeitern[20] am Standort Bautzen (Stand Juli 2014) insbesondere Fördersysteme wie z.B. Bodentransportanlagen für die Montagestraßen der Automobilindustrie her.     Bombardier Transportation (Bahntechnologie) – Die frühere DWA als Bahnsparte produziert seit vielen Jahren traditionell in Bautzen. Das Werk beschäftigt aktuell (Stand Juli 2014) etwa 1.200 Mitarbeiter, allerdings sollen 125 Stellen bis 2016 abgebaut werden.[21]     DEBAG Deutsche Backofenbau GmbH – produziert seit 90 Jahren mit zurzeit 120 Mitarbeitern professionelle Backofenlösungen.     Develey Feinkostfabrik GmbH – Der deutsche Marktführer im Senfgeschäft übernahm 1992 die Marke und investierte in die Produktion des seit 2006 gesamtdeutschen Marktführers (22 %) Bautz’ner Senf.     Hentschke Bau GmbH – Bauindustrieunternehmen, machte 2010 mit 670 Mitarbeitern einen Umsatz von 140 Mio. Euro.     Hermann Eule Orgelbau Bautzen – Im Besitz der Familie Eule, einer der größten Betriebe Deutschlands für Neubau und Restauration von Orgeln     Perfecta Schneidemaschinenwerk – produziert Industrieschneidmaschinen.     Sphairon Technologies GmbH – War einst mit über 200 Hightech-Arbeitsplätzen einer der bedeutendsten Arbeitgeber und einer der weltweit führenden[22] Anbieter und Hersteller von Produkten aus dem Bereich der Telekommunikation und Netzwerktechnik. Die Ursprünge der Firma gehen auf den VEB Fernmeldewerk Bautzen zurück. Nach abgewendeter Insolvenz im Jahr 2010 und Aufgabe der Produktion am Standort Bautzen Anfang 2012, ist die Anzahl der Beschäftigten auf weniger als 100 gesunken.     V. D. Ledermann & Co. GmbH (ein Unternehmen der edding AG) – hat 1993 Teile der Markant-Schreibgeräteproduktion übernommen und produziert jetzt in neuen Gebäuden Schreibgeräte und Marker.     Wurst- und Fleischwaren Bautzen GmbH – Mit 135 Mitarbeitern werden in Bautzen produzierte Wurst- und Fleischspezialitäten auf den gesamten deutschen Markt geliefert.     BIT.Group GmbH – Mit über 270 Mitarbeitern werden für Kunden in aller Welt SAP-Dienstleistungen erbracht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf SAP Service & Support, SAP Beratung und IT Service Management. Seit 2010 ist BIT einer der ersten SAP-Partner Deutschlands für die neue Softwaregeneration SAP Business ByDesign.  Positiv trägt zur Wirtschaftskraft auch die Nähe zum Flughafen Dresden bei. Die im dortigen Bereich angesiedelten Firmen der Hochtechnologie bieten zahlreichen Bautznern qualifizierte Arbeitsplätze. Der Verwaltungsstandort Bautzen ist auch ein wichtiger überregionaler Arbeitsort für Angestellte des Öffentlichen Dienstes.  Darüber hinaus befindet sich das größte Heizkraftwerk des regionalen Energieversorgers „ENSO“ im nördlichen Stadtgebiet. Mit einer thermischen Leistung von 72 MW und einer elektrischen Leistung von 2 MW (jeweils maximal) nutzt es als Brennstoff den einheimischen Rohstoff Braunkohle sowie Erdgas. Ortenburg: Sitz des Sächsischen OVG Öffentliche Einrichtungen  In Bautzen ist der Hauptsitz des Landratsamtes des Landkreises Bautzen. Im Weiteren ist Bautzen Sitz eines Amtsgerichts und einer Außenstelle des Landgerichtes Görlitz sowie des Sächsischen Oberverwaltungsgerichtes. Ebenfalls die Verbandsverwaltung des Regionalen Planungsverbandes Oberlausitz-Niederschlesien hat in Bautzen ihren Sitz. Medien  Das Verlagswesen hat in Bautzen eine lange Tradition. Um 1550 richtete der Leipziger Drucker Nikolaus Wolrab erstmals eine Druckerei ein. In der Wolrabschen Druckerei erschienen unter anderem Schriften des Bautzener Dekans Johann Leisentrit.  Im Sommer 1990 wurde das Anzeigenblatt „Bautzener Bote“ gegründet. In der Stadt befindet sich auch die Redaktion der sorbischen Tageszeitung Serbske Nowiny, die vom Domowina-Verlag herausgegeben wird, der heute in Bautzen das wichtigste Unternehmen dieser Art ist.  Über das Lokalgeschehen in und um Bautzen berichten die Sächsische Zeitung, der WochenKurier sowie der Oberlausitzer Kurier. Verkehr Bahnhof Bautzen Alter Stadtplan (ca. 1825)  Bautzen verfügt über eine Anbindung an die Bundesautobahn 4 Dresden–Görlitz (über die Anschlussstellen Bautzen-Ost und Bautzen-West sowie Salzenforst). Die Bundesstraße 6 umgeht von Görlitz kommend seit der Eröffnung der Westtangente im Dezember 2013 die Innenstadt und die Friedensbrücke, wo es zuvor besonders nachmittags häufig zu Staus kam. Die B 96 von Zittau nach Berlin verläuft vom Süden der Stadt ebenfalls über die Westtangente in die Westvorstadt, bevor sie das Stadtgebiet im Nordwesten verlässt. Die B 156 von Weißwasser umgeht seit 2003 das Stadtgebiet auf einer neu gebauten Trasse. Der Autobahnzugang für das nördliche Kreisgebiet und Hoyerswerda wird seit 2006 ebenfalls durch eine Zubringertrasse verbessert.  Der Bahnhof Bautzen wurde 1846 eröffnet. Er ist Haltepunkt für Linien der Vogtlandbahn („Trilex“) und der Ostdeutschen Eisenbahn. Es bestehen direkte Bahnverbindungen auf der Bahnstrecke Dresden–Görlitz, teils auch weiter bis nach Breslau. Die durchgängigen Verbindungen nach Berlin bzw. Cottbus (über Hoyerswerda), Zittau und Bad Schandau wurden in den letzten Jahren stillgelegt; somit hat die Stadt ihren Status als Bahnknotenpunkt der Oberlausitz verloren. Bis 1972 konnte man außerdem noch über Radibor und Baruth nach Weißenberg per Bahn gelangen.  Bautzen besitzt zudem einen Flugplatz, der zirka 3 km östlich der Stadt liegt. Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Dresden.  Die zur Rhenus-Veniro-Gruppe gehörende Regionalbus Oberlausitz GmbH betreibt in Bautzen sieben Stadtbuslinien. Des Weiteren werden Bautzen und das Umland mit mehreren Regionalbuslinien verbunden. Bildung  Bautzen verfügt über sechs Grundschulen, vier Oberschulen, fünf Gymnasien (Schiller-Gymnasium, Philipp-Melanchthon-Gymnasium, Sorbisches Gymnasium, zwei berufliche Gymnasien) und zwei Förderschulen.  Aufbauend auf der Tradition der früheren Ingenieurschule, studieren mehr als 500 Studenten an der Berufsakademie Sachsen – Staatliche Studienakademie Bautzen, welche ein dreijähriges duales Studium in den Studienbereichen Finanzmanagement, Öffentliche Wirtschaft (Public Management), Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik, Medizintechnik und Wirtschaftsingenieurwesen anbietet. Die Arbeitsmarktchancen für die Absolventen der Berufsakademie sind gut. In den vergangenen Jahren haben jeweils 85 bis 90 % der Absolventen nach dem Studienabschluss einen Arbeitsplatz gefunden. Persönlichkeiten  Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen, sowie die Ehrenbürger Bautzens und die Bürgermeister sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Bautzen aufgeführt. Klassische Stadtansicht Bautzens von der Friedensbrücke 
Husarenkaserne during the war and today

Löbau
Löbau liegt am Ostrand des Lausitzer Berglandes und des Lausitzer Gefildes. Der Ort liegt im Löbauer Kessel, im sächsischen Naturraum des Oberlausitzer Gefildes im Grenzbereich zum Oberlausitzer Bergland (Nördlicher Hauptkamm). Kleinräumlich grenzen an: südlich das Kottmarmassiv, östlich das Neißehügelland und nördlich die Gefildezone mit Übergang zur Lausitzer Tiefebene. Das Weichbild der Stadt wird vom östlich gelegenen Löbauer Berg (447 m) mit Schafberg (449 m) geprägt („Löbau – Stadt am Berge“), der Doppelgipfel bildet seit 1974 das 255 ha große Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Löbauer Berg“. Löbau – Stadt am Berge  Geologisch herrscht ein Untergrund aus Tiefengestein (Granodiorit) vor. Die Quellkuppe des Doppelberges Löbauer Berg / Schafberg entstand durch Vulkanismus im Tertiär und besteht aus Basaltgestein. Der Basalt ist zu Blöcken verwittert, die in Form von Gesteinshalden (Blockmeere oder „Steinerne Meere“) weite Flächen des Berges bedecken. Die tiefer gelegenen Teile des Löbauer Kessels (240 bis 270 m) haben die Gestalt welliger Lößplateaus, die aus Löß- und Auelehm, Sand/Kies sowie Granit bestehen.  Löbau liegt an der Einmündung der Seltenrein ins Löbauer Wasser, einem Zufluss der Spree.  Erwähnenswerte Geotope sind die Georgewitzer Skala (ein felsiger Taleinschnitt des Löbauer Wassers nördlich der Stadt) sowie die westlich gelegene Hügelkuppe des Bubenik (auch Kleine Landeskrone – 376 m), dessen Basaltquellkuppe seit 1938 Naturdenkmal ist.[2] Ferner zählt auch zur Stadt Löbau der 10 km südlich gelegene Berg Kottmar (583 m), an dessen Westhang sich eine der drei Spreequellen befindet. Nachbargemeinden Altmarkt und Nicolaistraße  Nachbargemeinden von Löbau sind Vierkirchen im Norden, die Stadt Reichenbach/O.L. im Nordosten, Rosenbach im Südosten, Kottmar und Großschweidnitz im Süden, Lawalde im Südwesten und im Landkreis Bautzen die Gemeinde Hochkirch im Westen und die Stadt Weißenberg im Nordwesten. Stadtgliederung  Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Löbau beschloss in seiner Sitzung vom 7. Juli 2011[3] eine neue Gliederung der Stadt. Dabei wurden die ehemals selbständigen Dörfer Altlöbau (bisher zu Löbau), Dolgowitz (bisher zu Rosenhain), Oelsa (bisher zu Löbau), Unwürde (bisher zu Laucha), Wendisch-Cunnersdorf (bisher zu Rosenhain) und Wendisch-Paulsdorf (bisher zu Rosenhain) als separate Stadtteile der Stadt Löbau erklärt. Das Kernstadtgebiet Löbau wurde zeitgleich in die Stadtteile Löbau-Mitte, Löbau-Neustadt, Löbau-Nord, Löbau-Ost, Löbau-Süd und Löbau-West gegliedert. Somit besteht das Stadtgebiet nunmehr aus 32 Stadtteilen: Stadtgliederung von Löbau      Altcunnewitz (Stara Chójnica),     Altlöbau (Stary Lubij),     Bellwitz (Bělecy),     Carlsbrunn (Karlowa Studnja),     Dolgowitz (Dołhaćicy),     Ebersdorf (Habrachćicy),     Eiserode (Njeznarowy),     Georgewitz (Korecy),     Glossen (Hłušina),     Großdehsa (Dažin),     Kittlitz (Ketlicy),     Kleinradmeritz (Małe Radměrcy),     Krappe (Krapow),     Laucha (Luchow),     Lautitz (Łuwoćicy),     Löbau-Mitte,         Löbau-Neustadt,     Löbau-Nord,     Löbau-Ost,     Löbau-Süd,     Löbau-West,     Mauschwitz (Mučnica),     Nechen (Njechań),     Neucunnewitz,     Neukittlitz,     Oelsa (Wolešnica),     Oppeln (Wopaleń),     Rosenhain (Róžany),     Unwürde (Wujer),     Wendisch-Cunnersdorf (Serbske Kundraćicy),     Wendisch-Paulsdorf (Serbske Pawlecy),     Wohla (Walowy).  Mit Ausnahme der ehemaligen Siedlungen Körbigsdorf, Liebesdörfel, Tiefendorf und Peschen (Stwěšin) berücksichtigt die Gliederung des Stadtgebietes somit alle ehemals selbständigen Orte. Geschichte Frühgeschichte Johanniskirche und ehemalige Preuskerschule Blick in die Badergasse  Funde von Keramik- und Bronzegegenständen im Tal des Löbauer Wassers und eine befestigte Höhensiedlung (Ringwallanlage oder Schanze) auf dem Schafberg belegen die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung der Gegend im Zeitalter der Lausitzer Kultur (10. Jahrhundert v. Chr.). siehe auch Burgwall Bielplatz Bellwitz Mittelalter  Löbau wurde im Jahre 1221 als Lubaw durch Bischof Bruno II. von Meißen erstmals erwähnt. Der Name stammt aus dem Sorbischen, die Bedeutung ist jedoch nicht gesichert. Die Stadt wurde um 1200 im Rahmen der Ostkolonisation unter böhmischer Herrschaft (Ottokar I.) angelegt. Planmäßige Stadtanlage auf einem Plateau oberhalb der sumpfigen Talaue des Löbauer Wassers. Seiner ursprünglichen Bestimmung nach war Löbau als Handels- und Gewerbeort geplant und wurde mit Stadtmauern befestigt. Bis 1319 folgten Stadterweiterungen zu einer typischen Ackerbürgerstadt. 1336 wurde das hiesige Franziskanerkloster erstmals erwähnt. Löbau gehörte dem Oberlausitzer Sechsstädtebund an, der hier 1346 gegründet wurde. Wegen ihrer zentralen Lage in der Oberlausitz blieb die Stadt bis 1815 Konventsort des Bundes.  Verheerende Brände legten Stadtteile immer wieder in Schutt und Asche. Wie es einst in vielen Straßen ausgesehen hat, zeigt ein Blick in die Badergasse – die Häuser standen meist mit dem Giebel zur Straße. Frühe Neuzeit Karte von Oberreit mit Löbau um 1845 Ansicht um 1850  Löbau wurde während der Hussitenkriege, die von 1424 bis 1434 auch die Oberlausitz heimsuchten, mehrmals belagert und erstürmt, so 1425 und 1428. Im letztgenannten Jahr erfolgte damit im Zusammenhang eine Brandstiftung durch einen hussitisch gesinnten Stadtbürger, wobei Löbau zum größten Teil den Flammen zum Opfer fiel. Im Jahr 1430 standen die Hussiten erneut vor den Toren der wiederaufgebauten Stadt. Die Stadt ergab sich diesmal den Böhmen, wurde verschont und besetzt. Die böhmisch-hussitischen Besatzer bauten die kleine Sechsstadt 1431 zum "Militärischen Hauptstützpunkt in den Sechslanden" aus. Die Hussiten beherrschten in jener Zeit mehr oder minder die Oberlausitz. Die Situation in der Oberlausitz sollte sich jedoch nach der hussitischen Niederlage in der Schlacht von Lipany 1434 grundlegend ändern. Auch spätere Kriege, so der Oberlausitzer Pönfall (1547) und der Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) sowie sechs Stadtbrände setzten Löbau schwer zu. So legte 1678 ein Brand die Hälfte der Stadt in Asche. Gleiches passierte am 20. Oktober 1710[4]. Im 17. Jahrhundert war die Stadt mit landesherrlichen Privilegien, wie zum Beispiel Markt- und Braurecht sowie Bannmeile ausgestattet. Um 1700 gab es eine Blütezeit der Leinenweberei und umfangreichen Fernhandel bis nach Übersee. Nach dem Stadtbrand von 1710 folgten weitere städtebauliche Veränderungen, wie z. B. der Barockbau des Rathauses (1711) und zahlreiche Bürgerhäuser. Im Zuge der Industrialisierung wurde Löbau durch Chausseen mit Görlitz (1822), Bautzen (1824) und Zittau verbunden. Im Jahre 1847 folgte der Anschluss an die Bahnstrecke Görlitz–Dresden. Weitere Eisenbahnanschlüsse folgten 1848 nach Zittau, 1873 nach Ebersbach, 1895 nach Weißenberg und 1928 nach Cunewalde.  Im 19. Jahrhundert dominierte die Textilindustrie in der Kleinstadt. Die erste Fabrik Löbaus war die 1835 von Hildebrandt gegründete Rot- und Buntfärberei, aus der später das volkseigene Oberlausitzer Textilveredelungswerk hervorging. Daneben gab es jedoch auch vielfältige andere Industrien mit dem Schwerpunkt Verarbeitung wie z. B.: Natursteinverarbeitung, Ziegelei, Brauerei, Essigherstellung, Zuckerfabrik, Nudelherstellung, Käserei, Molkerei und Schlachthof, aber auch Maschinenbau, eine Flügel- und Pianomanufaktur, Gummi- und Kohlensäurefabrikation. Im Jahre 1898 wurde ein Elektrizitätswerk eröffnet und zur selben Zeit eine Gasanstalt betrieben. Günstig wirkte sich ihre Stadtlage an der Fernbahnlinie Dresden–Breslau aus.  Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde in den Dörfern westlich und nördlich der Stadt – z.B. Großdehsa, Oelsa, Kittlitz – noch der Löbauer Dialekt des Sorbischen gesprochen; dieser ist mittlerweile ausgestorben. Bahnhof Löbau (Sachs) 20. Jahrhundert  Anfang des 20. Jahrhunderts war die Stadt wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der Amtshauptmannschaft Löbau mit Kreditinstituten, einigen Ämtern, wie Finanzamt, Gesundheitsamt, Garnison, Polizei sowie Kreisgericht mit einem Gefängnis. 1912 erfolgte der Bau eines Krankenhauses.  1923 wurde eine Zeitungsdruckerei eröffnet und 1924 erschien die „Volkszeitung für die Oberlausitz“. Eine künstlerische Spielstätte am Theaterplatz war geplant, wurde aber nie gebaut.  Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine Handelsschule, Berufsschule und Gewerbeschule. Lehrerbildungsstätten gab es in der Stadt von 1873 bis 1998 (1873–1935 Königliches Lehrerseminar, 1955–1990 Institut für Lehrerbildung, 1993–1999 Staatliche Seminare für das Lehramt an Grund- bzw. Mittelschulen).  Von 1914 bis 1991 war Löbau Garnisonsstadt. Beginnend mit einer Jägerkaserne (1914) bis hin zu einer Offiziershochschule der Landstreitkräfte „Ernst Thälmann“ (1963). Während des Ersten Weltkrieges war Löbau Standort eines Reservelazaretts und mit Kriegsproduktion befasst. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die Stadt von unmittelbaren Kriegshandlungen nicht betroffen, es kam jedoch zur Sprengung fast aller verkehrswichtigen Straßen- und Eisenbahnbrücken. 1945 rückten Verbände der Rote Armee ein; die Sowjetische Besatzungszone entstand. Nachkriegszeit Denkmalschutzgebiet der Gründerzeit  In der Zeit nach 1945 wuchsen Bevölkerung und Wirtschaft (vor allem die Textilindustrie); Löbau wurde Kreisstadt (Kreis Löbau). 1950 wurde das „Stadion der Jugend“ am Fuße des Löbauer Berges eröffnet. Nach 1960 wuchs und erweiterte sich die Stadt durch neue Wohngebiete Süd (1955), Nord (1972) und Ost (1981). Die Entwicklung des Industrie- und Bevölkerungszentrums um Ebersbach und Neugersdorf im Süden des Kreises hatte auch Auswirkungen auf Löbau.  1988 erhielt die Stadt ein weiteres Wahrzeichen: der 162 Meter hohe Betonturm des neuen Fernseh- und Hörrundfunksenders Löbau auf dem Schafberg wurde fertiggestellt. In den 1970er und 1980er Jahren herrschte das Erscheinungsbild einer Textilindustrie- und Garnisonsstadt vor.  Löbau gehörte zum sogenannten Tal der Ahnungslosen: dort konnten UKW-Radio- und Fernsehübertragungen aus dem damaligen Gebiet der Bundesrepublik Deutschland (in der DDR Westfernsehen genannt) auch mit großem Aufwand nicht terrestrisch empfangen werden. Die Löbauer erhielten also nur Informationen aus den zensierten DDR-Medien. Nach 1990  Nach der Wiedervereinigung Deutschlands folgte ein tiefgreifender Strukturwandel (Niedergang des Großteils der Industriebetriebe, Auflösung der Offiziershochschule), verbunden mit Bevölkerungsrückgang und Kaufkraftverlust. Im Zuge der Kreisreform von 1994 verlor Löbau seinen Status als Kreisstadt (LÖB). Im neu gebildeten Landkreis Löbau-Zittau (ZI), der mit der sächsischen Kreisreform 2008 im neu gebildeten Landkreis Görlitz aufging, erlangte sie zwar 2000 den Status einer Großen Kreisstadt, verlor aber fast alle politisch-administrativen Funktionen an Zittau.  Nach erfolgreicher innerstädtischer Sanierung und Innenstadtgestaltung in den 1990er Jahren überwiegt ein kleinstädtischer Ortscharakter. Löbau zählt neben Kamenz und Niesky zu den kleineren Städten der Oberlausitz mit sehenswerter Innenstadt und einer touristisch reizvollen landschaftlichen Umgebung. Katholische Kirche Mariä Namen, geweiht 1892 Eingemeindungen  Im Jahr 1934 wurde Altlöbau nach Löbau eingemeindet. Es folgten Oelsa 1979[5], drei Gemeinden 1994[5], Ebersdorf 1999[6] und Kittlitz 2003[7].  In den Jahren 1938, 1974 und 1994 wurden insgesamt zehn ehemals selbständige Orte nach Kittlitz eingemeindet.[5] Ehemalige Gemeinde  Datum  Anmerkung Altlöbau  1. April 1934   Bellwitz  22. März 1970  Zusammenschluss mit Georgewitz zu Georgewitz-Bellwitz Carlsbrunn  1. April 1974  Eingemeindung nach Kittlitz Ebersdorf  1. Januar 1999   Eiserode  1. Januar 1994   Georgewitz  22. März 1970  Zusammenschluss mit Bellwitz zu Georgewitz-Bellwitz Georgewitz-Bellwitz  1. März 1994  Eingemeindung nach Kittlitz Glossen  1. April 1974  Eingemeindung nach Lautitz Großdehsa  1. März 1994   Kittlitz  1. Januar 2003   Kleinradmeritz  1. März 1994  Eingemeindung nach Kittlitz Krappe  1. April 1974  Eingemeindung nach Kittlitz Laucha  1. April 1938  Eingemeindung nach Kittlitz Lautitz  1. März 1994  Eingemeindung nach Kittlitz Oelsa  1. Januar 1979   Oppeln  1. April 1974  Eingemeindung nach Kittlitz Rosenhain  1. März 1994   Unwürde  1. April 1938  Eingemeindung nach Kittlitz Wohla  1. April 1974  Eingemeindung nach Kittlitz Nikolaikirche Heilig-Geist-Kirche Einwohnerentwicklung  Einwohnerzahlen der Kernstadt ohne Stadtteile Jahr  Einwohnerzahlen 1502  1.200 1730  2.211 1790  2.400 1832  2.446 1842  3.041 1846  3.623 1852  3.854 1856  3.921 1858  4.107 1861  4.413 1864  5.022 1867  5.721 1871  5.862 1875  6.226 1880  6.651 1885  6.977   Jahr  Einwohnerzahlen 1890  7.623 1895  8.736 1900  9.637 1905  10.683 1910  11.837 1925  12.635 1934  14.574 1948  18.386 1964  16.805 1971  17.488 1988  18.326 1990  17.567 1991  17.071 1992  16.375 1993  16.157 1994  15.719   Jahr  Einwohnerzahlen 1995  15.363 1996  15.102 1997  14.863 1998  14.691 1999  14.500 2000  14.177 2001  13.791 2002  13.719 2003  13.553 2004  13.447 2005  13.301 2006  13.083 2007  12.720 2008  12.540 2009  12.314 2010  12.046 Politik Stadtrat Rathaus  Der Stadtrat der Stadt Löbau hat insgesamt 22 Mitglieder. Sie gehören folgenden Parteien oder Wählervereinigungen an:  CDU  Die Linke  Bürgerliste  FDP  SPD  Gesamt 1999  9  7  3  1  2  22 2004  8  7  4  2  1  22 2009  7  5  6  3  1  22 2014  6  5  10  1  0  22 Ortschaftsräte  In den eingegliederten Orten gibt es jeweils einen zuständigen Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher. Die Hauptsatzung der Stadt Löbau hat hierzu die Ortschaftsverfassung für vier Ortschaften eingeführt. Es gibt die Ortschaft Ebersdorf (Stadtteil Ebersdorf), die Ortschaft Großdehsa (Stadtteile Eiserode, Großdehsa, Nechen und Peschen), die Ortschaft Kittlitz (Stadtteile Altcunnewitz, Bellwitz, Carlsbrunn, Georgewitz, Glossen, Kittlitz, Kleinradmeritz, Krappe, Laucha, Lautitz, Mauschwitz, Neucunnewitz, Neukittlitz, Oppeln und Wohla) sowie die Ortschaft Rosenhain (Stadtteile Dolgowitz, Rosenhain, Wendisch-Cunnersdorf und Wendisch-Paulsdorf). Die Ortschaftsräte werden von der Bevölkerung der Ortschaft bei jeder Kommunalwahl gewählt. Sie sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Der Ortsvorsteher wird von den jeweiligen Ortschaftsräten gewählt. Stadtoberhäupter  An der Spitze der Stadt stand der Consul regens, der regierende Bürgermeister. Ihm standen die Exconsule, das sind der 1. und 2. stellvertretende Bürgermeister zur Seite. Unter diesen drei Bürgermeistern des Konsulats wechselte die Regierung.  Heutiges Stadtoberhaupt ist der Bürgermeister, seit 1. Januar 2000 Oberbürgermeister, der von der Bevölkerung auf sieben Jahre direkt gewählt wird. Sein ständiger Vertreter ist der „Erste Beigeordnete“ mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.  Bürgermeister bzw. (ab 2000) Oberbürgermeister      1831–1832: Carl Heinrich Schluckwerder     1832–1842: Karl Benjamin Schöbel     1842–1850: Moritz Lieberecht Friedrich     1850–1883: Karl Hartmann     1883–1890: Ferdinant Paul Damm     1890–1912: Carl Ernst Otto Mücklich     1912–1922: Georg Wilhelm Schaarschmidt     1922–1945: Otto Willi Ungethüm (von sowjetischen Kräften verhaftet, in Bautzen verstorben)     1945: Johannes Bobeth (11. – 23. Mai, eingesetzt von der sowjetischen Kommandantur)     1945–1946: Otto Hermann (von sowjetischen Kräften verhaftet)     1946: Adolf Klinger (kommissarisch)     1946–1948: Gustav Meder (SED)     1948–1950: Hermann Tütig     1950: Kurt Walter (LDPD) (1. September – 31. Oktober, kommissarisch)     1950: Walter Stöß (1. November – 10. Dezember)     1950–1955: Kurt Walter (LDPD)     1955–1959: Gottfried Hahnewald     1959–1965: Hellmuth Walter (LDPD)     1965–1970: Oskar Zoubek     1970–1983: Hellmuth Schudack (LDPD)     1983–1989: Rainer Simmang (SED)     1989–1990: Isolde Thiele (SED, später parteilos)     1990: Heinz Hartstein (CDU, später SPD und parteilos; wurde gewählt, trat das Amt aber nicht an.)     1990–2001: Dietrich Schulte (FDP)     seit 2001: Dietmar Buchholz (parteilos)  Beigeordnete bzw. (ab 2000) Bürgermeister      1993–2001: Hans-Joachim Zimmermann (CDU)     seit 2001: Guido Storch (CDU)  Verwaltungsgemeinschaft  Mit den Nachbargemeinden Lawalde, Großschweidnitz und Rosenbach besteht eine Verwaltungsgemeinschaft, deren erfüllende Gemeinde die Stadt Löbau ist. Partnerstädte      Polen die polnische Sechsstadt Lauban (Lubań)     Deutschland die Große Kreisstadt Ettlingen in Baden-Württemberg     Ungarn Stadt Makó in Ungarn     Frankreich die Stadt Épernay in Frankreich  Kultur und Sehenswürdigkeiten Haus Schminke/Scharoun  Siehe: Liste der Kulturdenkmale in Löbau Haus Schminke → Hauptartikel: Haus Schminke  Das Haus Schminke in der Kirschallee 1b ist eines der bedeutendsten Werke der klassischen Moderne und ein Beispiel für das so genannte „Neue Bauen“, wie es an der Kunstakademie Breslau und am Bauhaus entwickelt wurde. Das Löbauer Haus wurde von 1930 bis 1933 von Hans Scharoun für Fritz & Charlotte Schminke geplant. Es gilt als Hauptwerk Scharouns im Bereich des privaten Wohnbaues. Es ist daher Ziel von Fachexkursionen aus aller Welt und Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen. Für Fachinteressierte ist die Übernachtung möglich. Universitäten und Hochschulen können das Haus für Workshops und Seminare nutzen.  Das Haus Schminke stellt sich in die Reihe namhaftester Vertreter der Moderne wie der Villa Tugendhat von Ludwig Mies van der Rohe, der Villa Savoye von Le Corbusier sowie dem Haus Kaufmann (Fallingwater) von Frank Lloyd Wright ein.  Den Garten gestaltete Herta Hammerbacher, die damalige Ehefrau des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern. Beide arbeiteten in Gemeinschaft mit dem berühmten Gärtner und Staudenzüchter Karl Foerster. König-Friedrich-August-Turm König-Friedrich-August-Turm → Hauptartikel: König-Friedrich-August-Turm  Auch einfach oft Gusseiserner Turm genannt, ist ein bautechnisches Denkmal auf dem Löbauer Berg. Vom 28 Meter hohen Aussichtsturm aus dem Jahre 1854 besteht gute Rundumsicht. Aufgrund seiner gusseisernen Baukonstruktion aus etwa eintausend Einzelteilen, überwiegend durch Steckverbindungen mit Bleiverschlag montiert und einem Gesamtgewicht von ca. 70 t, gilt er als einzigartig in Europa. Sein Erbauer war der Bäckermeister Friedrich August Bretschneider, der den Bau mit ca. 25 Tausend Talern finanzierte. Die Eisenteile des Turmes wurden in der Eisenhütte Bernsdorf/OL gegossen und tragen eine neo-byzantinische und neo-gotische Ornamentik. Der achteckige Turm verfügt über drei Galerien (12, 18 und 24 m Höhe), die über eine 120-stufige Wendeltreppe erreichbar sind. Eine grundlegende Sanierung mit Demontage und Wiederaufbau erfolgte in den Jahren 1993/94. Landesgartenschau 2012 → Hauptartikel: Landesgartenschau Löbau 2012  Die 6. Sächsische Landesgartenschau fand vom 28. April bis 14. Oktober 2012 auf dem etwa 20 Hektar großen ehemaligen Industriegelände am Löbauer Wasser (Fa. Römer, Fa. Rabe, später LAUTEX und Oberlausitzer Zuckerfabrik bzw. Südzucker) statt.[8] Kulturzentrum Johanniskirche  Im „Kulturzentrum des Sechsstädtebundes und der Euroregion Neiße“, einer ehemaligen Klosterkirche der Franziskaner aus dem 14. Jahrhundert gibt es regelmäßige Kulturangebote der Genres Konzert, Theater, Kabarett und Kino. Stadtmuseum Stadtmuseum  Das „Oberlausitzer Sechsstädtebund- und Handwerksmuseum / Stadtmuseum Löbau“ in der Johannisstraße bietet ständig Sonderausstellungen sowie eine ausführliche Dauerausstellung zur Geschichte des Sechsstädtebundes, der Geschichte des Oberlausitzer Handwerks und der Geschichte der Stadt Löbau. Sonstige Bauwerke      barockes Rathaus (Altmarkt 1) von 1714 mit Mondphasenuhr, einer der deutschlandweit letzten innerhalb eines Rathauses erhaltenen Fleischbänke und einzigem innerhalb des Sechsstädtebundes noch bewirtschaftetem historischem Ratskeller (Einbau 1935/36); erbaut von 1710–1714 durch Heinrich Prescher aus Zittau aus Resten des Vorgängerbaus aus dem 15. Jh.; 1825, 1842 und 1891 innere und äußere Veränderungen, 1990-93 äußere Restaurierung     barocke Bürgerhäuser am Altmarkt     drei ehemals vor den Stadttoren Richtung Bautzen, Görlitz und Zittau befindliche Kursächsische Postdistanzsäulen als Nachbildungen, wobei bei den Säulen vom ehem. Görlitzer und Zittauer Tor die Wappen vertauscht wurden     Nikolaikirche (1293) ist die Hauptkirche der Stadt (Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde)  Postdistanzsäule, Bahnhofstraße      Die Kirche Mariä Namen (1892) gehört zur römisch-katholische Kirchgemeinde. Eine baugleiche Schwesterkirche befindet sich im österreichischen Selzthal in der Steiermark.     König-Albert-Bad, heute Restaurant     Brücknersche Villa (1901), Brücknerring  König-Albert-Bad Gedenkstätten      Grabstätten und Gedenkstein am Südwestabhang des Jäckelberges für die acht kriegsmüden Wehrmachtssoldaten Hubert Dieteren, Erwin Fuhrig, Karl Koroschetz, Johann Kromp, Erich Radke, Rudolf Schmidt, Siegfried Wulf sowie einen namentlich Unbekannten, die im Mai 1945 nach Verrat ihres Verstecks ermordet wurden     Gedenktafel im Geschwister-Scholl-Gymnasium für den am 5. April 1943 im Zuchthaus Berlin-Plötzensee ermordeten Kommunisten Alfred Schmidt-Sas     Sandstein-Stele aus dem Jahre 1988 am Nordflügel des Amtsgerichts am Promenadenring 3 zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der Shoa von Löbau     Gedenkstein von 1960 gegenüber dem Haus Promenadenring 12 zur Erinnerung an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde  Sport      FSV Empor Löbau, Fußballverein     SV Horken Kittlitz, mit den Abteilungen Rugby, Fußball, Tischtennis, Volleyball     ASG Vorwärts Löbau, ehemaliger Fußballverein     PSV (Polizeisportverein) Löbau, Sektion Karate     KV Löbau, Kegelverein     SV Lok Löbau, Radball, Seniorensport, Schach     OSC Löbau, Volleyball, Leichtathletik, Laufsport, Kempo  Wirtschaft und Infrastruktur Ortsumfahrung Löbau B 178 Verkehr Bahnhof Löbau (Sachs), Gleisseite  Der Bahnhof Löbau (Sachs) liegt an den Bahnstrecken Görlitz–Dresden, Ebersbach–Löbau, Zittau–Löbau, Großpostwitz–Löbau und Löbau–Radibor, von denen die letzten drei nicht mehr befahren werden. Löbau liegt an den Bundesstraßen 6 (Dresden–Görlitz) und 178 nach Zittau. Die nächstgelegene Anschlussstelle Weißenberg zur A 4 befindet sich etwa 15 km nördlich. Derzeit wird an Verlegung und Ausbau der B 178 von Löbau nach Zittau sowie deren Verlängerung bis zur Bundesautobahn 4 bei Weißenberg gebaut. Bisher wurden die partielle Ortsumgehung von Löbau und der Anschluss bis Weißenberg fertiggestellt. Ansässige Unternehmen Baum- und Rosenschule Löbau  1834 erbaute Johann Gottlob Hildebrandt die erste Löbauer Fabrik, eine Rot- und Buntgarnfärberei. Bis zur Wendewar die Textilindustrie neben der Produktion von Lebensmitteln einer der wichtigsten Löbauer Erwerbszweige. So hatte Löbau eine Molkerei, eine Zuckerfabrik und eine Nudelfabrik, die Firma Loeser & Richter. Aber auch das Bierbrauen hat eine lange Tradition. Noch heute gibt es die Bergquell-Brauerei von 1846. Die Zuckerfabrik der Südzucker AG wurde im Herbst 2002 geschlossen.  1864 gründete Reinhard Neumann die Löbauer Baum- und Rosenschulen.  1896 gründeten J. Kumpf & Co. die Firma „Granitwerke und Steinbruchbetrieb“, deren Handwerk sich mit der Verarbeitung von Naturstein beschäftigt. 1947 wurde das Unternehmen von der Sowjetunion enteignet und in Staatsbesitz überführt. Der Besitzer wurde zusammen mit seinem Sohn verhaftet. Sie kamen nach einem Schauprozess wieder frei und gingen mit ihren Familien in den Westen. 1991 wurde das Unternehmen unter dem Namen „Löbau Granit GmbH“ neu gegründet. Im Jahre 2010 wurde das Unternehmen endgültig geschlossen.  Von 1918 bis 1998 bestand ein Bahnbetriebswagenwerk, in dem Güter- und Personenwagen der Deutschen Reichsbahn gewartet wurden.  Als Traditionsunternehmen im Klavier- und Pianobau ist die Firma August Förster in Löbau seit 1859 ansässig. Die Tischlerei Pötschke GmbH (seit 1856) die auf eine 150-jährige Tradition zurückschaut und seit 1996 auf dem Gewerbegebiet Löbau ansässig ist.  Die Firma Palfinger unterhält in Löbau ein Werk zur Produktion von Hubarbeitsbühnen.  Die Leuchtenbaufirma Hess hat in Löbau ein Zweigwerk von dem auch der internationale Markt beliefert wird. Für das anspruchsvolle Design und hochwertige Verarbeitung erhält die Firma regelmäßig Auszeichnungen.  Die Firma Stempel Schmorrde ist seit dem Jahre 1865 in Löbau ansässig. Anfangs als Buch- und Zeitungsdruckerei, entwickelte sich das Unternehmen zu einem der führenden Stempel- und Schilderbetriebe Deutschlands. Im firmeneigenen Museum können die Geschichte der Gutenbergschen Buchdruckerei und Maschinen rund um dieses Thema besichtigt werden.  Löbau ist auch der Sitz des international bekannten Trance-Labels euphonic records.  Anfänglich in Reichenbach/Oberlausitz ansässig, bezog das 1994 gegründete Unternehmen ULT Umwelt-Lufttechnik im Jahr 2000 seinen Firmensitz im Gewerbegebiet Kittlitz. Die ULT AG entwickelt und fertigt Absaug- und Filtergeräte und -anlagen für Industrie, Handwerk, Forschung und Medizin[9].  Die EDB Datenbankgesellschaft Hanel mbH betreut in der Region eine große Anzahl von Firmen beim Internetmarketing[10]. Medien  In Löbau erscheint als Tageszeitung eine Lokalausgabe der in Dresden erscheinenden Sächsischen Zeitung (SZ). Fernsehturm auf dem Schafberg Geschwister-Scholl-Gymnasium Heinrich-Pestalozzi-Oberschule Öffentliche Einrichtungen  Löbau hat unter anderem ein Amtsgericht, eine Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, ein Finanzamt, eine Dienststelle der Bundespolizei (bisher Bundesgrenzschutz), eine Außenstelle des Landratsamtes des Landkreises Görlitz, eine Rettungsleitstelle, eine Geschäftsstelle der Landesversicherungsanstalt sowie ein Staatliches Rechnungsprüfungsamt, als nachgeordnete Dienststelle des Sächsischen Rechnungshofes. Bildung  In Löbau befinden sich folgende Schulen in Trägerschaft der Stadt:      zwei Grundschulen: Grundschule "Am Löbauer Berg" in Löbau-Ost und Grundschule Kittlitz     eine Oberschule: Heinrich-Pestalozzi-Oberschule  In Trägerschaft des Landkreises Görlitz befinden sich im Stadtgebiet Löbau:      zwei Gymnasien: Geschwister-Scholl-Gymnasium und ein Wirtschaftsgymnasium     zwei Berufsschulen: Berufliches Schulzentrum „August Förster“ und das Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft und Technik     eine Musikschule     eine Volkshochschule  Personen Söhne und Töchter der Stadt      Karl Benjamin Preusker (1786–1871), Vorkämpfer der Volksbüchereibewegung     Carl Wilhelm Traugott von Mayer (1796-1864), Jurist, Rittergutsbesitzer und Politiker, Abgeordneter des Sächsischen Landtags     Friedrich Oskar von Schwarze (1816–1886), Jurist und Politiker, Abgeordneter des Sächsischen Landtags und des Reichstags     August Förster (1829–1897), Klavierfabrikant     Alfred Moschkau (1848–1912), Publizist, Lyriker und Regionalforscher     Heinrich Curt Brückner (1851–1921), Apotheker, stellvertretender Bürgermeister, Königlich Sächsischer Hofrat, Ehrenbürger der Stadt Löbau     Friedrich Wilhelm Kühlmorgen (1851–1932), Jurist und konservativer Politiker, MdL (Königreich Sachsen)     Julius Sandt (1856–1928), Unternehmer, Brauereidirektor     Otto Schellong (1858–1945), Arzt und Ethnologe     Marie Wackwitz (1865–1930), sozialistische Politikerin, Frauenrechtlerin und Journalistin     Willibalt Apelt (1877–1965), Staatsrechtslehrer und Politiker (DDP), Sächsischer Staatsminister des Innern 1927 bis 1929     Walter Ziesemer (1882–1951), Germanist in Königsberg     Willi Auerswald (1894–1956), KZ-Personal des Konzentrationslagers Mauthausen und des Unterlagers Steyr     Rudolf Růžička (1920–2011), Slawist und Linguist     Konrad Kujau (1938–2000), Fälscher der Hitler-Tagebücher     Bernd Böhlich (* 1957), Filmregisseur     Uwe Proske (* 1961), Olympiasieger im Degenfechten (Mannschaft)     Anne-Kathrin Schade (* 1968), Volleyball-Nationalspielerin     Jörg Weißelberg (* 1968), Gitarrist und Musikproduzent     Jana Henke (* 1973), Schwimmerin     Mirko Müller (* 1974), Eiskunstläufer     René Münnich (* 1977), deutscher Autorennfahrer, Rennstallbesitzer und Unternehmer     Kyau & Albert, DJs und Musikproduzenten     Robert Koch (* 1986), Fußballspieler     Christian Reitz (* 1987), Sportschütze  Personen die vor Ort gewirkt haben      Christian Behrnauer (1649–1720), Hauptpfarrer     Johann Gottfried Heinitz (1712–1790), Pädagoge und Kirchenlieddichter     Carl Wilhelm August Weber (1871–1957), Direktor der Löbauer Bank, Reichstagsabgeordneter     Fritz Schminke (1897–1971), Unternehmer     Herbert Fischer (1914–2006), Diplomat der DDR, war nach dem Zweiten Weltkrieg Lehrer und Schuldirektor in Löbau. 
The Kasernenwache in 1941 and today, renamed the Jägerkaserne
Лёбау (нем. Löbau, в.-луж. Lubij) — город в Германии, районный центр, расположен в земле Саксония. Подчинён административному округу Дрезден. Входит в состав района Гёрлиц. Подчиняется управлению Лёбау. Население составляет 16283 человека (на 31 декабря 2010 года). Занимает площадь 78,74 км². Официальный код района 14 2 86 230.  Город подразделяется на 24 городских района. 
Adolf-Hitler-Platz, today Wettiner Platz. Hitler was driven through here on October 6, 1938
 勒鲍 勒鲍 Löbau 市镇 勒鲍在德國的位置 勒鲍 勒鲍 在德国的位置 經緯度: 51.096514°N 14.664401°E坐标:51.096514°N 14.664401°E 国家  德国 州  萨克森州 面积  • 总计  78.74 平方公里(30.40 平方英里) 人口(2011)  • 總計  15,944  • 密度  200/平方公里(520/平方英里) 時區  CET(UTC+1)  • 夏令時  CEST(UTC+2) 邮编  02708  勒鲍(德语:Löbau)是德国萨克森州的一个市镇。总面积78.74平方公里,总人口15944人,其中男性7645人,女性8299人(2011年12月31日),人口密度202人/平方公里。 参见      萨克森州市镇列表  参考 分类:      萨克森州市镇  导航菜单      创建账户     登录      条目     讨论  不转换      阅读     编辑     查看历史      首页     分类索引     特色内容     新闻动态     最近更改     随机条目  帮助      帮助     维基社群     方针与指引     互助客栈     知识问答     字词转换     IRC即时聊天     联络我们     关于维基百科     资助维基百科  工具      链入页面     相关更改     上传文件     特殊页面     打印页面     固定链接     页面信息     维基数据项     引用本页     左侧跳顶连接  其他语言      Български     Català     Čeština     Deutsch     Dolnoserbski     English     Esperanto     Español     Eesti     فارسی     Suomi     Français     Hornjoserbsce     Italiano     Latina     Latviešu     Македонски     Bahasa Melayu     Nederlands     Norsk bokmål     Polski     Português     Română     Русский     Srpskohrvatski / српскохрватски     Српски / srpski     Svenska     Українська     Volapük     Winaray  编辑链接      本页面最后修订于2013年3月14日 (星期四) 23:15。     本站的全部文字在知识共享 署名-相同方式共享 3.0协议之条款下提供,附加条款亦可能应用。(请参阅使用条款)     Wikipedia®和维基百科标志是维基媒体基金会的注册商标;维基™是维基媒体基金会的商标。     维基媒体基金会是在美国佛罗里达州登记的501(c)(3)免税、非营利、慈善机构。      隐私政策     关于维基百科     免责声明     开发者     手机版视图
Looking at Adolf-Hitler-Platz from the other direction, now the altmarkt
 
The rathaus sporting a swastika above the entrance during the Nazi era and today, flag-free

Zittau   (Saxony)
 The Grenzlandtheater in 1942 and today, the Gerhart Hauptmann theatre.


Obergurig  (Saxony)
Hans Schemm Schule, named after the founder of the National Socialist Teachers' Federation. In 1928, Schemm became a member of the Bavarian Landtag.  Systematically, Schemm prepared the local NSDAP for the election campaigns, first for the City Council in 1929. The Nazis won 9 mandates, and Schemm became factional chairman. The arrival of the Nazi faction led to frequent stormy sessions and one brawl, which were caused by the Nazi members', and in particular Schemm's, aggressive attitude[citation needed].  In 1928 and 1929, Schemm took over the leadership of several Nazi newspapers (Streiter, Weckruf and Nationale Zeitung), which he however gave up after a short time. In April 1929, Schemm founded his own newspaper, and in August of the same year appeared in the Nationalsozialistische Lehrerzeitung ("National Socialist Teachers' Newspaper"), the National Socialist Teachers League's (NSLB) journalistic organ.   On 5 March 1935, Schemm died after an aircraft crash. Hitler personally ordered Berlin Professor Ferdinand Sauerbruch to fly to Bayreuth. Schemm, however, succumbed to his injuries before the professor's arrival. His successor as Gauleiter was Fritz Wächtler.  Schemm's life was glorified by the Nazis, and somewhat even later after the Nazis were gone. In the time of the Nazi regime, though, various schools, streets, and halls in Nazi Germany were named after him.

Riesa an der Elbe (Saxony)
 
Another Hans Schemm Schule doesn't appear to have survived the war, unlike the neighbouring Pestalozzi Schule.

 Neuhausen
 
 The Schwartenberghaus with and without flags

Schmilka, Bad Schandau (Saxony)
 
The Gasthaus zur Mühle with hakenkreuz in front, and today


Müglitz (Altenberg) 
 
The Gasthof zur Grenzschenkein 1942 sporting swastika flags and today- considerably run-down
Aue (Saxony)
 
Adolf-Hitler-Brücke, opened June 5, 1937  is now known as Bahnhofsbrücke

Wernsdorf 
 
No Nazi flag outside the Gasthaus Weißes Roß anymore

Sohland an der Spree (Saxony)

The marktplatz during the Third Reich and today


Frankenberg (Saxony)
 
Schloss Sachsenburg


Wilkau Haßlau 
 
The rathaus bedecked in swastikas during the war and now


Lauenhain
 
The SA Seesportübungslager with Schiffsnachbau in the background

Lössnitz
 
Adolf-Hitler-Platz before the war and now

Leipzig (Saxony)
 
Stentzlers Hof decked with swastikas than and now
 
The hauptbahnhof look remarkably unchanged since the 1938 postcard when swastikas flew in front considering the damage incurred after the bombing of July 7, 1944.
 
The Völkerschlachtdenkmal (Monument to the Battle of the Nations) in 1940 and today. Built to commemorate Napoleon's defeat at the 1813 Battle of Leipzig, a crucial step towards the end of hostilities in the War of the Sixth Coalition, which was seen as a victory for the German people, although Germany did not exist at that time.
It was completed in 1913 for the 100th anniversary of the battle, at a cost of 6,000,000 Goldmarks  and stands at 299 feet in height. It contains over 500 steps to a viewing platform at the top, from which there are spectacular views across the city and environs. It is said to stand on the spot of some of the bloodiest fighting, from where Napoleon ordered the retreat of his army
 
Construction of the monument in 1907 and 1912, just before the centenary of the Battle of Nations
 
Hitler speaking at the Völkerschlachtdenkmal. During the Third Reich, Hitler frequently used the monument as a venue for his meetings in Leipzig. It was here on July 16, 1933 that Hitler announced to 140,000 men of the SA, SS and the Stahlhelm

Today we are not leading a mere thirteen or seventeen million, but the entire Volk, and hence the gigantic task accrues to us of training the millions of people who do not yet inwardly belong to us to become soldiers of this Third Reich, to become soldiers of our Weltanschauung.
 
 An American soldier surveying the aftermath. The monument itself served as the backdrop for an anti-fascist demonstration in 2011. When the US army captured Leipzig on April 18, 1945, the monument was one of the last strongholds in the city to surrender. One hundred and fifty SS soldiers with ammunition and foodstuffs stored in the structure to last three months dug themselves in, but were blasted with artillery and defeated.  During the period of Communist rule in East Germany, the government of the DDR was unsure whether it should allow the monument to stand, since it was considered to represent the steadfast nationalism of the period of the German Empire. Eventually, it was decided that the monument be allowed to remain, since it represented a battle in which Russian and German soldiers had fought together against a common enemy, and was therefore representative of Deutsch-russische Waffenbrüderschaft (Russo-German brotherhood-in-arms). 
 
It was here at the Zoologischer Garten on December 11, 1932 that Hitler announced
I am the one who has fixed the price of the Movement. No one will offer it at less than that. But if anyone should ever be found to do so, he would be lost in the Party within an hour and would have no Movement behind him. We will not allow ourselves to be lured into the den of intrigue where the others are experts at the game [here clearly referring to Gregor Strasser who had been offered the post of Vice-Chancellor in a bid by the authorities to split the party]. 
Time will not wear me down. Certainly we lost thirty seats, but in the meantime our opponents have lost two governments! And the new Cabinet will not last any longer. We will regain those thirty seats. Our supply of recruits is larger than theirs, and I will place this task first and foremost and without any consideration to myself.
On January 2 the Burgfriede will be over, and on the third we will be back in the thick of the fight.
Glauchau (Saxony)

 
Glauchau railway station in 1941 and today

Oschatz
 
The Rathaus and St Aegidien church at Adolf Hitler Platz and today 

Plauen im Vogtland
 
Swastikas in the square in front of the rathaus and today

Hohenstein-Ernstthal (Saxony)
The birthplace of Karl May, Hitler's favourite author.
Adolf became gripped by the adventure stories of Karl May, whose popular tales of the Wild West and Indian wars (though May had never been to America) enthralled thousands of youngsters. Most of these youngsters graduated from the Karl May adventures and the childhood fantasies they fostered as they grew up. For Adolf, however, the fascination with Karl May never faded. As Reich Chancellor, he still read the May stories, recommending them, too, to his generals, whom he accused of lacking imagination.
Kershaw (9) Hitler
Hammerleubsdorf, Leubsdorf

 
The former Gauschule is now a pale, derelict structure

Bad Brambach (Saxony)
 
The Kapellenbergturm on the Schönberg 

Raschwitz Markkleeberg
 
The Forsthaus, back when it flew the swastika, and today 

 Eilenburg 
 
The bahnhof sporting the swastika and today


Rochlitz 
The Schulkameradentag Pfingsten in 1938, now simply the Mittelschule
 
The rathaus sporting a swastika and today. During the Second World War, a subcamp of Flossenbürg concentration camp was located in the town from September 1944 to March 1945. The camp held about 600 Jewish women. 

Lengenfeld 
 
9 km southwest of Zwickau is Lengenfeld; its town hall sporting a swastika and today 

Zwickau
 
The rathaus and Gewandhaus (theatre) surrounded by swastikas on the 800th anniversary of the town. 
Zwickau Planitz
 
The swimming pool looks practically unchanged since the time swastikas flew from the promenade 


Ammendorf  (Sachsen-Anhalt)
 
The fire station and war memorial in 1940 and now

The Grundschule Radewell in 1942 and today  
The corner of Hauptstrasse and Merseburger Strasse
Looking towards Merseburger Strasse

The Friedensschule in the 1930s and today

Horst-Heilmann-Strasse

The corner of Hohe Strasse and Regensburger Strasse

 Fritz-Kießling-Strasse

Views of Gärtnerstrasse a century apart


 Magdeburg (Saxony-Anhalt)
The town hall bedecked with swastikas and today
 
The Dom with the memorial to the SA in front during the NSDAP era, now gone.
The memorial replaced one removed by the Nazis (today inside the cathedral)- Barlach's Magdeburger Ehrenmal, ordered by the city to be a memorial of World War I, and expected to show heroic German soldiers fighting for their glorious country. Barlach, however, created a sculpture with three German soldiers, a fresh recruit, a young officer and an old reservist, standing in a cemetery, all bearing marks of the horror, pain and desperation of the war, flanked by a mourning war widow covering her face in despair, a skeleton wearing a German army helmet, and a civilian (the face is that of Barlach himself) with his eyes closed and blocking his ears in terror. This naturally created a controversy with the pro-war population (several nationalists and Nazis claimed that the soldiers must be foreign since true Germans would be more heroic), and the sculpture was removed. Friends of Barlach were able to hide the sculpture until after the war, when it was returned to the Magdeburg Cathedral. 
 Alfred Rosenberg, in Blut und Ehre. Ein Kampf für deutsche Wiedergeburt. Reden und Aufsätze von 1919-1933 (Munich, 1934), described Barlach’s Magdeburg War Memorial thus: ‘A mixed variety of short, undefinable sorts of people wearing semi-idiotic expressions and Soviet helmets are supposed to symbolise German home guards! I believe that every healthy SA man will pass the same judgement here as any conscious artist.’
 
Hitler spoke here at the Stadthalle on October 22, 1932
 
Hasselbachplatz then and now
After the war. Magdeburg was where the Soviets took Hitler's remains:
When the Soviets’ Operation Myth was launched in 1946 to establish the real sequence of events leading to Hitler’s death, some of Hitler’s personal staff were brought back to Berlin and the bunker, in order to point out the precise details of the suicide and subsequent burning in the garden. The bones, for the time being, were stored in Magdeburg. Of particular importance were the objects in Hitler’s personal collection. For them an aircraft was laid on as Stalin wanted his bones examined by his foremost experts. The Führer’s skull was eventually put into a paper bag and deposited in the State Archives.
(385) After the Reich
Dessau (Saxony-Anhalt) 
 
Dessau has changed considerably since it was under the hakenkreuz, as the sourroundings around the statue of Leopold I. von Anhalt-Dessau ("Der alte Dessauer") in front of the Marienkirche shows
 
The Johanniskirche used to be situated on Horst-Wessel-Platz as seen in this 1942-franked postcard
 
Hitler spoke here at the Kristallpalast in 1931
 
The rathaus in 1938, after the war (having been bombed March 4, 1945), and today 

On October 23, Hitler dispatched a telegram expressing his condolences to the widow of Gauleiter and Reichsstatthalter Loeper in Dessau who had died following a prolonged illness. Three days later Hitler attended Loeper’s funeral in Dessau where his body was interred at the Napoleonsturm, calling him an “apostle of the Movement.” From Hitler's eulogy delivered at the Friedrich Theatre:
When Fate is especially fond of a man and wishes to bestow upon him the best thing in the world, it will give him loyal friends, men who are resolved to share with him equally both joy and sorrow, men whom nothing can lead astray, men who, particularly in days of need, stand by him firm and resolute. I have been given a most generous share of this happiness and good fortune such as perhaps only few people in this world have.
Yet this happiness of so many years turns to pain when I now see how this and that member of the community of fighters is called to his Maker. When I speak here today, I am speaking as the happy—yet now so unhappy—Führer who must now accompany a member of his old guard to the grave, a man the likes of whom are rare even in our Movement.
Once he came to me when one could expect nothing more from this Movement than sacrifices and troubles, persecution and abuse. And truly it was only love of Germany which led him to that host of inseparable men who were determined to take up and pursue the battle for a new Germany against all odds. This man, with his boundless love of Germany, also had an unshakeable faith [in Adolf Hitler]. This faith was combined, in his case, with a unique loyalty [to Adolf Hitler]. He was one of the most loyal members of the old guard. During the time of struggle, we never spoke about it; no one would have understood it anyway. But today, at the bier of my dead comrade in arms, I must express it in words for German youth, that they may aspire to the same.
The new Reich was not given to us; it had to be hard won in battle, and in this fight only an over-abundance of love for Germany, of faith, of willingness to sacrifice, and of loyalty allowed [us] to triumph. That is something the German Volk must know. For it is my wish that the names of these first apostles of our Movement go down in German history for all eternity. Party comrade Loeper was a zealot, but he was more than that: a strong, self-sufficient man as hard as granite. He was persistent as only few are, untiring in his work and never swaying from the conviction: in the end we must succeed!
Hence for many of us this Party comrade was a model, in his unselfish modesty too, in his personal simplicity and in his lack of emotionalism: he was strictly a helper devoted to our great mutual cause.
Formerly the captain of the pioneers of the World War, he became a captain and pioneer of the National Socialist Weltanschauung, of our Revolution, and thus of our new German Reich. By having waged this battle in his lifetime, he lives on for us in death. He is a man for the German future. He deserves to be distinguished from the masses of hundreds of thousands and millions and be held up before the nation for all time! And this applies particularly to German youth. They shall hear this, and they shall learn from it. They shall once again realize that the old fealty was not only a virtue of the Teutons. The new Reich was built up with this virtue as its basis. This Reich would not be standing today were it not founded upon this fidelity [to Adolf Hitler].
A wonderful life has thus come to a close. Yet today we are all overcome by deep sorrow that our Party comrade, our Gauleiter and our Reichsstatthalter has been forced to leave us so soon, one of the old guard. Our hearts bleed when we see how our ranks slowly begin to thin out.
But as the old passes, so the young grows to take its place. For this old guard did not live in vain, did not struggle and fight in vain. From their work and their influence has sprung forth the richest of blessings—and Party comrade Captain Loeper was one of the most blessed of men.
 
On May 29, 1938 Hitler attended the opening of the new theatre in Dessau, the first building of its kind to have been completed during the rule of the National Socialist regime. 
The town football club giving the Hitler salute and today. SV Dessau 05 was founded in July 1905 as FC Adler. Thirty years later in 1935, after the re-organisation of German football under the Third Reich, Dessau played in the Gauliga Mitte, one of sixteen new upper class divisions. The club quickly emerged as a strong side, capturing three division titles from 1937–39, finishing second the next two seasons, and then winning another three consecutive titles from 1942–44. However, Dessau was never able to achieve any kind of success in the subsequent playoff rounds of the national championships, making it past the preliminary rounds only once in six attempts. In 1942, the team advanced as far as the quarterfinals of the Tschammerpokal, predecessor of today's German Cup.  After World War II most organisations in Germany, including sports associations and football clubs, were dissolved by the occupying Allied authorities. The club was re-formed in late 1945 as Blau-Weiss Dessau.

Tangermünde (Saxony-Anhalt)
 
Neustädter Tor in 1935 and today 

Staßfurt (Saxony-Anhalt)
  Steinstraße in 1940 and today

Osterfeld (Saxony-Anhalt)

 Alsleben an der Saale (Saxony-Anhalt)
 
What had been the NSV ((National Socialist People's Welfare) Erholungsheim, now the town's school
The hometown of one of Germany's greatest war heroes, the U-boat ace Gunther Prien, these two photographs show clearly the radical changes since the war. 

Wittenberg
 
Schloßstraße with the Schloßkirche in July 1941 and today.
 
The Stadtkirche from the market square July 29, 1941 and now, from where Luther preached his famous invocavit sermons and which, in 1547 during the Schmalkaldic War, the towers' stone pyramids were removed to make platforms for cannon. 
 
In 1988, the Sculptor Wieland Schmiedel was commissioned to produce a commemorative plaque paying homage to the victims of the Holocaust. It's currently in the consistory of the church, whilst the judensau showing Jews sucking the tits and anus of a pig is allowed to be exhibited outside on the façade.  Inscribed over the obscene scene are the words Schem Ha Mphoras, claimed to posses a power Jews have which they keep protected from gentiles. This phrase is actually repeated in the commemorative plaque which reads 
 "Gottes eigentlicher Name, der geschmähte Schem Ha Mphoras, den die Juden vor den Christen fast unsagbar heilig hielten, starb in sechs Millionen Juden unter einem Kreuzeszeichen."
("God's original name, the maligned Shem Ha Mphoras, which the Jews held holy before the Christians, died in the six million Jews under the sign of the cross.") That the cross was the twisted cross of the Nazis as opposed to the Christian one, and that the phrase did not simply "die" shows how insincere and forced German attempts to say something about their collective guilt are.

The Thesentor on which Luther nailed his 95 theses. A former student's History Extended Essay on Luther's Use of Language in Allowing the Protestant Reformation to Succeed received an A from the IBO.

 Zeitz
 
The rathaus is very much as it was when located on Adolf-Hitler-Platz.The Brabag plant northeast of Zeitz which used lignite coal to synthesize ersatz oil was a significant bombing target of the Oil Campaign of the Second World War. Its forced labour was provided by the nearby Wille subcamp of Buchenwald in Rehmsdorf and Gleina.  On  August 18 1976, the Protestant clergyman Oskar Brüsewitz from Rippicha burnt himself to death in front of the Michaeliskirche. This was a protest against the DDR system.

Merseburg 
 
Postcard showing the town flanked by Hitler and Hindenburg on the 1000th anniversary of the 933 Battle of Riade, where King Henry the Fowler gained his great victory over the Hungarians in the vicinity.

Regenstein Castle 
Burg Regenstein is a ruined castle that lies three kilometres north of Blankenburg. Of this once relatively impregnable castle, which was built in the early and high Middle Ages on a 294 metre high sandstone rock towering over the surrounding area, only ruins are visible today. Several internal rooms, carved into the rock, have survived, as have the ruins of the keep. The castle is surrounded by remnants of a more recent fortress. According to legend, once upon a time one of the most beautiful young women in the land was imprisoned in the dungeon of Regenstein Castle, because she had spurned the love of the Count of Regenstein. Using a diamond ring she scratched a hole in the rock, which became so large after a year that she was able to crawl through and escape. After her escape, she returned with her family to the castle, but the count had fled. A little later, she noticed thick smoke gushing from a crack in a rock wall. When she looked through it, she saw the count in purgatory. Then, out of pity, she threw him her ring to him in order to enable the spirit of the count to rest.
 Ein grußwort zur ausstellung Gröditz UNTERM Grußwort des polnischen Botschafters, Dr. Jerzy Margański Es gibt wohl kein Ereignis in unserer Ge- schichte, das tiefere Spuren hinterlassen hätte als der Zweite Weltkrieg. Der Nazi- terror hat nicht nur den industriellen Völkermord an den Juden und anderen Minderheiten mit sich gebracht, sondern für Millionen von Opfern auch Sklaven- und Zwangsarbeit. Von den insgesamt rund 13 Millionen Menschen, die während des Krieges zur Arbeit nach Deutschland verschleppt wurden, waren allein etwa 2,8 Millionen Polen, die nach dem deutschen Überfall im September 1939 auf den Feldern und in den Rüstungsfabriken die deutsche Kriegswirtschaft aufrecht- erhielten. Die Überlebenden warteten bis in die 90er Jahre, ehe sie eine symbolische Kompensation für ihre Leiden erhielten. Die Erinnerung daran muss wach gehalten werden. Jetzt können die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter von einst den jungen Generationen unmittelbar klar machen, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit niemals vergessen werden dürfen. Auch aktuelle Diskussionen zeigen immer wieder, wie schwierig es sein kann, Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln und den alten Wunden keine neuen hinzuzufügen. Die Ausstellung „Gröditz unterm Hakenkreuz – NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ hilft dabei, einen sensiblen Umgang miteinander zu finden. Die Europäische Union wird erst dann zu einer europäischen Gesellschaft werden können, wenn dieser bewusste Umgang mit der Geschichte als ihr Fundament allgemein anerkannt wird. Die Zukunft können wir nur gemeinsam meistern, wenn wir aus der Vergangenheit lernen. Dies schließt überall die Be- reitschaft ein, Schloß Augustusburg Location: Schloßstrasse Today: Inside the castle are four museums. The castle is open to the public. Private belongings of Hitler and some of the interieur of the New Reichskanzlei of Berlin were maybe brought to this castle in September of 1943. Documents show that paintings, piano’s, furniture and other stuff were transported to Chemnitz. Look at www.holochaust.wetpaint.com. It’s imposssible to verifiy the authenticity of the documents on internet. The explanation for the transportations seems to be that a ‘new’ Reichkanzlei was made there (because of the plans Hitler had to start a biological war against the allied forces). The Sachsenburg near Frankenberg is said to have had an underground connection to the Augustusburg where a biological institute of the Wehrmacht was located. On the edge of Chemnitz-South a communication-centre was built underneath the houses on Zschopauer Strasse (on the Schenkenberg). until now we can’t say if this story has any truth in it or is pure speculation. Two pictures of the Schloß Augustusburg today AUGUSTUSBURG (CHEMNITZ) CHEMNITZ Marmorpalast (5) Location: Limbacher Strasse Today: The building is empty. On November 16, 1927 Hitler held a speech at the Marmorpalast in Chemnitz. On the second of April of 1928 Hitler was back in the Marmorpalast for another speech. The Marmorpalast doesn’t seem to be in such great shape anymore Kaufmännisches Vereinshaus (6) Location: Corner Moritzstrasse/ Zschopauerstrasse Today: In 1945 the building was destroyed. On June 19, 1930 Hitler held a speech at this location in Chemnitz. Pictures of the historical building can be found on www.historisches-chemnitz.de. On June 7, 1931 and on December 11, 1932 Hitler spoke here again. A postcard of the Kaufmännische Vereinshaus Städtischen Südkampfbahn (7) Location: Werner-Seelenbinder-Strasse Today: In 1938 the Südkampfbahn was renovated, today it’s called Sportforum. On June 7, 1931 Hitler held a speech at the Südkampfbahn in Chemnitz, for 16.000 people. On April 3, 1932 45.000 people gathered to watch Hitler speak at the stadium. The Südkampfbahn in 1930 (source: www.chemnitzer74.de) The Sportforum (source: www.wikipedia.de) DRESDEN On February 13-15 of 1945 Dresden was almost completely ruïned by allied bombs. Infarmation about Hitler in Dresden is hard to find. We already received some good information about Hitler in Dresden, but a lot of details are still unknown to us. Please send us an e-mail when you’ve got more information about dates and locations. Circus Sarrasani (8) Location: Carolaplatz Today: The original building has gone. Hitler came to the Zirkus Sarrasani on September 18, 1928 to give a speech. On June 21, 1930 and on December 11, 1932 he spoke there again. Left: Zirkus Sarrasani in 1910, with behind it the Dreikönigskirche (picture: public domain, wikipedia) Right: An impression of the old Zirkus Sarrasani (source: www.wikipedia.de) Speech for the Nationalen Klub Sachsen Location: Unknown On April 11, 1930 Hitler was in Dresden for a speech for the Nationalen Klub of Sachsen. Radrennbahn Reick (10) Location: Oskar Röderstrasse 1, near the Galopprennbahn Today: Still there On April 3, 1932 Hitler spoke at the Radrennbahn Reick. The Deutsche Fotothek (look for it on the internet) has a picture of the Radrennbahn. Radrennbahn Reick during a politcal campaign on 19 july 1932 Reichsautobahn Dresden-Meerane Location: Location opening unknown On June 23, 1937 Hitler opened the highway between Dresden and Meerane. He held a speech there for the roadworkers. Hitler at the opening of the highway Dresden-Meerane (picture: http://www.napolun.com) Semperoper Location: Theaterplatz 2 (than called Adolf-Hitler-Platz) Today: The Sempertheater is still there. On May 27, 1934 Hitler opened the German Theaterweek (Reichstheaterfestwoche). Hitler attended Wagners Tristan and Isolde that was played. He stayed in Dresden until 30 May, but what his activities were, is unknown to me. He might have visited an army base. Who knows what Hitler did in Dresden during those days? The Sehaus in 1900 (picture: public domain, wikipedia) Second Gewandhaus - Konzerthaus (1884) (21a) Location: Grassistraße/Beethovenstraße Today: The second Gewandhaus was bombed several times in the war. After the war the location was used as a parking area. Today the University of Leipzig has a building here. On February 13, 1933 Hitler was the guest of honour at the anniversary of the 50th dying day of Richard Wagner at the Gewandhaus in Leipzig. Winifred Wagner and Adolf Hitler insisde th Leipziger Gewandhaus on February 13, 1933 (picture: Hamann, 2003) Hitler somewhere in Leipzig in 1933 Marinus van der Lubbe in the courthouse of Leipzig The Leipzig courthouse today Das Reichsgericht (Reichswehr-trial and Reichstagbrand-trial) (15) Location: Simsonplatz, near the Beethovesby communists in or near Delitzsch. Hanfstaengl, trying to get passed the roadblock without problems, said that Hitler was his servant and Maurice his driver. Hitler was not recognised. Rathaus (12c) Location: Dr.-Külz-Ring/Rathausplatz Today: Bombed in 1945, restored after the war. In the Illustrierter Beobachter of 1936 was a picture of Adolf Hitler at the Rathaus of Dresden looking at plans for a viaduct across one of the highways in the area. Hitler with Brigadeführer Schaub, Reichsminister Rust and Reichsstatthalter Rutschmann (picture: Illustrierter Beobachter, 1936) die Wahrheit auszusprechen und zu akzeptieren. Die Projektgruppe „Zwangsarbeit“ e.V., die das Projekt „...unterm Hakenkreuz – NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ initiiert hat, leistet mit ihrer Arbeit einen Beitrag dazu, dass Deutsche und Polen gegenseitiges Verständnis fürein- ander entwickeln. Nur auf der Grundlage des Respekts vor den Opfern des Nationalsozialismus kann ein gemeinsames europäisches Gedächtnis entstehen. Wir wollen hoffen, dass die Ausstellung große Resonanz findet und zu einem Erfolg im Sinne eines aufgeklärten, zukunftsorientierten Europas wird. Impressum Text: Projektgruppe „Zwangsarbeit” e.V. Gestaltung Plakat/Flyer: SQUICK print web media, Simon Singer Kuratoren der Ausstellung: Jan Jansen, Constanze Wolk V.i.S.d.P. Chris Humbs, Vorstand, Projektgruppe „Zwangsarbeit” e. V. Internet: www.projektgruppe-zwangsarbeit.de gefördert durch die weitere Förderer, Kooperationspartner und Unterstützer: HAKENKREUZ NS-ZWANGSARBEIT IM LÄNDLICHEN RAUM LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG u.v.m. Bildnachweise Ausstellung 27. April - 23. Mai 2013 Bild 1: Bild 2: Bild 3: Bild 4: Bild 5: Bild 6: Bild 7: Bild 8: Bild 9: Wehrmachtsoffiziere und Zwangsarbeiterinnen, vermutlich Sowjetunion, undatiert, Quelle: Deutsches Historisches Museum Berlin Porträt Antonina Dorogowa, 1944, Quelle: Privatbesitz Porträt Mark Markowitsch Gawrisch, um 2002, Quelle: Sacharov Zentrum Moskau Porträt Alexej Tkatschenko, 2013, Quelle: Projektgruppe „Zwangsarbeit” e.V. Eugeniusz Laskowski aus Polen auf der Weide in Merzdorf, 1942, Quelle: Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung” Sowjetische Zwangsarbeiter auf einem Hof in Glaubitz, undatiert, Quelle: Privatbesitz Kriegsproduktion im Stahlwerk Gröditz, 1944, Quelle: Betriebsarchiv Schmiedewerke Gröditz Friedrich Flick bei den Nürnberger Prozessen, 1947, Quelle: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz Sowjetische Kriegsgefangene im Lager des Gröditzer Stahlwerks, undatiert, Quelle: Privatbesitz Kulturstätte Wolf Reppiser Straße 35 D-01609 Gröditz (Sachsen) Öffnungszeiten Dienstag-Sonntag 11.00 - 19.00 Uhr Eintritt frei Bild 10 und 11: Schülerinnen und Schüler der Siegfried Richter Mittelschule Gröditz bei der Projektarbeit, 2012/2013, Quelle: Projektgruppe „Zwangsarbeit” e. V. Bild 12: Porträt des polnischen Botschafters in Deutschland, Dr. Jerzy Margański, 2013, Quelle: Botschaft der Republik Polen in Deutschland Führungen für Gruppen und Schulklassen können – auch außerhalb der Öffnungszeiten – telefonisch unter 030-76236460 oder 0160-2768631 vereinbart werden. Unsere Sklaven Wer das erinnern nicht kultiviert, Damals bei uns – unsere Geschichte fördert das Vergessen – Geschichte erleben Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren es mehr als 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus ganz Europa, die im nationalsozia- listischen Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten – auch in und rund um Gröditz. Sie schufteten auf den Feldern der Landwirte, beim Metzger, Schuster und Bäcker ebenso wie in den örtlichen Industriebetrieben. Die Projektgruppe „Zwangsarbeit” e.V. hat wichtige Elemente dieser Regionalgeschichte unter wissenschaftlichen Kriterien für diese Ausstellung aufgearbeitet. Die Präsentation liefert einen detailreichen Überblick zum Einsatz der Zwangsarbeiter in Gröditz und Umgebung. Erstmals werden auch Aussagen zur quantitativen Dimension der in der Region geleisteten Zwangsarbeit getroffen. „Wir wurden in einer Reihe aufgestellt, wie Sklaven ... Es gingen Leute herum und haben sich die Arbeiter ausgesucht ... Wir wurden dann später abgeholt und in einen Waggon gesetzt. Wir wussten nicht wohin und warum wir fahren.“ Antonina Dorogowa, 1942-1945 russische Zwangsarbeiterin im Stahlwerk in Gröditz und in der Landwirtschaft „Bei uns auf dem Rücken stehen zwei Buchstaben: ,SU‘ – Sowjetunion. ,Schnell arbeiten! Schnell, schnell, russisches Schwein!‘, bellt der Meister die abgezehr- ten, unter dem Gewicht der Schwellen gebeugten Sklaven an ... Neben den körperlichen Leiden versuchen die Vertre- ter der ,höheren‘ Rasse uns auch seelische Schmerzen zuzufügen.“ Mark Markowitsch Gawrisch, 1944-1945 als sowjetischer Kriegsgefangener bei der Deutschen Reichsbahn in Wülknitz eingesetzt „Die Wärter kümmerten sich um die Disziplin und liefen mit Peitschen herum. Aber es gab auch viele umgängliche Menschen.“ Alexej Tkatschenko, 1942-1945 ukrainischer Zwangsarbeiter im Zellstoffwerk „Kübler & Niethammer” in Gröditz Wie viele Zwangsarbeiter gab es in Gröditz und Umgebung? Woher kamen sie, wo waren sie untergebracht und wie lebten sie? Wie gingen ihre deutschen Arbeitgeber mit ihnen um, wie ihre deutschen Kollegen? All diese Fragen versucht die Ausstellung „Gröditz unterm Hakenkreuz – NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ zu beant- worten. Sie informiert über das „Damals bei uns”, erzählt Geschichte in zum Teil sehr persönlichen Schicksalen. Sie setzt auf Beispiele und erhebt damit bewusst keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So ist das Projekt auch als Fundament für eine weitere Forschungsarbeit gedacht. Es soll für einen bewussten Umgang mit Geschichte sensibilisieren. Eine Einführung zum Thema Zwangsarbeit bieten zentrale Teile der internationalen Wanderausstellung „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg”, die Ende 2010 im Berliner Jüdischen Museum eröffnet wurde. Elemente daraus konnten für das Gröditzer Projekt zur Verfügung gestellt werden. In Form eines Schülerprojekts beteiligte sich die Klasse 8b der Siegfried Richter Mittelschule Gröditz an der Aufarbeitung der Geschichte der NS-Zwangsarbeit in ihrer Heimat. Unterstützt durch die Projektgruppe „Zwangsarbeit“ e. V. führten die Schüler zum Beispiel Interviews mit Zeitzeugen aus der Region und dokumentierten deren Erinnerungen. Zudem setzten sie sich ge- meinsam mit Schülern des Gymnasiums Lovosice (CZ) in einem grenzübergreifenden Seminar mit der Erinnerungskultur – dem öffentlichen Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus in Gröditz und dem tschechischen Lovosice – auseinander. Die Arbeitsergebnisse sind Bestandteil der Ausstellung. Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b der Siegfried Richter Mittelschule Gröditz zum Projekt: „Es war interessant zu erfahren, wie das Leben der Zwangs- arbeiter damals war. Wie hart sie arbeiten mussten ist sehr erschreckend für mich.“ Laura Quickert, 14 Jahre „Ich finde es gut, dass man auf dieses Th